15. Oktober 2020 / 17:47 Uhr

Das Risiko schwimmt mit: Diener startet bei Elite-Liga ISL in Budapest

Das Risiko schwimmt mit: Diener startet bei Elite-Liga ISL in Budapest

Tobias Gutsche
Märkische Allgemeine Zeitung
Christian Diener beim Startsprung zu einem Rückenrennen. 
Christian Diener beim Startsprung zu einem Rückenrennen.  © Jens Dresling/dpa
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Der Potsdamer Rückenspezialist ist für mehrere Wochen in einer "Blase", um mit Weltklasse-Athleten zu trainieren und Wettkämpfe zu absolvieren. In der aktuellen Pandemie-Lage sorgt das für keine Begeisterung beim nationalen Verband.

Es klingt nach einer ganz großen Klassenfahrt. Dutzende der weltbesten Schwimmer reisen für mehrere Wochen nach Budapest, trainieren sowie leben dort zusammen und bestreiten zahlreiche Wettkämpfe. Das ist das aktuelle Konzept der International Swimming League (ISL), die am Freitag in ihre zweite Saison startet. Coronabedingt finden diesmal nicht mehrere Meetings an verschiedenen Orten statt, sondern nur ein zentrales Camp. Nach zehn Vorrunden-Events folgen bis zum 22. November die Halbfinals und das Finale.

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Gold (Schwimmen): Christian Diener (Potsdamer SV, 200 m Rücken) und Silber (100 m Rücken) 
In der ISL startet Christian Diener für das Team London Roar - dessen Kapitän ist der britische Superstar Adam Peaty. © dpa

Unter den acht deutschen Teilnehmern ist auch Rückenspezialist Christian Diener vom Potsdamer SV. Seit Beginn der Woche ist der Olympiasiebte bereits in Budapest, freut sich darauf, endlich wieder hochkarätige Rennen bestreiten zu können, und genießt das Training mit Spitzenathleten wie Adam Peaty. Der britische Superstar auf den Bruststrecken ist Kapitän des Teams London Roar, mit dem Diener 2019 Zweiter wurde. Je fünf Mannschaften aus Amerika und Europa sind dabei.

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Christian Diener hat keine Sorgen

Die ISL bietet den Aktiven eine Plattform zum Präsentieren, wertvolle Rennerfahrungen und ist finanziell lukrativ. Der Deutsche Schwimmverband sieht die Teilnahme in Pandemie-Zeiten jedoch kritisch. Startverbote erteilte er seinen Sportlern nicht, aber betont in einer Stellungnahme gegenüber der Sächsischen Zeitung: „Die ISL stellt ein nicht kalkulierbares Risiko dar und sollte aus medizinischer Sicht nicht durchgeführt werden.“

Die Veranstalter setzen zur Risikominimierung auf eine „Blase“ mit geblockten Hotels, Trainings- und Wettkampforten. Außerdem strikte Hygienemaßnahmen und Covid-19-Tests. „Hier ist alles so gut geregelt, dass man sich eigentlich nicht sorgen muss, wenn man alle Regeln einhält“, berichtet Diener. Vielmehr hadert er damit, dass sich keine TV-Anstalt in Deutschland die Übertragungsrechte für die Wettkampfserie, die kurzweilig außergewöhnliche Rennformate und Show bietet, gesichert hat.