07. April 2020 / 15:53 Uhr

Corona stört das Sommertraining: So hilft Eishockey-Fitmacher Peter Kruse nun Sebastian Furchner und Co.

Corona stört das Sommertraining: So hilft Eishockey-Fitmacher Peter Kruse nun Sebastian Furchner und Co.

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
eis
Heimtraining und Steuerung aus dem Home Office: Performance Coach Peter Kruse hält Kontakt zu den Grizzlys-Profis wie Sebastian Furchner, damit die auch in Corona-Zeiten ein optimales Sommertraining absolvieren können. © privat
Anzeige

Sie können nicht in den Kraftraum der Eis-Arena, sie können nicht in die Fitnessstudios – aber die Eishockey-Profis der Grizzlys Wolfsburg stehen vor der Sommervorbereitung. In der Corona-Krise ist deshalb für Peter Kruse, den Mann, der die Profis in Wolfsburg in Bewegung bringt, ein wenig improvisieren angesagt.

Anzeige
Anzeige

Rech darf praktisch nicht raus

Kontaktverbote, in manchen Ländern sogar Ausgangssperre – am Montag traf eine Anfrage von Wolfsburgs französischem Eishockey-Nationalspieler Toto Rech beim Performance Coach der Grizzlys ein. „Was soll ich tun, ich darf ja praktisch nicht aus dem Haus“, schrieb der Stürmer. Kruse ist der Mann, der die Grizzlys in Bewegung bringt, Kraft und Ausdauer schult, wenn sie keine Kufen tragen. Er ließ sich etwas einfallen. Das muss er öfter dieser Tage. Corona wirft einiges um.

Begeistert vom ersten Vollzeitjahr

Der Fitmacher aus Nienburg zählt jetzt seit einer Saison zu den Grizzlys, kommt wie vor ihm Lion Henning und Anton Blessing vom Team Allout Performance – Fitness-Experten aus dem Rheinland. „Es war mein erster Vollzeit-Einsatz bei einem Team, richtig gut, eine super Erfahrung.“ Kruse hatte an der Sporthochschule in Köln studiert. Sportwissenschaften. Er hat einen Bachelor- und einen Masters-Abschluss, war während des Studiums schon mal für dien österreichischen Eishockey-Erstligisten Klagenfurt im Einsatz.

Highlights vom Sieg gegen Straubing

Grizzlys Wolfsburg gegen Straubing 4:1 Zur Galerie
Grizzlys Wolfsburg gegen Straubing 4:1 © Boris Baschin

Noch ist aktive Regeneration angesagt

Die Corona-Epidemie beendete die Saison, die Play-Offs fielen aus, die Trainingspläne für die erste Phase des Sommers waren bereits ausgearbeitet, die Spieler waren weg, dann zeichnete sich aber ab, dass Anpassungen nötig sind. Kruse: „Das ist aber nicht so schlimm. Bis zum 12. April war ohnehin nur aktive Regeneration vorgesehen. Das war mit Mini-Equipment lösbar, mit Superbands und Übungen mit dem eigenen Körpergewicht. Allerdings klingelte inzwischen öfter als üblich sein Handy. Der eine oder andere, allen voran Sebastian Furchner („Kruse: „Eine Maschine“), der es nicht lange ohne Sport aushält, fragten an, ob sie sich etwas aus dem Trainingsraum in der Eishalle ausleihen können.

Beginnt die neue Saison pünktlich? - Umfrage

Mehr anzeigen

Ab nächste Woche wird es dann etwas intensiver, die Profis dürfen und sollen mehr machen. Im Mai startet dann Trainingsphase eins, in der für die deutschen Spieler auch gemeinsame Leistungsdiagnostik vorgesehen ist „Da kommt dann etwas Arbeit auf mich zu“, sagt der 27-Jährige. „Wir wissen nicht, ob ab Mai dann überhaupt in Gruppen gearbeitet werden kann, wie es in den verschiedenen Länder aussieht.“ Für diese Phase muss er eventuell neue Übungspläne ausarbeiten, Alternativen aufzeigen.

 Denn das, was viele Profis sonst machen – in Gruppen arbeiten, im Fitnessstudio schwitzen, Laufrunden absolvieren – das geht eventuell nicht. Und nicht jeder hat Zugriff auf gewohnte Geräte. Kruse allerdings sieht das gelassen: „Für die kommenden Wochen lasse ich mir etwas einfallen.“

Mehr zu den Grizzlys Wolfsburg

Kruse blickt positiv voraus

Sollten Kontaktverbote länger anhalten, entwickele Allout, das mit vielen Eishockey-Klubs arbeite, Konzepte. Kruse hofft allerdings, dass sich die Lage bald normalisiert. „Ich bin da positiv gestimmt“, sagt er, ohne aber die Lage auf die leichte Schulter zu nehmen. „Gedanken, dass es in diesem Jahr nicht wieder los gehen könnte, die lasse ich nicht zu.“ Als zurückhaltender, positiv denkender Mensch lebt er im Hier und Jetzt. Wo er etwas bewegen kann.