23. Oktober 2020 / 10:49 Uhr

Corona verhindert Zuschauer-Boom bei Chemie Leipzig

Corona verhindert Zuschauer-Boom bei Chemie Leipzig

Jens Fuge
Leipziger Volkszeitung
Trotz der besseren Chancen konnte Chemie Leipzig zu Hause nicht gegen den Berliner AK gewinnen. Am Ende trennen sich beide Teams 0:0.
Der Norddamm bleibt gegen Bischofswerda geschlossen. © PICTURE POINT
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Aufgrund der steigenden Inzidenzwerte wird auch in Leutzsch die zulässige Zuschauerzahl deutlich reduziert. Coronabedingt dürfen am Samstag nur 1000 Fans bei der Partie von Chemie Leipzig gegen Bischofswerda in den Alfred-Kunze-Sportpark. 

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Leipzig. Es ist schon bitter: Da legt die BSG Chemie einen denkwürdigen Saisonstart hin, der normalerweise einen Zuschauer-Boom und euphorische Grundstimmung erzeugen würde – aber längst nicht alle Fans dürfen Augenzeuge dieser Situation sein. Seit Montag Woche noch weniger – nur noch 1000 Zuschauer dürfen wegen steigender Coronawerte in den Alfred-Kunze-Sportpark, wenn es am Samstag gegen Bischofswerda geht (13.30 Uhr).

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So steht erst einmal nicht das sportliche im Fokus, sondern die verschärften Regeln wegen der steigenden Inzidenzwerte. „Wir hatten am Montag kaum den Vorverkauf gestartet, da kamen die Meldungen über die gestiegenen Werte. Und da absehbar war, dass der Wert von 20 zeitnah erreicht werden würde, wurde nach einer Telefonkonferenz mit dem Gesundheitsamt der Vorverkauf nach anderthalb Stunden wieder eingestellt“, berichtet Chemie-Sicherheitschef Ronny Leitzke.

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Das bedeutet nicht nur einen Schritt zurück von 2600 auf 1000, sondern auch einen riesigen organisatorischen Aufwand für die BSG. „Die Käufer von Tagestickets bekommen nun ihr Geld auf Antrag rückerstattet. Die Dauerkartenbesitzer haben wir gebeten, sich zu melden, wenn sie zu diesem Spiel nicht anwesend sein können, um anderen Fans die Gelegenheit zum Spielbesuch zu geben“, so Leitzke.

Keinen Millimeter nachgeben

Die Resonanz sei überwältigend gewesen, denn eine größere Anzahl an Dauerkartenbesitzern meldete sich zurück. „So konnten viele andere Kartenbesitzer nachrücken“, freut sich Leitzke. Nach wie vor behelfe man sich mit der Herangehensweise, dass der Zeitpunkt des Dauerkartenkaufes entscheidend ist.

„Aber die Reaktion derer, die sich gemeldet haben, weil sie nicht kommen können, zeigt wieder einmal, wie wir in Leutzsch zusammen halten“, so der Sicherheits- und Ticketchef. Das bedeutet, dass der Norddamm gegen Bischofswerda geschlossen bleibt, alle anderen Einschränkungen kennen die Besucher bereits von vorherigen Spielen.

Gerade bei Vereinen, die überdurchschnittlich viele Zuschauer anziehen und damit einen Großteil ihres Etats bestreiten, wirkt sich die Corona-Krise dramatisch aus. Auch ein positiv denkender Trainer Miro Jagatic kann sich dieser Denkweise nicht völlig entziehen: „Natürlich denkt man daran, wie es weitergehen soll, zumal der Verein wirtschaftlich erheblich darunter leidet, wenn nur so wenig Leute ins Stadion dürfen.“

Die sportlichen Vorzeichen sind klar

Andererseits sieht der Coach auch „die enorme Verantwortung, die Vorbildfunktion, die wir Sportler haben“. Im Spannungsfeld zwischen dem „normalen“ Druck, der sportlichen Herausforderung, und dem zusätzlichen psychischen Stress, nicht zu wissen, wie genau es weitergeht, lässt es nicht gerade behaglich einrichten. Jagatic schaut durchaus weitsichtig nach vorn: „Lasst uns jedes Spiel genießen, wer weiß, wie lange das noch geht. Man darf sich nie zu sicher sein, weder im Leben, noch im Sport. Man sollte für alles dankbar sein, was man hat!“

Sportlich müssten die Vorzeichen am Sonnabend klar sein, denn „Schiebock“ kommt mit elf Punkten weniger auf dem Konto (sieben bei einem Spiel weniger als Chemie) sowie einem Torverhältnis von 11:20 (Chemie 17:9) nach Leutzsch. Dennoch gilt es wieder, Vorsicht walten zu lassen, um keine böse Überraschung zu erleben. Trainer Miro Jagatic weiß: „Wir dürfen keinen Millimeter nachgeben und nachlässig werden. Auch dieser Gegner kann Fußball spielen und kämpfen. Leichte Gegner gibt es in dieser Liga nicht!“ Wer den ehrgeizigen Trainer kennt, weiß, dass er seine Mannschaft richtig einstellen und heiß machen wird.

JETZT Durchklicken. Die Bilder vom 2:0-Heimsieg der Leutzscher!

Dank Treffern von Andy Wendschuch und Tomas Petracek sowie einer konzentrierten und geschlossen Mannschaftsleistung setzte sich die BSG Chemie Leipzig im heimischen AKS mit 2:0 gegen den FSV 63 Luckenwalde durch. Zur Galerie
Dank Treffern von Andy Wendschuch und Tomas Petracek sowie einer konzentrierten und geschlossen Mannschaftsleistung setzte sich die BSG Chemie Leipzig im heimischen "AKS" mit 2:0 gegen den FSV 63 Luckenwalde durch. ©

Dass bei „Schiebock“ drei gestandene Spieler wegen Gelb- und Rotsperren fehlen, dürfe man nicht zu hoch anhängen. Schließlich hat auch die BSG verletzungsbedingte Ausfälle. So fallen nach wie vor Philipp Wendt und Denny Krahl aus, zu ihnen gesellt sich nun auch Björn Nikolajewski, der wegen Leistenproblemen zwei Wochen pausieren muss. Seit dieser Woche wieder im Training stehen Manuel Wajer, Max Keßler und Pascal Pannier