12. März 2020 / 12:09 Uhr

Coronavirus-Fall Hübers: 96-Profi hat sich Northeim-Spiel angeschaut

Coronavirus-Fall Hübers: 96-Profi hat sich Northeim-Spiel angeschaut

Eduard Warda
Göttinger Tageblatt
<b>Timo Hübers:</b> Die Vertragsverlängerung mit Timo Hübers soll zeitnah bekanntgegeben werden. Der 21-Jährige lässt sich fast als Neuzugang verbuchen: Hübers sprang in der Rückrunde für den verletzten Waldemar Anton ein und machte seine Sache sehr gut. „Er hat seine Chance genutzt“, sagt Breitenreiter. Während der letzte Vertrag bis 2019 lief – Hübers also im nächsten Sommer ablösefrei gewesen wäre – gilt der neue Kontrakt bis 2021. Die Verlängerung könnte zur Folge haben, dass 96 keinen weiteren Innenverteidiger verpflichtet.
Timo Hübers von Hannover 96 (l.) hat sich das Spiel der Northeimer Eintracht in Hildesheim angeschaut. © Sielski-Press
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Fußball-Oberliga: Eintracht befragt Fans, die Team zur Partie nach Hildesheim begleitet haben

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96-Profi Timo Hübers ist Deutschlands erster Corona-Fall im Profifußball - und auch Oberligist Eintracht Northeim ist davon betroffen: Hübers hat sich am vergangenen Sonntag zusammen mit seinem Vater und 1300 weiteren Zuschauern im Hildesheimer Friedrich-Ebert-Stadion das Oberligaspiel des VfV Hildesheim gegen Northeim angeschaut. Die Eintracht nahm nach Bekanntwerden des Falles am Mittwoch Kontakt mit sämtlichen Eintracht-Fans auf, die mitgereist waren.

Rund 40 Eintracht-Anhänger hatten sich mit auf den Weg nach Hildesheim gemacht, berichtet Eintracht-Pressesprecher Moritz Braukmüller. "Wir haben alle angeschrieben, die mit in Hildesheim waren, und sie gefragt, ob sie Kontakt hatten oder weniger als fünf Meter dran waren." Außerdem wurden Mails an Trainer, Spieler und Betreuer geschrieben. Resultat: vorläufige Entwarnung.

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Darüber hinaus laufe bei Northeim eine Abfrage innerhalb des Vereins, ob Eintracht-Spieler in Kontakt getreten sind mit Touristen, die im sogenannten Risikogebiet, also beispielsweise Norditalien, Urlaub gemacht haben. Sollte dies der Fall sein, werde der betreffende Akteur für zwei Wochen vom Trainingsbetrieb ausgeschlossen. "Bisher haben wir noch keinen Fall, aber wir sind auf jeden Fall darauf vorbereitet", teilt Braukmüller mit.

In dieser Hinsicht ist das Heimspiel am Sonntag um 14 Uhr gegen den MTV Gifhorn aktuell zwar nicht gefährdet, sollte jedoch ein Eintracht-Akteur Kontakt mit einem Italien-Touristen gehabt habe, würde die Partie wahrscheinlich abgesagt werden. "Als wir aus der Zeitung von Hübers erfahren haben, dachten wir uns: Welcher Kelch geht in dieser Saison nicht an uns vorüber?", sagt Braunkmüller. Nach der sportlichen Misere, dem Verlust des Hauptsponsors, dem Trainerwechsel nun auch noch das: "Wir spielen in Hildesheim, und der erste deutsche Corona-Fall im Profifußball ist im Stadion: Wer will uns denn dieses Jahr verarschen?", hätten sich die Northeimer Verantwortlichen gedacht.

Im Übrigen gilt aber auch bei der Eintracht: Panik machen gilt nicht! "Für das Spiel gegen Gifhorn lassen wir nicht mehr als 900 Leute rein", bekräftigt Braukmüller wohlweislich, dass zu den Northeimer Heimspielen in der Regel weniger als 500 Zuschauer kommen. Weiterer Sicherheitsaspekt: "Wir bevorzugen Raumdeckung und nicht Manndeckung."