24. September 2020 / 12:06 Uhr

"Dämpfer" für die BSG Chemie: Im ungleichen Duell mit Jena mangelt es an der Chancenverwertung

"Dämpfer" für die BSG Chemie: Im ungleichen Duell mit Jena mangelt es an der Chancenverwertung

Britt Schlehahn
Leipziger Volkszeitung
Stephane Mvibudulu scheitert in dieser Szene an Jenas Torhüter Lukas Sedlack.
Stephane Mvibudulu scheitert in dieser Szene an Jenas Torhüter Lukas Sedlack. © Picture Point
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Am siebten Spieltag hat die BSG Chemie Leipzig die erste Saisonniederlage kassiert. Gegen den FC Carl Zeiss Jena hieß es am Ende 0:2. Doch so richtig tragisch schien der Spielausgang nicht zu sein. Auch weil beide Teams mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen in die Partie gingen.

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Leipzig. "Positive Ergebnisse" hatte Benjamin Boltze vor dem Derby zwischen der BSG Chemie Leipzig und dem FC Carl Zeiss Jena gefordert. Die Partie am Mittwoch endete 0:2 und damit rein ergebnistechnisch betrachtet alles andere als positiv. Dennoch: Die Leutzscher Elf gab sich zu keinem Zeitpunkt auf, kreierte immer wieder Torchancen. Der 34-Jährige stellte deshalb nach dem Abpfiff fest: "Wir konnten als Mannschaft mithalten" und bemerkte außerdem, dass sich das mit den Torchancen und Toren "am Ende der Saison ausgleicht". Boltze hätte auch die Floskel "So ist Fußball" bemühen können: viele Chancen, reichlich Ballbesitz und am Ende ein sehr fitter Torwart im gegnerischen Kasten. Für Stürmer Stephane Mvibudulu stand fest: Die Niederlage stelle zwar einen "Dämpfer" dar, aber "beim nächsten Spiel hauen wir wieder alles raus".

Ungleiche Vorzeichen

Tatsächlich stimmte das 0:2 fast Niemanden im Alfred-Kunze-Sportpark traurig. Denn für die Hausherren war es am siebten Spieltag der Saison die erste Niederlage. Für eine Mannschaft mit dem Saisonziel Klassenerhalt wahrlich kein Weltuntergang. Denn aktuell rangiert Chemie steht auf Platz fünf in der Tabelle der Regionalliga Nordost und damit vor ambitionierten Teams wie dem 1. FC Lok, Cottbus oder Chemnitz.

DURCHKLICKEN: Bilder zur ersten Saisonniederlage von Chemie

Chemie Leipzig kann am siebten Spieltag der Regionalliga Nordost ihre Chancen nicht nutzen und verliert zu Hause gegen Jena mit 0:2. Zur Galerie
Chemie Leipzig kann am siebten Spieltag der Regionalliga Nordost ihre Chancen nicht nutzen und verliert zu Hause gegen Jena mit 0:2. ©

Für Rechtsverteidiger Boltze war die Partie ohnehin eine unter eher ungleichen Vorzeichen - Stichwort "Schere in der Regionalliga". Da der Verein mit Profistrukturen, der mit aller Kraft wieder in die Drittklassigkeit zurück möchte, auf der anderen Seite der gastgebende Amateurverein. Dennoch wurde um 16.30 Uhr angepfiffen. Berufstätige Spieler wie Manuel Wajer mussten daher für das Derby einen halben Tag Urlaub nehmen. Wajer mochte dies nicht als Ausrede für die Niederlage gelten lassen. Dennoch könnte es ein Grund dafür gewesen sein, weshalb die Chemiker in den ersten zwanzig Minuten nicht so richtig anwesend schienen.

Fanprotest gegen Fürstenwalde-Entscheidung

Die Chance, es besser zu machen, hat das Team bereits am Samstag bei Tabellenführer FC Viktoria 1889. Die Mannschaft von Trainer Benedetto Muzzicato siegte am Mittwoch beim ZFC Meuselwitz 3:0 und thront nun verlustpunktfrei und mit einem Fünf-Punkte-Vorsprung auf die VSG Altglienicke an der Spitze der Liga. Der Club hat viel vor. Der Hamburger Investor Zeljko Karajica gewährt finanzielle Unterstützung, um endlich wieder eine Berliner Mannschaft in der Dritten Liga zu sehen. Mit dem 26-jährigen Finnen Kimmo Hovi läuft am Samstag auch ein Stürmer mit Leipzig-Vergangenheit in Lichterfelde auf. Hovi spielte von 2016 bis 2018 bei Inter Leipzig, bevor er zum Chemnitzer FC, dann nach Fürstenwalde und im Sommer schließlich zu Viktoria ging.

Apropos Fürstenwalde: Der Norddamm zeigte am Mittwoch Haltung und forderte "Konsequente Strafverfolgung gegen Bullen! Fürstenwalde-Verfahren sofort wieder aufnehmen!" Am 16. Februar 2020 wurde ein Fan der BSG Chemie Leipzigbeim Auswärtsspiel in Fürstenwalde schwer verletzt, als ihn zwei Polizeibeamte ohne Vorankündigung vom Zaun holten. Der Chemie-Anhänger verbrachte vier Wochen im Krankenhaus, musste mehrfach operiert werden. Das im Anschluss eingeleitete Verfahren gegen die zwei Bundespolizisten war vor rund zwei Wochen eingestellt worden.