27. März 2020 / 12:12 Uhr

Corona: Wird dem VfL Wolfsburg das Kleingruppen-Training verboten?

Corona: Wird dem VfL Wolfsburg das Kleingruppen-Training verboten?

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Oliver Glasner lässt beim VfL weiter in Kleingruppen trainieren
Oliver Glasner lässt beim VfL weiter in Kleingruppen trainieren
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Beim VfL Wolfsburg und beim FC Augsburg wird in dieser Woche in Kleingruppen trainiert - ist das in Ordnung? Nach mehreren Medienberichten hat die DFL die Bundesliga-Klubs dazu aufgefordert, weiter nur individuell zu trainieren. Der VfL hält dennoch an seinen Trainingsplänen fest.

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Bei den meisten Klubs der Bundesliga trainieren die Spieler wegen der Corona-Pandemie weiter nur individuell daheim, beim VfL Wolfsburg wird seit Montag in Kleingruppen in der VW-Arena trainiert. Die DFL ist offenbar bemüht, einheitliche Regelungen zum Trainingsbetrieb für alle Klubs zu finden. Es gibt ein Schreiben des DFL-Präsidiums an die Vereine, in dem empfohlen wird, bis zum 5. April nur individuell trainieren zu lassen und frühestens am 12. April wieder normale Einheiten zu absolvieren.

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Ist das ein Verbot des Kleingruppen-Trainings in Wolfsburg? Nein, sagt der VfL. Sportdirektor Marcel Schäfer hatte bereits am Mittwoch gegenüber dem SPORTBUZZER klar gestellt, dass es sich beim Trainingsprogramm der VfLer nicht um Mannschaftstraining handelt und dass trotz vorhandener Ausnahmegenehmigung erst einmal nicht auf dem Platz trainiert wird. "Wir arbeiten nicht mit dem Ball auf dem Platz", ergänzte Schäfer jetzt, "sondern ausschließlich in Kleingruppen mit jeweils fünf Spielern mit dem nötigen Abstand, beispielsweise auf Ergometern und im Kraftraum."

So läuft beim VfL das Training mit Abstand

Koordinationstraining im Kraftraum: John-Anthony Brooks. Zur Galerie
Koordinationstraining im Kraftraum: John-Anthony Brooks. ©

Glasner: "Werden uns weiter an die Vorgaben halten"

Wirklich verbieten kann die DFL den Klubs ihre Trainingsabläufe ohnehin nicht - sie kann nur Empfehlungen aussprechen. Auch für Wolfsburgs Trainer Oliver Glasner ist klar, dass sich die DFL-Empfehlung vor allen auf Mannschaftstraining auf dem Platz bezieht. "Nach dem Schreiben der DFL soll bis zum 5. April kein Mannschaftstraining stattfinden", sagt er. Daran halte man sich auch in Wolfsburg, etwas anderes war auch nie geplant. Glasner: "Wir befolgen die Vorgaben der Politik und alle Vorgaben der DFL. Sollte sich da etwas ändern, ändern wir das auch." Aktuell werde man "weiter in Kleingruppen trainieren und wir werden uns weiter an alle Vorgaben halten". An Training auf dem Platz denke man darum beim VfL auch frühestens zum 6. April - und auch das nur in Gruppen.

Generell sei es gut, dass sich die DFL um Einheitlichkeit bemüht. Glasner: "ich habe zuletzt oft das Wort Solidarität gelesen – und ess ist ja auch ein Zeichen der Solidarität, wenn sich die DFL, die Vereinigung der ersten beiden Ligen in Deutschland, zu so etwas verständigt. Das ist gelebte Solidarität.“

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Thomas Röttgermann, Ex-VfL-Geschäftsführer und Vorstandsboss von Fortuna Düsseldorf, hatte im Express in dieser Woche gemahnt: „Der VfL Wolfsburg konnte in Gruppen trainieren und hat eine, sozusagen, Ausnahmegenehmigung erhalten, weil er in Niedersachsen beheimatet ist. Wir müssen so schnell wie möglich Gespräche mit der politischen Spitze führen, welche Ausnahmekonstellationen es geben kann. Wenn es keine gibt, ist es auch okay, das muss dann aber für alle Vereine gelten.“