06. Mai 2020 / 10:35 Uhr

Corona-Virus: Amateurkicker in Schleswig-Holstein dürfen wieder auf den Platz

Corona-Virus: Amateurkicker in Schleswig-Holstein dürfen wieder auf den Platz

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Wann es wieder zu Zweikämpfen kommt wie zwischen Schinkels Björn Kressin (li.) und dem Wiker Fabian Großmann, ist nicht abzusehen – erlaubt sind nur Trainingsformen mit Mindestabstand.
Wann es wieder zu Zweikämpfen kommt wie zwischen Schinkels Björn Kressin (li.) und dem Wiker Fabian Großmann, ist nicht abzusehen – erlaubt sind nur Trainingsformen mit Mindestabstand. © Sönke Ehlers
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Amateurfußball: Kontaktloses Training mit Auflagen erlaubt - Unklarheiten bleiben für Jugendfußball

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Die Saison ist beendet, aber der Ball darf wieder rollen. Die per Landesverordnung seit Montag unter Bedingungen geltende Trainingserlaubnis für kontaktarme Sportarten wie Tennis, Golf und Segeln unter freiem Himmel gilt auch für den Fußball.

"Kontaktfrei" wirklich möglich?

Jugend- und Amateurmannschaften dürfen ab sofort wieder auf den Platz. Das teilte der Schleswig-Holsteinische Fußballverband (SHFV) nach Rücksprache mit dem Landessportverband Schleswig-Holstein (LSV) seinen Vereinen mit. Die reagieren unterschiedlich auf die Lockerung. Der Erlass der Landesregierung sieht für die Ausübung aller Sportarten auf öffentlichen und privaten Außensportanlagen das Prädikat „kontaktfrei“ vor, das heißt ein Mindestestabstand von 1,5 Metern zwischen den Sportlern untereinander und ihren Trainern muss gewahrt werden.

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Hygienemaßnahmen sind einzuhalten, Umkleiden, Duschen, Gemeinschaftsräume und Gastronomie müssen geschlossen bleiben. Zuschauer sind untersagt. Entgegen vieler Konzepte von Profi-Klubs, wie etwa auch beim Zweitligisten Holstein Kiel, gibt es für die Amateursportler keine Begrenzung der Gruppengröße. „Wir werden den Vereinen keine Personenzahl vorgeben“, bestätigte SHFV-Sprecher Karsten Tolle auf Nachfrage dieser Zeitung.

Bei den Kleinen schwer einzuhalten

„Das Wichtigste ist der Mindestabstand.“ Dass dieser gerade bei den ganz Kleinen nur schwer einzuhalten ist, sorgt bei manchen Vereinen für Verunsicherung. „Wir müssen sehen, ab welchem Alter das möglich ist. Ich sehe vor allem bei F- und G-Jugend Probleme“, sagte Jürgen Struthoff, Präsident des Wiker SV. Man werde sich in den kommenden Tagen mit den Jugendtrainern zusammensetzen. „Eventuell werden wir dann probeweise mit einzelnen Mannschaften sehen, was geht.“

Bei den Verbandsliga-Herren laufe momentan eine Abfrage der Spieler, ob sie einen Trainingsbetrieb unter Auflagen aufnehmen wollen. Generell gilt am Auberg: „Wir freuen uns natürlich, dass es überhaupt möglich ist, gehen aber mit Bedacht an die Sache heran.“ Die Sportliche Leitung des SHFV will in den kommenden Tagen ein erarbeitetes Konzept zur Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs unter Einhaltung der geltenden Beschränkungen an die Vereine geben. Das gelte nicht als Bedingung, sondern soll den Klubs lediglich behilflich sein.

Ein Überblick: Das ist der Status quo bei Deutschlands Landesverbänden. Stand: 21. Mai 2020.

<b>Schleswig-Holstein:</b> Ob sie sich bei ihrem Weg auf Glatteis bewegen, wird sich zeigen. Klar ist: Das Präsidium des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes (SHFV) hat beschlossen, dass die Saison 2019/2020 nicht über den 30. Juni hinaus verlängert werden soll. Stattdessen wird sie ohne weiteren Spielbetrieb auslaufen. Mit anderen Worten: Sie ist abgebrochen worden. Die Entscheidung gibt unseren Vereinen die bestmögliche Planungssicherheit, wird SHFV-Präsident Uwe Döring auf der Homepage des Verbandes zitiert.

 Am 9. Mai entschied das Präsidium schließlich, die Saison mithilfe der Quotientenregel zu werten. Es gibt zwei Auf-, aber keine Absteiger. Sollte eine Mannschaft auf den Aufstieg verzichten, erfolgt keine Weitergabe des Aufstiegsrechts. Die ausstehenden Kreispokalspiele sollen als regionale Qualifikationsrunden vor Beginn der nächsten Saison gespielt werden. Bei den Frauen und Junioren steigen hingegen jeweils nur die Staffelsieger auf, Absteiger gibt es ebenfalls nicht.  Zur Galerie
Schleswig-Holstein: Ob sie sich bei ihrem Weg auf Glatteis bewegen, wird sich zeigen. Klar ist: Das Präsidium des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes (SHFV) hat beschlossen, dass die Saison 2019/2020 nicht über den 30. Juni hinaus verlängert werden soll. Stattdessen wird sie ohne weiteren Spielbetrieb auslaufen. Mit anderen Worten: Sie ist abgebrochen worden. "Die Entscheidung gibt unseren Vereinen die bestmögliche Planungssicherheit", wird SHFV-Präsident Uwe Döring auf der Homepage des Verbandes zitiert. Am 9. Mai entschied das Präsidium schließlich, die Saison mithilfe der Quotientenregel zu werten. Es gibt zwei Auf-, aber keine Absteiger. Sollte eine Mannschaft auf den Aufstieg verzichten, erfolgt keine Weitergabe des Aufstiegsrechts. Die ausstehenden Kreispokalspiele sollen als regionale Qualifikationsrunden vor Beginn der nächsten Saison gespielt werden. Bei den Frauen und Junioren steigen hingegen jeweils nur die Staffelsieger auf, Absteiger gibt es ebenfalls nicht.  ©

"Vereine sollen sich mit ihren Gemeinden in Verbindung setzen"

Über die Haftung bei Nichteinhaltung der Hygieneregeln sagt der Verband dagegen nichts. Tolle erklärt: „Sobald ein Trainer unsicher ist, ob die Bedingungen erfüllt werden können, sollte man das Training unterlassen.“ Ein Fragezeichen ergibt sich darüber hinaus für Klubs, die auf öffentlichen Plätzen der Gemeinde oder Kommune trainieren wollen. Diese Anlagen waren bislang gesperrt.

Tolle rät: „Die Vereine sollten sich mit ihren Gemeinden in Verbindung setzen und erklären, wie sie die Hygienerichtlinien einhalten werden. Die Konzepte von DFB und SHFV können eine Hilfe sein.“

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Uneinigkeit in den Vereinen

Beim SV Tungendorf wird die Landesligamannschaft in der kommenden Woche mit dem Training beginnen, auch allen anderen – mit Ausnahme der F- und G-Jugend – soll ein Trainingsbetrieb ermöglicht werden, wenn er gewünscht ist. „Wir prüfen die Umsetzung der Hygeniekonzepte und erstellen dann einen Plan“, sagte SVT-Fußballobmann Helmut Stölting. „Um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, sollen zwischen den Trainingseinheiten einzelner Teams mindestens 30 Minuten liegen.“

Beim Oberligisten PSV Neumünster verzichtet man indes vorerst auf die Rückkehr auf den grünen Rasen. „Wir sehen unter den gegebenen Umständen aktuell keine Veranlassung, ins Training zurückzukehren. Der Spielbetrieb im Herrenfußball ruht, die Spieler genießen ihre Pause. Die Umsetzung der Hygeniekonzepte für Just-for-Fun-Übungseinheiten ist noch zu aufwändig“, erklärte PSV-Pressesprecher Andre Lüneburg.

von Niklas Schomburg, Jan-Phillip Wottge und Alexander Hahn