22. April 2021 / 18:27 Uhr

Corona-Quarantäne: Erst Stubenarrest, dann ziehen Wolfsburgs Profis für zwei Spiele ins Ritz

Corona-Quarantäne: Erst Stubenarrest, dann ziehen Wolfsburgs Profis für zwei Spiele ins Ritz

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Nur noch zum Training raus - und vor den letzten beiden Spielen ins Ritz: Auch für Wolfsburgs Profis gelten bis Saisonende verschärfte Regelungen.
Nur noch zum Training raus - und vor den letzten beiden Spielen ins Ritz: Auch für Wolfsburgs Profis gelten bis Saisonende verschärfte Regelungen. © Roland Hermstein
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Die DFL hat die Corona-Regeln fürs Ende der Bundesliga-Saison deutlich verschärft. Für die Profis des VfL Wolfsburg heißt das: Vorm drittletzten Spieltag gibt's Stubenarrest, anschließend geht's ins Ritz.

Erst eine Art Stubenarrest, dann ins Quarantäne-Hotel - soll will die DFL den Spielbetrieb der Bundesliga und der 2. Liga bis Saisonende sichern. Vor den beiden letzten Spieltagen müssen sich ab dem 12. Mai alle 36 Profivereine komplett von der Außenwelt abschotten. Das hat das DFL-Präsidium am Donnerstag beschlossen. VfL-Manager Jörg Schmadtke: "Eine Maßnahme, die ich verstehen kann."

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Am kommenden Samstag spielt der VfL gegen Dortmund, das Wochenende danach ist für die Wolfsburger wegen des DFB-Pokal-Halbfinales spielfrei. Ab Montag, 3. Mai, dürfen sich dann die Profis aller Klubs der 1. und 2. Liga ausschließlich im häuslichen Umfeld, auf dem Trainingsgelände oder im Stadion aufhalten. Dies solle der Kontaktreduzierung sowie einer weiteren Minimierung des Infektionsrisikos dienen, teilte die DFL mit. Ab Mittwoch, 12. Mai - also vier Tage nach dem VfL-Heimspiel gegen Union Berlin - geht's dann für alle Klubs in ein Quarantäne-Trainingslager. Die Wolfsburger werden dann Quartier im Hotel Ritz-Carlton beziehen, nur wenige Gehminuten von den Trainingsplätzen an der VW-Arena entfernt. Von dort aus geht's dann zu den letzten beiden Saisonspielen in Leipzig und gegen Mainz. Zunächst war ein Trainingslager während der letzten drei Partien angedacht.

Diese verpflichtenden Maßnahmen sind auch eine Reaktion auf die jüngsten Corona-Fälle bei Hertha BSC. Die Berliner befinden sich derzeit bis zum 29. April in häuslicher Quarantäne und müssen danach am 3. Mai beim FSV Mainz 05, am 6. Mai gegen den SC Freiburg und am 12. Mai bei Absteiger FC Schalke 04 noch drei Nachholspiele bestreiten. Insgesamt stehen für den vom Abstieg bedrohten Hauptstadtklub sechs Spiele innerhalb von 20 Tagen auf dem Programm.

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Der VfL Wolfsburg war in dieser Saison überdurchschnittlich häufig von Corona-Fällen betroffen und hat bereits seit einigen Wochen seine Testungen intensiviert, dazu im Stadion sogar ein eigenes Labor für PCR-Tests aufgebaut. "Für uns", so Manager Schmadtke, "hätte das gereicht, denn wir denken, dass wir bereits die sicherste Lösung haben". Die nun getroffene Vereinbarung sei aber "ein guter Kompromiss für die gesamte Liga". Schmadtke selbst wird nicht mit in die Hotel-Quarantäne gehen, vorbereitet ist der Ritz-Aufenthalt bereits.

In den Ligen stößt die DFL-Entscheidung auf viel Verständnis. "Damit wird eine weitere wichtige Voraussetzung geschaffen, um die Durchführung des Spielbetriebs abzusichern“, so Jan-Christian Dreesen, stellvertretender Bayern-Vorstandschef. Frankfurt-Trainer Adi Hütter betonte: „ Es ist unser aller Interesse, die Bundesliga sauber zu Ende zu spielen.“ Freiburgs Trainer Christian Streich bezeichnete die verschärften Corona-Regeln als „vernünftig und richtig“.