23. April 2022 / 12:56 Uhr

Dabrowski im "Kampfmodus": In Paderborn kann 96 den Klassenerhalt klar machen

Dabrowski im "Kampfmodus": In Paderborn kann 96 den Klassenerhalt klar machen

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Erfrischung: Sebastian Kerk nimmt einen Schluck aus der Flasche, Christoph Dabrowski (rechts) wünscht sich erfrischende Tore von Kerk. 
Erfrischung: Sebastian Kerk nimmt einen Schluck aus der Flasche, Christoph Dabrowski (rechts) wünscht sich erfrischende Tore von Kerk.  © IMAGO/Jan Huebner
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Sollte Hannover 96 am Sonntag (13.30 Uhr) beim SC Paderborn gewinnen, dann müsste es schon mit dem Teufel zugehen, damit es für die Roten nicht zum Klassenerhalt reicht. Es geht um richtig viel - und vor allem auch die Planungssicherheit für Transfers. Gerüchte um Spieler und den Trainerposten gibt es reichlich.

2000 Zuschauer aus Hannover bei einem Auswärtsspiel? Das gab es in dieser seltsamen Zweitligasaison auch noch nicht. Aber so wird es sein am Sonntag beim SC Paderborn (13.30 Uhr, Benteler-Arena). „Da­rauf freue ich mich total, fantastisch“, sagt der 96-Trainer.

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96 kann die Rettung fix machen

Da­brows­ki kann sich natürlich erinnern, dass einst 12 000 Menschen in roten Shirts das Bochumer Ruhrstadion belagerten. Er war damals noch aktiver Bochum-Profi, nicht im Kader zwar, aber er stieg mit ab nach dem 3:0 von 96. Ein Abstiegsfinale am letzten Spieltag war das damals, die Fans waren voller Euphorie. Das wird am Sonntag anders sein. Gemeinsam ist beiden Duellen nur: 96 kann die Rettung fix machen.

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Ingolstadt abgestiegen

Ingolstadt steht als Absteiger seit Freitagabend fest. Das 2:2 der Düsseldorfer gegen Dresden hilft 96 bedingt – bei einem Sieg in Paderborn wäre 96 drei Spieltage vor Schluss neun Punkte vor. Da müsste es schon mit dem Teufel zugehen.

Es geht um unfassbar viel. Um die Etatplanung für die 2. Liga. Das Budget für die Profimannschaft werde in etwa gleich bleiben, erklärte 96-Manager Marcus Mann: „Eher etwas weniger.“ Um die 16 Millionen Euro lässt sich 96 die Profimannschaft kosten, vorausgesetzt, die Mann­schaft hält die Klasse.

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Franke vor Abgang?

Auch der Ma­na­ger braucht Sicherheit, welche Spieler er holen kann. Es geht um die Transfers: Phil Neumann (24/Kiel) soll Marcel Franke ersetzen und Linksfuß Nicolas Kühn (22/Aue) fürs Mittelfeldzentrum oder für den Flügel geholt werden. Das wird aber nichts, solange der Abstieg rechnerisch möglich ist. Und dann ist da der Trainer, der stets wiederholt, er kümmere sich we­ni­ger um seine Karriere bei 96 als um den anstehenden Spieltag.

„Es geht auch um die Plätze und die Fernsehgelder, das ist wichtig für Hannover 96“, sagt Dabrowski. Für den Trainer geht es in erster Linie darum, dass je­mand bald mit ihm über seinen Vertrag spricht, der im Sommer endet.

Der Spielplan von Hannover 96 in der Saison 2021/22 in der 2. Bundesliga

Der Spielplan von Hannover 96 in der Zweitliga-Saison 2021/22 in der Galerie - vom 1. bis zum 34. Spieltag. Zur Galerie
Der Spielplan von Hannover 96 in der Zweitliga-Saison 2021/22 in der Galerie - vom 1. bis zum 34. Spieltag. ©

Neue Gerüchte um Trainerposten

Dabrowski wird nicht ins Nachwuchsleistungszentrum zurückgehen. Ob er als Profitrainer bei 96 weiterarbeiten darf, ist alles andere als sicher. Nach Uwe Rösler taucht nun in Christian Leitl über die „Bild“-Zeitung das nächste Ge­rücht auf. Die Ge­rüch­te beweisen zumindest, dass es unruhig wird um Dabrowski herum. Mann versichert: „Wir haben noch keine finalen Gespräche mit Trainern ge­führt.“ Auch mit Dabrowski nicht.

Der 96-Trainer hat Grund, beunruhigt zu sein. Denn sicher ist für die kommende Saison nicht viel. Wenn Hannover ihn nicht halten sollte, möchte er zumindest die Gunst der Stunde nutzen und sich seinerseits für andere Klubs empfehlen – als der Trainer, der das schwierige Hannover 96 vor dem Abstieg rettete. Dabrowskis Lieblingswort in der vergangenen Woche war deshalb: „Kampfmodus“.

"Wir wollen die Marke erreichen"

Der 96-Cheftrainer dreht den Powerknopf auf volle Pulle. „Wir wollen die Marke erreichen, und das nehmen wir uns für das Spiel vor“, sagt er, „wir sind jetzt drei Spiele ohne Niederlage. Wir wollen in diesem Kampfmodus bleiben, um den Gegner unter Druck zu setzen. Die Jungs wirken be­frei­ter.“ Ein Sieg in Paderborn be­freit 96 von der Angst, in die Relegationsspiele zu müssen. Ein Thriller um den Verbleib in der 2. Liga – das will in Hannover wohl keiner.

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