07. August 2020 / 11:00 Uhr

Curva 69 Potsdam: Elegant auf Sand

Curva 69 Potsdam: Elegant auf Sand

Stephan Henke
Märkische Allgemeine Zeitung
Johannes Schlaugat (Nr. 9) beim Seitfallzieher.
Johannes Schlaugat (Nr. 9) beim Seitfallzieher. © Privat
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Beachsoccer: Der Verein Curva 69 Potsdam nimmt ab dem Wochenende an der Beachsoccer-Meisterschaft in Düsseldorf teil.

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Eine der Königsdisziplinen des Beachsoccers musste sich Johannes Schlaugat erst antrainieren. „Am Anfang konnten wir alle keine Fallrückzieher. Aber wenn man das übt, dann lernt man das relativ schnell und es macht Spaß“, erzählt der Fußballer. Der 30-Jährige ist Gründungsmitglied des Beachsoccer-Vereins Curva 69 Potsdam, mit dem er ab dem Wochenende zum zweiten Mal an der deutschen Meisterschaft teilnimmt.

Das ist deshalb bemerkenswert, weil der Verein erst 2019 gegründet wurde und die Freunde kaum Zeit für ein gemeinsames Training haben. „Letzte Saison haben wir wirklich gar nicht auf Sand trainiert, nur ein paar von uns haben in ihren anderen Vereinen auf Rasen gespielt. Dieses Jahr haben die vier, fünf Potsdamer und Berliner einen versteckten Beachvolleyballplatz am Westkreuz gefunden. Aber als gesamtes Team können wir nie trainieren, das ist natürlich ein Nachteil“, erzählt Schlaugat, dessen Teamkollegen unter anderem in Greifswald oder Ingolstadt wohnen.

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Trotzdem reichte es in der Premierensaison 2019 für den zehnten Platz von 14 Mannschaften. „Das war ein Riesenerfolg als Neuling“, erzählt der Angreifer. In diesem Jahr finden die Ligaspiele coronabedingt an drei Wochenenden in Düsseldorf statt, das Final-Four-Turnier ist für Ende September in Warnemünde angesetzt.

Für sein Studium kam Schlaugat einst nach Potsdam, schloss sich Grün-Weiß Golm an und wurde 2017 unter anderem Meister in der Kreisoberliga Havelland. Eine Spielzeit lief er auch für die Reserve des SV Babelsberg 03 auf. Nebenbei spielte er mit alten Schulfreunden aus der Nähe von Magdeburg immer wieder bei Rasen-Freizeitturnieren unter dem Namen „Curva 69“, ein Name, der schon zu Jugendzeiten der Spieler entstand und an das italienischen Wort für Fankurve angelehnt ist. „Irgendwann haben wir bei einem Beachsoccer-Turnier im Tropical Islands teilgenommen und gleich gewonnen“, erzählt Schlaugat. „Am Anfang ist das schon eine extrem große Umstellung, es ist ein ganz anderes Spiel, weil der Ball kaum am Boden ist. Da ist eine gute Technik von Nöten, da sind wir auch etwas im Nachteil. Und auch die Physis ist eine ganz andere. Zwei, drei Sprints auf Sand, dann kann man sich schon fast auswechseln lassen“, erzählt Schlaugat.

In Bildern: Babelsberg 03 gewinnt mit 7:0 bei Grün-Weiß Golm

Der SV Babelsberg 03 (rote Trikots) gewinnt mit 7:0 (1:0) bei Grün-Weiß Golm. Für den Kiezklub trafen neben Daniel Frahn, der drei Mal erfolgreich war (12., 48., 79.) und Fabrice Montcheu (61., 87.), auch die beiden Youngster Franz Bobkiewicz (74.) und Manuel Härtel (88.). Zur Galerie
Der SV Babelsberg 03 (rote Trikots) gewinnt mit 7:0 (1:0) bei Grün-Weiß Golm. Für den Kiezklub trafen neben Daniel Frahn, der drei Mal erfolgreich war (12., 48., 79.) und Fabrice Montcheu (61., 87.), auch die beiden Youngster Franz Bobkiewicz (74.) und Manuel Härtel (88.). © Marius Böttcher

Über den Gewinn der Nordostdeutschen Meisterschaft qualifizierte sich das Team für die DFB-Beachsoccer-Tour – und gewann 2018 das Turnier am Strand von Zinnowitz. „Daraufhin hat uns der DFB angesprochen, ob Interesse besteht, in der ersten Liga mitzuspielen. Am Anfang waren wir nicht so sicher, weil man das alles erst mal stemmen muss, aber wir haben uns glücklicherweise durchgerungen“, sagt er. Um an der Liga teilnehmen zu können, gründeten die Kumpels um den Potsdamer Sebastian Marx – zugleich Vorsitzender – den Verein. Der hat inzwischen mit Matthias Baasch und Lukas Felderhoff sogar zwei Beachsoccer-Nationalspieler.