17. September 2020 / 07:43 Uhr

20-Prozent-Auslastungsregel: So läuft es mit den Fans bei 96, Recken, Indians & Co.

20-Prozent-Auslastungsregel: So läuft es mit den Fans bei 96, Recken, Indians & Co.

Sportredaktion Hannover
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Die Zuschauer dürfen in die hannoverschen Stadien und Hallen zurückkehren. Allerdings nicht alle auf einmal.
Die Zuschauer dürfen in die hannoverschen Stadien und Hallen zurückkehren. Allerdings nicht alle auf einmal. © Florian Petrow
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Licht am Ende des Tunnels für die 96-Fans: Nach einer gefühlten Ewigkeit dürfen die Tribünen der HDI-Arena probeweise wieder zu 20 Prozent besetzt werden - erstmals beim Derby. Wie der Verein das regelt und wie es unter anderem Recken, Indians und Scorpions halten, beleuchtet der SPORTBUZZER.

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Fußball

Anders als in anderen Bundesländern wird der Profifußball in Niedersachsen am Wochenende noch nicht mit der 20-Prozent-Auslastungsregel starten. Politik und Gesundheitsämter brauchen noch Zeit mit den neuen Corona-Verordnungen und der Überprüfung von Hygienekonzepten – damit wird es für Hannover 96 in der HDI-Arena erst am 3. Oktober (13 Uhr) ernst, zum Derby gegen Eintracht Braunschweig.

Gewünscht hatte sich 96 die Zuschauerrückkehr ja schon zum Auftakt am Samstag gegen Karlsruhe, sauer ist der 96-Boss aber nicht über die Verzögerung: „Die Freude überwiegt deutlich“ bei Martin Kind, dass die Politik überhaupt so schnell eine einheitliche Regelung gefunden habe, „das ist eine sehr erfreuliche Entwicklung“.

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Gegen den KSC bleibt es damit bei den ursprünglichen Plänen, 500 VIP-Gäste auf die Tribüne zu lassen, organisatorisch wäre nach 96-Angaben auch kurzfristig viel mehr möglich gewesen. Kind: „Es wäre eine große Herausforderung geworden, aber wir waren vorbereitet.“

Nun hat der Klub zwei Wochen Zeit, bis zum Braunschweig-Hit alle Vorbereitungen zu treffen, bis hin zum Betrieb von Bier- und Bratwurstständen. Möglichst schnell, im Gespräch ist Freitag, sollen die knapp 20 000 Dauerkarteninhaber der vergangenen Saison eine Mail erhalten – darin gibt es alle Infos und ein Zeitfenster, in dem jeweils zwei Karten für das Derby bestellt werden können – Dauerkarten werden noch nicht verkauft.

9800 Fans sollen Platz finden, geöffnet werden Ost-, West- und Südtribüne, die Zuschauer werden einzeln oder in Zweiergruppen mit Abstand verteilt. Es werden alle Stadioneingänge geöffnet, es darf nicht gedrängelt werden, Masken müssen bis zum Platz getragen werden, Auswärtsfans sind nicht zugelassen, es herrscht Alkoholverbot. Kind wünscht sich, „dass alle Fans die Regeln beachten und Verständnis zeigen, es geht schließlich um die ganze Saison“. Die Zuschauerrückkehr ist von der Politik als sechswöchiger Probelauf angelegt, „wir müssen die Chance nutzen“.

Handball

Die Recken werden alle Bundesliga-Spiele in der ZAG-Arena bestreiten, das steht nun fest. Und sie beginnen mit immerhin 2000 Zuschauern gegen GWD Minden am 1. Oktober. Das sind die zunächst erlaubten 20 Prozent der Sitzplätze. „Das ist ein erster Schritt, aber noch weit weg von der Wirtschaftlichkeit“, sagt Recken-Geschäftsführer Eike Korsen.

Beim Test am Sonntag gegen Coburg sind nur 500 Zuschauer dabei (16.30 Uhr, Swiss-Life-Hall). Die Zuschauer werden künftig in kleinen Gruppen sitzen, es soll ein Alkoholverbot geben, die Masken dürfen erst am Platz abgelegt werden. Dauerkartenbesitzer haben ein Vorkaufsrecht, es gibt nur einen Onlineticketverkauf. Wegen der strengen Hygieneregeln sind die Spiele personalintensiv, sagt Korsen: „Aber wir haben zum Glück ein großes Team an ehrenamtlichen Helfern.“

Galopp

In dieser Saison wird sich nicht mehr viel ändern auf der Neuen Bult. Corona hat die gesamte Branche reingeritten in die roten Zahlen. Erstmals sind beim Renntag am Sonntag (12.45 Uhr) zusätzlich zu zwei Besitzern pro Pferd maximal 300 Besucher mit einer „Legitimationskarte“ erlaubt – das können Züchter, Betreuer und Pfleger sein. Daran verdient der Hannoversche Rennverein aber nichts, der Eintritt für diese Besucher (sie müssen sich per E-Mail anmelden) ist frei.

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Eishockey

Eric Haselbacher, Sportlicher Leiter der Scorpions, begrüßt die Verordnung. Es handele sich um einen Prozess, „den wir mitgehen müssen, damit irgendwann die Stadien wieder voll werden“. 3600 Zuschauer passen in die Hus-de-Groot-Eisarena, nach aktuellem Stand dürften 720 Fans kommen – wenn es für alle Sitzplätze gibt, momentan sind es aber nur 400. Da justieren die Scorpions bereits nach.

Bei den Indians passen 4608 Zuschauer ins Eisstadion am Pferdeturm. „Wichtig ist jetzt zu wissen, dass wir unsere Dauerkarteninhaber reinbekommen“, sagt Jan Roterberg, kaufmännischer Leiter, und beziffert die Anzahl auf etwa 700. Er sieht die Lage aber auch skeptisch. „Es ist nicht der große Wurf, dass wieder viele Zuschauer in die Stadien dürfen.“

Boxen

Bundesligist BSK Hannover-Seelze könnte aktuell vor 500 Zuschauern im Autohaus Schrader (Berenbostel) losschlagen. „Wir werden auf jeden Fall eine Lösung finden und ein Konzept erarbeiten“, sagt Marketingassistentin Klaudia Füllgrabe. Ohne Corona wären im Autohaus 800 Fans erlaubt, im Januar sollen wieder die Fäuste fliegen. „Das würde uns dennoch wehtun, wir sind auf jeden Zuschauer angewiesen“, sagt der BSK-Vorsitzende Arthur Mattheis.