18. Januar 2021 / 10:49 Uhr

Cyrklaff, Schultz, Winkler: Dass sind die Kandidaten für den Chefposten im NOFV

Cyrklaff, Schultz, Winkler: Dass sind die Kandidaten für den Chefposten im NOFV

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Jens Cyrklaff, Bernd Schultz und Hermann Winkler bewerben sich um das Amt des NOF-Präsidenten.
Jens Cyrklaff, Bernd Schultz und Hermann Winkler bewerben sich um das Amt des NOF-Präsidenten. © LVZ-Archiv
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Am Donnerstag wird ein neuer Präsident des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes bestimmt. Drei Kandidaten stehen für die Nachfolge des verstorbenen Erwin Bugar bereit. Wer auch immer die Nase vorn hat, wird allerdings zunächst nur bis zum ordentlichen Wahlkongress im kommenden Jahr amtieren.

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Leipzig/Berlin. Gleich drei Fußballfunktionäre wollen an die Spitze des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes. Neben den derzeit interimsmäßig amtierenden Bernd Schultz (Berlin) und Hermann Winkler (Sachsen) kandidiert auch NOFV-Schatzmeister Jens Cyrklaff (Brandenburg). Der bis zum ordentlichen Wahlkongress 2022 amtierende Nachfolger des verstorbenen Erwin Bugar wird am Donnerstag vom NOFV-Präsidium sowie den Ausschussvorsitzenden bestimmt.

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Der Überraschungskandidat: Jens Cyrklaff

Unerwartet hat Jens Cyrklaff seine Kandidatur für die Nachfolge von Erwin Bugar bekanntgegeben. Eine Woche, nachdem Schultz und Winkler ihre Bewerbung auf den Posten des kommissarischen Präsidenten publik gemacht hatten, zog Cyrklaff nach. „Ich bin kein Gegenkandidat, sondern sehe die Kandidatur als Zeichen meiner Bereitschaft an, wenn es der Wunsch der Entscheidungsträger sein sollte. Ich traue mir das Amt zu“, sagte der 56-Jährige.

Cyrklaff, in der Finanzverwaltung des Landes Brandenburg beschäftigt, hat in seiner rund 30 Jahre dauernden Karriere als Schiedsrichter „gefühlt 2000 Spiele“ geleitet und war auch als Schiedsrichterassistent in der 2. Liga tätig. Seit Mitte der 1990er Jahre übernahm er daneben noch die Finanzen im Schiedsrichterwesen im Fußball-Verband Brandenburg (FVB). Zur Jahrtausendwende wurde er Schatzmeister im FVB, vier Jahre später kam noch die gleiche Position im NOFV dazu. Seit 2018 hat Cyrklaff die Finanzen im Landesverband abgegeben und sich auf den NOFV konzentriert.

Nach dem Ende seiner Schiedsrichterlaufbahn 2011 ist Cyrklaff, der nach seiner Karriere „als erfolgloser Fußballer“ zu den Unparteiischen stieß, auch als Schiedsrichterbeobachter unterwegs.

Der Etablierte Bernd Schultz

Der 63 Jahre alte Verwaltungsbeamte der Polizei steht dem Berliner Fußball-Verband (BFV) seit September 2004 als Nachfolger von Präsident Otto Höhne vor. Allerdings ist seit über einem Jahr die Stimmung innerhalb des Präsidium vergiftet, was auch einige Rücktritte von zum Teil langjährigen und verdienten Präsidiumsmitgliedern nach sich zog.

Schultz ist trotzdem nicht amtsmüde und will bei den im Frühjahr stattfindenden Präsidiums-Wahlen des BFV mit einer neuen Mannschaft erneut kandidieren - dann auch als zeitgleicher Präsident des NOFV. „Das ist alles eine Frage eine ausgeklügelten Zeitmanagements. Die doppelte Beanspruchung kann man sicher nicht immer bewältigen, aber über einen überschaubaren Zeitraum ist das möglich“, sagte Schultz.

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Für den ehemaligen ersten Vorsitzenden von BFC Alemannia 90, dem Nachfolgeverein des früheren Zweitligisten Wacker 04, ist das Rennen um die Nachfolge des verstorbenen Erwin Bugar offen. „Schwierig bei drei Kandidaten den Sieger vorauszusagen, das war es schon bei zwei Kandidaten. Ich vermag es nicht einzuschätzen, ich lasse mich überraschen“, so Schultz.

Der Favorit: Hermann Winkler

Mit Ehrenämtern kennt sich Hermann Winkler aus. Der 57-jährige Diplom-Ingenieur war von 1988 bis 2004 Präsident des Landessportbundes Sachsen (LSB), seit 2016 steht er dem Sächsischen Fußball-Verband (SFV) vor. Zuhause war Winkler lange Zeit in der Politik. Von 2004 bis 2007 war er Staatsminister und Chef der Staatskanzlei in Sachsen, von 2009 an für zehn Jahre Mitglied des Europa-Parlaments in Brüssel.

Durch seine vielen Funktionen ist Winkler, der jetzt als selbstständiger Berater für verschiedene Firmen tätig ist, sehr gut in Politik, Wirtschaft und Sport vernetzt. Der Grimmaer ist geradlinig und direkt, kritisiert, wo es etwas zu kritisieren gibt, gerne und immer wieder auch in Richtung DFB.

„Ich finde es wichtig, dass unser NOFV mit seiner Bedeutung und auch mit seinen Besonderheiten eine starke Stimme zur Interessenvertretung gerade in dieser schwierigen Zeit braucht“, begründete Winkler seine Bewerbung. Wichtig sei ihm der Zusammenhalt Haupt- und Ehrenamt, sagte Winkler zu Jahresbeginn. Das Amt als SFV-Präsident würde Winkler bei einer Wahl zum NOFV-Präsidenten zumindest für ein Jahr weiter behalten.

Gerald Fritsche / Thomas Flehmer (dpa)