13. April 2021 / 18:47 Uhr

Corona-Wirbel um Weghorst: Für Wolfsburgs Manager "ist die Sache vom Tisch"

Corona-Wirbel um Weghorst: Für Wolfsburgs Manager "ist die Sache vom Tisch"

Engelbert Hensel, Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Gespräch mit dem Manager: Wout Weghorst vom VfL Wolfsburg.
Gespräch mit dem Manager: Wout Weghorst vom VfL Wolfsburg. © dpa
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Am Samstagabend hatte Wout Weghorst vom VfL Wolfsburg mit seinem TV-Auftritt für Corona-Wirbel gesorgt, am Dienstag gab es dann das von Manager Jörg Schmadtke angekündigte Gespräch mit dem Top-Torjäger.

Das erste Training nach dem Corona-Wirbel im TV am Samstagabend – Wout Weghorst präsentierte sich am Dienstagnachmittag im ersten Training nach seinem heiß diskutierten Sportstudio-Auftritt wie immer: ehrgeizig und hoch motiviert. Vor dem Start in die Trainingswoche hatte Manager Jörg Schmadtke ein Gespräch mit dem Top-Torjäger des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten geführt. Es ging um Weghorsts Auftritt im ZDF. Hintergrund ist ein bereits im Dezember von Weghorst geteilter und später wieder gelöschter Instagram-Beitrag einer Impfgegnerin, von dem er sich am Samstag auch auf Nachfrage inhaltlich nicht distanziert hatte.

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Schmadtke hatte daraufhin angekündigt, mit Weghorst reden zu wollen. Der Manager betonte am Sonntag, er habe kein Problem damit, wenn sich jemand mit Nachrichten allgemein kritisch auseinandersetze. "Aber wenn es darum geht zu sagen, ich stelle in Abrede, dass es Corona überhaupt gibt, dann sage ich: Das hat nichts mit einer Meinung zu tun, sondern ist eine Verklärung der Tatsachen. Denn es ist eine Tatsache, dass uns diese Pandemie seit 14 Monaten beschäftigt", so der 57-Jährige, der sich selbst gerade erst von einer Covid-Infektion erholt hat.

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Nun gab es das Gespräch. „Wir haben darüber gesprochen, alles gut – und Feierabend“, so der Manager in seiner manchmal sehr direkten Art und Weise. „Wout wird noch etwas dazu veröffentlichen und wird versuchen, aus seiner Sicht klarzustellen, worum es ging und worum es ihm nicht ging.“ Ob Weghorst das in einem Post oder in einem Video macht, stehe noch nicht genau fest. Schmadtke: „Wout wird sich etwas einfallen lassen." Weghorst möchte sich damit klar positionieren und zeigen, dass er kein Corona-Leugner oder -Verharmloser ist. Der Manager betont: "Für mich ist die Sache vom Tisch.“

Weghorst hatte im Dezember des vergangenen Jahres einen fragwürdigen Corona-Post einer amerikanischen Impfgegnerin geteilt – und ihn später gelöscht. Im Netz hatte er dafür heftigen Gegenwind hinnehmen müssen. Weghorst war im Sportstudio erneut mit diesem Post konfrontiert worden – und der 28-Jährige ließ eine große Chance ungenutzt, sich davon zu distanzieren. Er habe keinem „damit schaden wollen. Ich habe mich bei den Leuten entschuldigt, die das vielleicht falsch aufgenommen haben. So habe ich das absolut nicht gemeint. Es ist ein wichtiges und sensibles Thema“, sagte er einerseits. Weghorst hatte unter anderem ein Bild gepostet mit den Worten: „Stell dir vor, es gibt einen Impfstoff, der so sicher ist, dass du bedroht werden musst, ihn zu nehmen - für eine Krankheit, die so tödlich ist, dass man getestet werden muss, um zu wissen, dass man sie hat.“ Darunter forderte er die Menschen auf, sich selbst zu informieren.

Auf die Frage, ob er immer noch zu diesen Inhalten stehe, meinte der Wolfsburger: Er habe für sich selber eine Entscheidung getroffen, „nicht nur für mich, auch für meine Familie, meine Kinder, meine Freundin“. Es gehe ihm darum, dass jeder für sich die richtige Entscheidung treffe, betonte der VfL-Profi. „Ich habe für mein Gefühl die beste Entscheidung getroffen.“ Welche dies ist, ließ der VfL-Star jedoch offen. Danach war viel auf ihn eingeprasselt. In den sozialen Netzwerken wurde der 18-Tore-Mann unter anderem als "Corona-Verharmloser", "Verschwörungsdulli" und "Covidiot" betitelt.

Mehmedi trainiert wieder mit, ein Trio fehlt

Erfreuliche Nachrichten gab's am Dienstag auch vom Trainingsplatz: VfL-Spielmacher Admir Mehmedi übte wieder mit, nachdem der Schweizer zuletzt wegen einer Wadenverletzung, die er sich bei der Nationalmannschaft zugezogen hatten, kürzertreten musste. Der Offensivmann absolvierte das komplette Programm.


Drei Wolfsburger waren allerdings nicht mit draußen. Torhüter Koen Casteels trainierte individuell, bei ihm ist es aber nichts Schlimmeres, er klagte über leichte Schmerzen im Fuß. Ebenfalls nicht mit dabei war der Kapitän. Josuha Guilavogui war in der vergangenen Woche beim Training weggerutscht und verspürte anschließend ein Ziehen im Adduktorenbereich. Mit diesen Schmerzen hat der Franzose nach wie vor zu kämpfen, so dass er am Dienstag mit dem Training aussetzte. Zudem fehlte Flügelspieler Renato Steffen (schwere Bandverletzung).