24. November 2022 / 20:09 Uhr

Rekord-Tor und Tränen im ersten Spiel als Vereinsloser: So führte Superstar Ronaldo Portugal zum WM-Auftaktsieg

Rekord-Tor und Tränen im ersten Spiel als Vereinsloser: So führte Superstar Ronaldo Portugal zum WM-Auftaktsieg

Hendrik Buchheister
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Cristiano Ronaldo steuerte beim Portugal-Sieg gegen Ghana einen Treffer bei.
Cristiano Ronaldo steuerte beim Portugal-Sieg gegen Ghana einen Treffer bei. © IMAGO/PanoramiC (Montage)
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Er kann es immer noch: Auch dank Cristiano Ronaldo hat die portugiesische Elf ihr WM-Auftaktspiel gegen Ghana gewonnen. Der SPORTBUZZER hat den vereinslosen Megastar über die kompletten 90 Minuten beobachtet.

Liebe ist manchmal nicht nur zu fühlen, sondern auch zu hören. Als vor Portugals 3:2-Sieg im ersten WM-Gruppenspiel gegen Ghana die Aufstellung über die Lautsprecheranlage im Stadium 974 durchgegeben wurde, jubelten die portugiesischen Fans am lautesten beim Namen des Kapitäns. Sie jubelten am lautesten für Cristiano Ronaldo – trotz allem.

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37 Jahre alt ist der fünfmalige Weltfußballer mittlerweile, sein Einfluss auf der internationalen Fußballbühne schwindet, das Ende seiner Karriere naht. Wie weit er tatsächlich noch vom Ruhestand entfernt ist, wird sich zeigen, fest steht allerdings, dass er sich schwer damit tut, den eigenen Verfall zu akzeptieren. In einem Interview beschwerte er sich gerade über sein Reservistendasein bei Manchester United. Der Verein und dessen neuer Trainer Erik ten Hag hätten ihn betrogen, klagte Ronaldo.

Als Konsequenz löste Englands Rekordmeister den Vertrag mit dem Portugiesen Anfang der Woche auf. Cristiano Ronaldo, einer der größten Fußballer der Geschichte, ist also offiziell vereinslos. Erst mal ist ohnehin WM, und dort bittet Ronaldo bei seiner fünften und letzten Teilnahme genau wie Lionel Messi zum finalen Tanz. Nach dem EM-Titel 2016 strebt er in Katar die ultimative Krönung an.

Plötzlich bebt wegen Ronaldo das Stadion

Portugal gehört zum erweiterten Favoritenkreis, und der Sieg gegen Ghana war auch Ronaldos Werk – er erzielte das 1:0 und ist damit der erste Spieler mit Toren bei fünf Weltmeisterschaften. Nach einer Stunde ging er im Strafraum ziemlich leicht zu Boden, es gab Elfmeter, und natürlich trat Ronaldo selbst an. Er blies die Backen auf, nahm tippelnd Anlauf und setzte den Ball sicher ins Netz. Bei seinem "Siuuuuuuuu!"-Jubel bebte der Beton des Stadions. Seine Mitspieler schlossen ihn in einer Jubeltraube ein und zeigten damit: Er ist und bleibt einer von uns. "Das war ein wunderschöner Moment. Meine fünfte WM, wir haben gewonnen. Das war sehr wichtig. Der Weltrekord ist etwas, was mich sehr stolz macht", sagte Ronaldo nach dem Spiel.

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Allerdings war es ein zweifelhafter Elfer. Ghana-Trainer Otto Addo bezeichnete den Ronaldo-Strafstoß nach Abpfiff als “Geschenk” und wütete: “Wahnsinn, dass sich der VAR das nicht nochmal ansieht.”

Schon der Beginn der Partie war emotional für Ronaldo. Bei der Nationalhymne waren Tränen in seinen Augen zu erkennen. Nach zehn Minuten tauchte er zum ersten Mal vor dem Tor auf. Nach einem starken Pass durch die Mitte versprang ihm aber der Ball. Kurz danach stieg Ronaldo nach einer Flanke von Raphaël Guerreiro gefühlt zwei Meter in die Luft, eine Szene wie aus seinen besten Tagen. Allerdings köpfte er den Ball knapp am Ziel vorbei. Nach einer halben Stunde traf Ronaldo. Allerdings zählte das Tor nicht, weil er vorher seinen Gegenspieler Alexander Djiku regelwidrig aus dem Weg geschoben hatte.

Ronaldo hat immer noch eine besondere Gabe

Ronaldo spielte als einzige echte Spitze und nahm sich die typischen Freiheiten. Wenn Portugal im Rückwärtsgang war, trabte er höchstens gemächlich zurück in Richtung der eigenen Hälfte. Trotzdem: Immer, wenn der fünfmalige Weltfußballer in Ballnähe war, wurde es laut. Er hat immer noch die Gabe, das Publikum in Aufregung zu versetzen. Er ist immer noch ein Superstar, größer als das Leben selbst. Dabei funktionieren längst nicht mehr alle seiner Kunststücke. In der 55. Minute bekam Ronaldo links im Strafraum den Ball, Übersteiger, noch ein Übersteiger – dann wurde seine Flanke geblockt.

Mit seinem Elfmetertor brachte er Portugal auf Kurs zum Sieg. Die Zuschauer sangen seinen Namen. Die Ghanaer wollten sich aber nicht mit der Rolle als Nebendarsteller bei der Ronaldo-Show abfinden und kamen in der 73. Minuten zum Ausgleich durch André Ayew. Mit Portugals weiteren Toren hatte Ronaldo nichts zu tun. Erst traf João Felix in der 78. Minute nach einem Steilpass von Bruno Fernandes, dann in der 80. Minute der gerade erst eingewechselte Rafael Leão – nach einem starken Lauf von Fernandes. Ghanas Anschlusstreffer durch Osman Bukari in der 89. Minute erlebte Ronaldo von der Bank nach seiner Auswechselung kurz zuvor. Er hatte seinen Teil zu Portugals gelungenem WM-Start beigetragen.

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