31. Mai 2021 / 23:49 Uhr

Dank Dahmen und Jaeckel: Deutsche U21 nach Elfmeterschießen gegen Dänemark im Halbfinale

Dank Dahmen und Jaeckel: Deutsche U21 nach Elfmeterschießen gegen Dänemark im Halbfinale

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die deutsche U21-Auswahl jubelt nach dem Sieg nach Elfmeterschießen gegen Dänemark.
Die deutsche U21-Auswahl jubelt nach dem Sieg nach Elfmeterschießen gegen Dänemark. © Getty/dpa
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Die deutsche U21-Nationalmannschaft hat bei der Europameisterschaft ein frühzeitiges Aus abgewendet. Das Team von Trainer Stefan Kuntz gewann das Viertelfinale gegen Dänemark am Montag nach Elfmeterschießen. In der Vorschlussrunde trifft die DFB-Auswahl nun auf die Niederlande.

Die deutsche U21-Nationalmannschaft hat sich in einem zähen Ringen den Einzug ins Halbfinale der EM-Endrunde gesichert. Im Viertelfinale gegen Dänemark setzte sich das DFB-Team von Bundestrainer Stefan Kuntz im ungarischen Székesfehérvár im Elfmeterschießen mit 6:5 durch. Nach der Verlängerung hatte es 2:2 (1:1, 0:0) gestanden. Deutschland trifft nun am Donnerstag in der Runde der letzten vier auf die Niederlande. Der erst 17 Jahre alte Wahid Faghir (69.) hatte die Dänen in einem über weite Strecken ausgeglichenen Spiel in Führung geschossen, Lukas Nmecha (88.) gelang kurz vor Schluss der Ausgleich. In der Extrazeit traf zunächst Jonathan Burkardt (100.) für Deutschland, Victor Nelsson (108.) glich per Strafstoß erneut für die Skandinavier aus - ehe im Elfmeterschießen der deutsche Keeper Finn Dahmen mit zwei gehaltenen Strafstößen glänzte. Paul Jaeckel verwandelte den dann entscheidenden Versuch zum 6:5.

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Kuntz hatte vor dem Spiel vor "Teamgeist, Ordnung und Disziplin" der Dänen gewarnt und musste im Vergleich zum 0:0 im letzten Vorrundenspiel Ende März gegen Rumänien (das Turnier wird wegen der Corona-Pandemie in zwei Etappen ausgetragen) auf zwei Positionen tauschen. Für Mateo Klimowicz, der nur auf der Bank saß, und den gesperrten Niklas Dorsch rückten Shootingstar Florian Wirtz und Anton Stach in die Startelf. Die Deutschen begannen insgesamt besser, vor allem der 18 Jahre alte Wirtz war ein Aktivposten. Zu einer Topchance für das DFB-Team kam es in der 20. Minute: Einen Pass von David Raum leitete Nmecha sehenswert zu Mergim Berisha weiter, der knapp rechts am dänischen Tor vorbei schoss. Während Dänemark offensiv zunächst blass blieb, kam auf von Deutschland wenig, was dem dänischen Keeper Oliver Christensen den Angstschweiß auf die Stirn trieb - Stach versuchte es mit einem Distanzschuss, der aber vorbei ging (42.). So stand es zur Pause 0:0.

Wahid Faghir: 17-Jähriger schießt Dänemark in Führung

Die deutsche Mannschaft hatte zu Beginn des zweiten Durchgangs dann zunächst großes Glück, dass sie nicht ins Hintertreffen geriet. Hoffenheims Jacob Bruun Larsen entwischte den DFB-Verteidigern nach einem Steilpass auf der linken Seite und tauchte frei vor Dahmen auf, der jedoch mit einer Fußabwehr glänzend zur Stelle war und den Rückstand verhinderte (49.). Die Großchance der Dänen rüttelte die Kuntz-Elf nicht wach, die Skandinavier waren nun mindestens ebenbürtig, weil insgesamt bissiger - auch im Torabschluss: Dem erst drei Minuten zuvor eingewechselte, erst 17-jährige Faghir gelang so der nicht unverdiente "Dosenöffner" für den Underdog: Ein Linksschuss des Teenagers ließ Dahmen keine Abwehrchance - 1:0 (69.).

Die DFB-Elf biss sich in der Schlussphase an diesem Vorsprung lange die Zähne aus - bis zur 88. Minute, als Nmecha nach einer durchgerutschten Ecke am langen Pfosten völlig frei stand und nach einer Verlängerung von Lars Lukas Mai zum umjubelten Ausgleich einschieben konnte. Das Tor zur Verlängerung. In der Extrazeit scheiterte der eingewechselte Karim Adeyemi nach einem schnell vorgetragenen Konter am gut reagierenden Christensen (93.). Die deutsche Mannschaft hatte nun Oberwasser: Der Mainzer Burkardt schoss eine Flanke von Raum per Dropkick aufs Tor - der Ball wurde noch abgefälscht und so unhaltbar - das 2:1 (100.). Doch die Partie blieb aus deutscher Sicht eine wenig zufriedenstellende Angelegenheit. In der zweiten Hälfte der Verlängerung legte Mai den Dänen Gustav Isaksen elfmeterwürdig - den Strafstoß verwandelte Nelsson zum neuerlichen Ausgleich (108.). Burkardt verpasste mit einem Schuss an den Pfosten die Entscheidung (118.). Im Elfmeterschießen verschoss der Mainzer dann, während Dahmen den Versuch von Faghir an den Pfosten lenkte. Auch gegen Victor Kristiansen war Dahmen zur Stelle - ehe der Fürther (und künftige Unioner) Jaeckel dann den letzten Elfmeter zum Halbfinal-Einzug verwandelte.

Nächster Gegner deutschen Mannschaft sind nun die Niederlande, die sich am frühen Abend überraschend mit 2:1 gegen den Topfavoriten Frankreich durchgesetzt hatten. Das deutsche Parallelspiel zwischen Portugal und Italien geriet indes ebenfalls zum Torspektakel und ging in die Verlängerung - mit dem besseren Ende für die Portugiesen, die 5:3 (2:1, 3:3) gewannen und ein iberisches Semifinale gegen Spanien buchten. Der Titelverteidiger hatte - ebenfalls in zusätzlichen 30 Minuten - nach Verlängerung mit 2:1 (1:1) gegen Kroatien gewonnen.