30. Juli 2021 / 19:24 Uhr

Corona: Handball-Coach schlägt Alarm, Stadt Wolfsburg gibt Entwarnung

Corona: Handball-Coach schlägt Alarm, Stadt Wolfsburg gibt Entwarnung

Henning Kampen und Maik Schulze
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Saison-Vorbereitung: VfL-Trainer Oliver Bült (kl. B. u.) befürchtet, das seiner Handballerinnen aufgrund der hohen Corona-Zahlen in Wolfsburg nur noch eingeschränkt trainieren dürfen. Stadträtin Monika Müller (kl B. o.) gibt Entwarnung.
Saison-Vorbereitung: VfL-Trainer Oliver Bült (kl. B. u.) befürchtet, das seiner Handballerinnen aufgrund der hohen Corona-Zahlen in Wolfsburg nur noch eingeschränkt trainieren dürfen. Stadträtin Monika Müller (kl B. o.) gibt Entwarnung. © Roland Hermstein
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Aufgrund der steigenden Coronazahlen befürchteten die Drittliga-Handballerinnen des VfL Wolfsburg Einschränkungen im Trainingsbetrieb und damit eine erschwerte Vorbereitung. Stadträtin Monika Müller gibt Entwarnung, die regionalen Sportverbände beobachten die Lage.

Die Corona-Inzidenzzahl in Wolfsburg war hochgeschnellt auf über 50 - die Drittliga-Handball-Frauen des VfL Wolfsburg befürchten das Schlimmste, von Wolfsburgs Stadträtin Monika Müller gab es aber erst einmal Entwarnung. Die Hallensportverbände der Region beobachten die Lage. Ein Überblick.

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Erst das Problem mit der Halle (Umzug zu Punktspielen ins FBZ Westhagen, weil die heimische Halle die Rahmenbedingungen nicht erfüllt), jetzt die Sorge um die Inzidenz. Handball-Drittligist VfL Wolfsburg - das heimische Aushängeschild in Sachen Hallensport - fürchtet, dass es bald in Sachen Saisonvorbereitung zappenduster ist.Coach Oliver Bült: "Wir sind in der letzten Phase der Vorbereitung, müssen uns einspielen." Das sei bei Stufe drei, die Kontaktsport nur im Rahmen der Regelung ein Haushalt plus zwei Personen oder kontaktloser Sport in Gruppen (zwei Meter Abstand oder zehn Quadratmeter je Person) zulässt, schlicht unmöglich. Doch soweit muss es nicht kommen.

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Wolfsburg stand am Donnerstag in Sachen Inzidenz bundesweit auf Rang drei. Am Freitag sank die Inzidenzzahl von 57 auf 53. "Mich ärgert, dass es immer wieder Wolfsburg ist.", sagt Bült, der mit seinem Team eine Herkulesaufgabe angehen will - als krasser Außenseiter in der 3. Liga bestehen. Jetzt drohen den VfLerinnen auch noch die schlechtesten Vorbereitungsmöglichkeiten aller Drittligisten. Ein Szenario: Während in Dortmund, Hannover und Kirchhof trainiert werden kann, ruht in Wolfsburg der Ball. Wenn das so käme, wäre der deutsche Handballbund, unter dessen Dach die 3. Liga fällt, gefordert. Bült: "Ansonsten wäre das unfair." Hallensport müsse weiter möglich bleiben. "Der geht sonst kaputt", sagt der VfL-Trainer.

Stadträtin Monika Müller (Dezernentin für Soziales, Gesundheit, Klinikum und Sport) beruhigt: "Die Sportlerinnen und Sportler in Wolfsburg können sehr erleichtert sein, denn wir bleiben in der Stufe 1. Auch der Hallensport kann also wie bisher weiter durchgeführt werden. Es gab in den vergangenen Monaten nur in einem Wolfsburger Sportverein Corona, deshalb können wir mit ruhigem Gewissen so handeln. Es wäre nicht verhältnismäßig gewesen, den Sport einzuschränken. Sollte sich die die Situation ändern, könnte es sein, dass wir nachsteuern müssen und beispielsweise nur noch Genesene, Geimpfte und negativ Getestete den Mannschaftssport ausüben dürfen."

Die Verbände beobachten die Lage. Oliver Ede, stellvertretender Vorsitzender Spieltechnik Handball-Region Süd-Ost-Niedersachsen: „Wir planen zu spielen und bereiten alles vor, ob wir Anfang September anfangen können, ist noch nicht klar. Einen Plan B gibt es derzeit nicht. Wir sind noch nicht so weit, dass wir die Durchführungsbestimmungen kennen. Es kommt auch darauf an, wie verfügbar die Hallen sind. Wenn die Hallen in Wolfsburg geschlossen werden ist die Frage, ob wir den Saisonstart nach hinten verschieben oder die Saison womöglich abbrechen.“

Jörg Meyer, Sportwart für die Basketball-Region Braunschweig: „Vor Ende der Sommerferien wird keine Entscheidung getroffen, wir warten ab, wie sich die Zahlen bis dorthin entwickelt haben. Der Saisonstart ist für das erste Oktober-Wochenende geplant, sollten Spieltage ausfallen, würden wir diese ans Ende der Saison wieder anhängen.“


Lars Thiemann, Vizepräsident Spielbetrieb Nordwestdeutscher Volleyball-Verband: „Nach Ende der Sommerferien wird die Saisonplanung besprochen. Wir beobachten die Inzidenz-Zahlen, das macht uns nicht glücklich, aber im gesamten Bereich wird eher gelockert. Wir müssen uns mit dem Thema laufend beschäftigen. In den meisten Ligen beginnen wir erst im November und wir haben die Staffeln verkleinert, um freie Wochenenden zu haben. Wir werden uns gegebenenfalls damit beschäftigen müssen, dass auch Richtung Saisonstart die Zahlen hoch sein werden.“

Gerhard Henneicke, Vorsitzender Tischtennis-Regionsverband Gifhorn-Wolfsburg: Für den 4. September ist der Saisonstart geplant, aber das Präsidium des Tischtennis-Regionsverbands Gifhorn-Wolfsburg wird am 20. August tagen und festlegen, unter welchen Gesichtspunkten die Saison wieder stattfinden soll. „Sollten die Zahlen zu hoch sein, wäre es möglich, dass die Saison entfällt. Natürlich haben wir die Hoffnung, dass wir, auch bei steigenden Corona-Zahlen, unter Auflagen zumindest Einzel trainieren könnte. Da bin ich optimistisch.“