19. September 2020 / 19:20 Uhr

Corona: Spielabbruch in der Verbandsliga - Klassenübergreifende Absagen am Sonntag

Corona: Spielabbruch in der Verbandsliga - Klassenübergreifende Absagen am Sonntag

Bend Strebel
Lübecker Nachrichten
Das Saisonauftaktwochenende zeigte bereits an, vor welchen Problemen die Spielklassen in Corona-Zeiten gestellt werden könnten.
Das Saisonauftaktwochenende zeigte bereits an, vor welchen Problemen die Spielklassen in Corona-Zeiten gestellt werden könnten. © Copyright 2020, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
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Die Corona-Pandemie legt weitere Teile des Saisonauftaktwochenendes im Schleswig-Holsteinischen Lokalfußball lahm. Nachdem bereits am Freitag zwei Spiele der Landesliga Holstein infolge eines Coronafalls bei der ersten Herren GW Siebenbäumens abgesagt wurden und sich die erste sowie die zweite Mannschaft der Lauenburger in Quarantäne begeben musste, finden nun auch in den Kreisen Stormarn und Ostholstein Spiele nach vermeintlichen oder bestätigten Infektionen nicht statt.

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Zunächst der erneute Blick ins Herzogtum: Der Büchen-Siebeneichener SV, der eigentlich Sonntag gegen Liganeuling Sereetzer SV in die Saison starten wollte, zieht als letzter Gegner Siebenbäumens nun ebenso wie der Breitenfelder SV tags zuvor die Reißleine und sagte die nach der Botschaft aus Siebenbäumen höchst fraglich erscheinende Begegnung am Samstagnachmittag ab. Bereits am Freitag hatte sich BSSV-Trainer Gerd Dreller nach Kontakt zu einem Siebenbäumer Teammitglied freiwillig in Quarantäne begeben.

"Die Jungs waren natürlich am Freitagabend etwas geschockt, als unser Trainer abgesagt hat. Wir haben uns dann natürlich gefragt, ob wir überhaupt spielen sollen. Wir wissen ja nicht, ob einer von uns infiziert ist. Symptome zeigt keiner, auch Gerd Dreller zum Glück nicht, aber wir wollen keine weiteren Mannschaften anstecken und haben uns dann gemeinsam für die Absage entschieden. Nach zehn Monaten ohne Punktspiel macht uns Corona erneut einen Strich durch die Rechnung", sagte Michael Heinig, Teammanager des letztjährigen Landesligadritten.

"Das ist die absolut richtige Entscheidung", lobt Sven Mielke vom Sereetzer SV die Entscheidung des ursprünglichen Gegners. "Es geht da um die Gesundheit und da hat der Fußball an zweiter Stelle zu stehen. Leider verschiebt sich unser Saisonauftakt, auf den wir so lange hin vorbereitet hatten. Aber es gibt wie gesagt wichtigere Dinge."

Auch Kreisnachbar SV Borussia Möhnsen spielt am Wochenende weder mit seiner ersten noch mit seiner zweiten Mannschaft. "Unsere zweite Herren hat vor sechs Tagen noch gegen die Reserve von GWS gespielt, in welcher auch Personen aus dem Funktionsteam der ersten Mannschaft mitspielen", ließ Marvin Bohlmann, Teammanager der Möhnsener wissen. "Wir haben keine Verdachtsfälle, aber natürlich gibt es Begegnungen zwischen unserer Ersten und Zweiten und wir haben uns vorsichtshalber für eine Absage der Verbandsligapartie gegen Hoisdorf entschieden."

Die Fluktuationen zwischen den eigenen Teams wird auch beim VfL Oldesloe unerwartet zum Problem. Bei den Stormarner Kreishauptstädtern wurde ein Spieler aus in der zweiten Mannschaft positiv auf das Virus getestet. "Wir waren daher gezwungen, die Spiele unserer ersten und zweiten Herren abzusagen. Der Spieler und sein Umfeld befinden sich Quarantäne. Da beide Mannschaften am Dienstag zur gleichen Zeit trainieren, wollen wir hier kein Risiko eingehen. Wir haben den Staffelleiter daher gebeten, die Spiele abzusagen", kommentierte VfL-Pressesprecher Nico von Hausen die Situation beim VfL.

Einen coronabedingten Spielabbruch gab es gar in der Verbandsliga Süd: "Nach 20 Minuten stand plötzlich die Polizei auf dem Spielfeld", berichtet Eugen Materi, Co-Trainer des VfL Vorwerk, der gestern Cheftrainer Benjamin Schramm vertrat und dessen Mannschaft zu diesem Zeitpunkt 1:0 durch Selim Sarikoc (6.) führte. Im Ausbildungsjahrgang eines Pönitzer Spielers wurde ein Mitschüler positiv auf das Virus getestet. "Da zunächst nicht klar war, ob unser Spieler nun in Quarantäne muss, wurde die Partie vorsorglich nicht fortgesetzt", erklärte SVG-Spartenleiter Jan Frost, der die Lage allgemein als "etwas komplizierter" beschreibt. Sowohl Frost als auch Pönitz-Trainer Christian Born wollten die Dramatik des Abbruchsjedoch nicht überbewertet wissen und lobten die in Absprache mit dem Schiedsrichterteam getroffene Entscheidung als "vollkommen nachvollziehbar." Am Samstagabend gab es dann immerhin insofern Entwarnung, als dass Seitens Behörden verkündet wurde, dass der Spieler keinen Kontakt zu dem Infizierten hatte.