17. Juli 2020 / 14:21 Uhr

Coronazeit von jungen Ringerinnen in Luckenwalde gut gemeistert

Coronazeit von jungen Ringerinnen in Luckenwalde gut gemeistert

Sport Lucki
Märkische Allgemeine Zeitung
Die LSC-Mädchen dürfen wieder auf der Matte ringerspezifisch trainieren.
Die LSC-Mädchen dürfen wieder auf der Matte ringerspezifisch trainieren. © Frank Neßler
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Ringen: Zuwachs trotz Pandemie-bedingter Einschränkungen für die Mädchentrainingsgruppe des 1. Luckenwalder SC.

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Vor gut einem Jahr wurde eine Mädchentrainingsgruppe im Ringen beim 1. Luckenwalder SC gebildet. Zwölf Monate später wird eine erste Bilanz gezogen. Die fällt positiv aus, auch wenn das Coronavirus so manche Einschränkung in den zurückliegenden Monaten mit sich brachte. Seit Mitte März durften die jungen Sportlerinnen nicht mehr den Mattensaal im Luckenwalder Sportkomplex in der Mozartstraße betreten. „Die Mädchen haben in der Zeit vor Corona zwei Wettkämpfe bestritten“, erklärt Ulrich Franke, der im LSC-Vorstand für das Projekt zuständig ist, „wie sich die Sportlerinnen dabei präsentiert haben, damit waren wir sehr zufrieden. Sie sind über sich hinausgewachsen und haben großen Kampfgeist bewiesen.“

Dann kam das Coronavirus. An Ringertraining war nicht mehr zu denken und Turniere gab es auch keine mehr. „Eine schwierige Zeit“, sagt Franke. Nach dem Lockdown hieß es zunächst Homeoffice für die sportlich Verantwortlichen und ihre Schützlinge. „Wir mussten uns Alternativen zum Mattentraining einfallen lassen“, erinnert sich Trainerin Annika Grüßner. Die Lust am Sport haben sich die LSC-Mädchen und ihre Eltern durch das Virus jedoch nicht nehmen lassen. „Es war spannend und teilweise lustig“, beschreibt Franke diese Zeit, „fast alle Eltern haben mitgemacht und dabei geholfen, die sportlichen Aufgaben umzusetzen.“

Mehr Sport aus der Region

Es folgten die ersten Lockerungen. Die LSC-Mädchen trainierten gemeinsam outdoor an der Luckenwalder Ringerhalle. Sie hielten sich mit allgemeinen Übungen fit. Ringerspezifisch durften die Einheiten jedoch weiterhin nicht sein. Kontaktlos musste das Training der Kampfsportlerinnen bleiben. „Nicht ganz einfach, aber es hat funktioniert“, sagt Franke.

Seit Donnerstag dieser Woche dürfen die LSC-Mädchen nun wieder auf der Matte und mit Kontakt trainieren. Im letzten Quartal 2020 soll ihre Landesmeisterschaft ausgetragen werden. So sieht es jedenfalls der aktualisierte Wettkampfkalender des Ringerverbandes Brandenburg (RVB) vor. „Unsere Mädchen haben damit wieder ein Ziel“, freut sich Franke. Vor den Landesmeisterschaften könnte es noch die eine oder andere gemeinsame Trainingseinheit mit jungen Ringern aus Berlin oder Frankfurt/Oder geben. Am Donnerstag trainierten die LSC-Mädchen aus der 1. bis zur 6. Klasse schonmal gemeinsam mit einigen gleichaltrigen Luckenwalder Jungen. „Wir müssen zunächst wieder reinkommen ins Techniktraining“, sagt Annika Grüßner.

In Bildern: Die Brandenburger "Bilder der Woche" der Saison 2019/20.

Die Brandenburger Bilder der Woche der Saison 2019/20. Zur Galerie
Die Brandenburger "Bilder der Woche" der Saison 2019/20. ©

Sie war es, die die Idee für die Mädchentrainingsgruppe hatte. Grüßner, die unter ihrem Mädchennamen Hofmann selbst nationale und internationale Erfolge auf der Ringermatte feierte, wollte ihre Erfahrungen an den Nachwuchs weitergeben. Beim Luckenwalder SC freute man sich über das Engagement. Die Mädchentrainingsgruppe wurde gebildet. Nach ersten Kennenlern-Einheiten im Juli des Vorjahres wurde Anfang August 2019 der Regeltrainingsbetrieb in der Ringerhalle aufgenommen.

Trotz Corona ist die Zahl der jungen Sportlerinnen in der Gruppe seitdem gestiegen. Vor einem Jahr mit elf Mädchen gestartet, sind es derzeit 16. Damit ist ein erstes Ziel des Projektes erreicht worden: Mädchen aus der Region sollen für das Ringen begeistert werden.

Auch Perspektiven für das Projekt sind vorhanden. „Wir haben zwei Lehrerstellen genehmigt bekommen“, erklärt Ulrich Franke, „die jungen Leute werden jetzt mit einsteigen.“ Steven Müller und Alexander Röll, beide selbst mit dem Ringkampfsport groß geworden, stehen als Lehrertrainer für die 7. bis 10. Klassen an der Jahn-Oberschule mit Sportbetonung zur Verfügung. „Es ist für uns Motivation, dass wir junge Mädchen ins Ringertraining bringen, um sie später einmal in Luckenwalde einschulen zu können. Besonders großen Talenten steht dann nach der 10. Klasse der Weg an die Sportschule nach Frankfurt/Oder offen“, sagt Franke.