28. September 2019 / 10:21 Uhr

"Da passt momentan einfach alles": Die Recken können jeden schlagen

"Da passt momentan einfach alles": Die Recken können jeden schlagen

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Unglaublich! Die Recken gewinnen gegen den Meister SG Flendburg-Handewitt nach starkem Endspurt. Entsprechend groß ist der Jubel.
Unglaublich! Die Recken gewinnen gegen den Meister SG Flendburg-Handewitt nach starkem Endspurt. Entsprechend groß ist der Jubel. © Florian Petrow
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Nach dem sensationellen Sieg gegen die Flensburger ist die TSV Hannover-Burgdorf im Dauerjubel-Modus. Doch die nächste schwere Aufgabe wartet: Am Donnerstag (17 Uhr) steht das Achtelfinale im DHB-Pokal an - ausgerechnet in Flensburg. 

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Auch beim Jubeln waren die Recken nicht zu stoppen. Nach dem 23:22-Erfolg über den Meister stürmte Kapitän Fabian Böhm Richtung Kabine und traf auf Trainer Carlos Ortega, der schnell zu einem weiteren Interview musste. Beide prallten heftig aufeinander, hielten sich kurz fest und lachten. Auf dem Feld wäre wohl Stürmerfoul gegen Böhm gepfiffen worden, der Nationalspieler stand noch total unter Strom nach dem überraschenden Sieg gegen den SG Flensburg-Handewitt. „Jetzt soll doch erst einmal einer kommen, der uns schlägt. Wir haben gezeigt, dass wir es mit den Großen aufnehmen können“, sagte Böhm fast ein wenig trotzig.

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Bilder vom Spiel der Handball-Bundesliga zwischen der TSV Hannover-Burgdorf und SG Flensburg-Handewitt

Ivan Martinovic schreit seine ganze Freude heraus. Zur Galerie
Ivan Martinovic schreit seine ganze Freude heraus. ©

"Jeder ist wichtig und kann in die Bresche springen"

Der Recken-Spielführer war zuvor darauf angesprochen worden, wie er sich den Coup gegen Flensburg erklären könne, da Spielmacher Morten Olsen (ein verwandelter Siebenmeter) und Timo Kastening (blieb ohne Treffer) erstmals schwach spielten. „Das klingt ja so, als würden die anderen 14 Mann nicht zur Mannschaft gehören. Aber das macht uns doch gerade so stark. Jeder ist wichtig und kann in die Bresche springen, wenn er gebraucht wird“, so Böhm.

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"Man sieht überall nur frohe Gesichter"

Ein sehr gutes Beispiel dafür war Mait Patrail, der nicht nur in der hervorragenden Abwehr hinlangte, sondern in der Schlussphase auch vorn im linken Rückraum spielte, gute Pässe gab und drei Tore warf. „Mir fehlen die Worte. Wenn man zehn Minuten vor Spielende mit vier Toren gegen den Meister hinten liegt und am Ende dieses Spiel noch gewinnt, ist es einfach nur unbeschreiblich“, sagte der Este, der das entscheidende Tor markierte. „Das freut mich für Mait besonders. Bei uns kann jeder Protagonist sein, das haben wir wieder gezeigt. Da passt momentan einfach alles“, formulierte es Sportchef Sven-Sören Christophersen. „Man sieht überall nur frohe Gesichter und bekommt das Grinsen selbst nicht mehr weg.“

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Jönsson trifft bei seinem Heimdebüt

Noch ein Recke freute sich ganz besonders: Alfred Jönsson erzielte bei seinem Heimdebüt sein erstes Tor. Zunächst war er mit dem allerersten Wurf für die TSV noch an Flensburgs Schlussmann Tor­björn Bergerud gescheitert. Aus nächster Distanz. Beim zweiten Mal machte es der junge Schwede besser, er zielte flach ins Netz. Es war das erste Tor in Hälfte zwei zum 12:13.

„Ich weiß ja, dass Bergerud flache Würfe nicht so gern mag“, berichtete Jönsson verschmitzt lächelnd. Dann strahlte er richtig. „Das ist phänomenal. Dieses Publikum ist echt fantastisch. So eine Atmosphäre habe ich noch nie erlebt“, sagte der 21-jährige Schwede und lobte die mehr als 6000 Fans in der Tui-Arena. Ein bisschen Deutsch hat er bereits gelernt, Publikum scheint sein liebster Begriff zu sein.

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<b>28. Spieltag:</b> SG Flensburg-Handewitt (A), Donnerstag, 19. März 2020, 19 Uhr Zur Galerie
28. Spieltag: SG Flensburg-Handewitt (A), Donnerstag, 19. März 2020, 19 Uhr ©

Recken fahren selbstbewusst nach Flensburg

Für Coach Ortega ist es eher Selbstvertrauen, von dem er sehr gern spricht. „Davon haben wir jetzt jede Menge. Und das wird uns in den kommenden Wochen sehr helfen“, bekräftigt er. In der nächsten Woche geht es im DHB-Pokal weiter, am Donnerstag (17 Uhr) steht für die TSV das Achtelfinale an – ausgerechnet in Flensburg.

„Das gehen wir in Ruhe an. Wir nehmen viel Schwung mit. Warum soll da nicht auch was gehen?“, so Böhm. Christophersen will erst mal genießen, „dass wir in der Tabelle da oben stehen und auf jeden Fall nach dem nächsten Spiel da oben bleiben“.