24. November 2022 / 10:23 Uhr

Dänische Spieler beantworten nur noch sportliche Fragen – Verband bekräftigt Gedanken über FIFA-Austritt

Dänische Spieler beantworten nur noch sportliche Fragen – Verband bekräftigt Gedanken über FIFA-Austritt

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Christian Eriksen und seine dänischen Mitspieler werden während der WM nur noch sportliche Fragen beantworten. 
Christian Eriksen und seine dänischen Mitspieler werden während der WM nur noch sportliche Fragen beantworten.  © Getty Images
Anzeige

Im Streit um das Verbot der "One Love"-Binde mit der FIFA will der dänische Fußballverband seine Spieler aus der Schusslinie ziehen – Fragen zu Themen abseits des Fußballs werden fortan nicht mehr beantwortet. Verbandschef Jesper Möller bestätigt zudem Gedankenspiele, dem Weltverband gänzlich den Rücken zu kehren.

Nach tagelangen Debatten über die "One Love"-Kapitänsbinde und den Protest gegen die Menschenrechts-Situation in Katar sollen sich die dänischen Spieler bei der Fußball-WM nur noch auf ihren Sport konzentrieren. Als die beiden Profis Andreas Christensen (FC Barcelona) und Jesper Lindström (Eintracht Frankfurt) am Donnerstagmorgen bei einer Pressekonferenz auf dem dänischen Trainingsgelände nach ihrer Meinung zum Weltverband FIFA und der Protestaktion der deutschen Spieler vor deren Auftaktpartie gegen Japan gefragt wurden, übernahm der Mediendirektor des dänischen Verbandes DBU, Jakob Höyer, das Wort und sagte: "Ich werde diese Frage beantworten. Wie ich bereits sagte, sind wir hier, um über Fußball zu sprechen. Wir wollen über das Spiel am Samstag gegen Frankreich sprechen und haben diese Fragen bereits gestern beantwortet."

Anzeige

Hintergrund dieser Antwort ist, dass der DBU-Vorsitzende Jesper Möller und der DBU-Direktor Jakob Jensen am Mittwoch bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz auftraten und dabei massive Kritik an der FIFA und ihrem Präsidenten Gianni Infantino übten. Möller sprach sogar über Gedanken, aus der FIFA auszutreten. "Es ist keine Entscheidung, die jetzt getroffen wurde. Unsere Position ist schon seit Langem klar. Wir haben in der nördlichen Region schon seit August darüber diskutiert", wird er von The Atheltic zitiert. Und weiter: "Ich habe nochmal darüber nachgedacht. Ich kann mir vorstellen, dass es Herausforderungen geben könnte, wenn Dänemark von sich aus geht."

Die Dänen hatten im Vorfeld der WM besonders deutlich gegen die Situation von Gastarbeitern und Minderheiten in dem autokratisch geführten Katar Stellung bezogen. Spätestens nach dem enttäuschenden 0:0 zum WM-Auftakt gegen Tunesien wollen sie dieses Thema nun aber von der Mannschaft fernhalten. "Ich habe versucht, offen zu sein und alle Fragen zu beantworten, die gekommen sind. Ich bereue nichts", sagte auch Nationaltrainer Kasper Hjulmand bereits am Mittwoch zu dem Thema. "Aber wir haben einige großartige Spiele vor uns und es ist meine Aufgabe und die Aufgabe der Spieler, sich darauf zu konzentrieren. Sobald wir wieder zu Hause sind", stehe er wieder für andere Fragen zur Verfügung.

Hjulmands Co-Trainer Morten Wieghorst stellte am Donnerstag bei dem Medientermin mit Christensen und Lindström immerhin klar, dass er die Aktion der deutschen Spieler vor dem Japan-Spiel gut fand. "Gut gemacht, Deutschland", sagte der frühere Stürmer von Celtic Glasgow. "Aber vielleicht wäre es mit einer gemeinsamen Erklärung noch stärker gewesen." Deutschland und Dänemark hatten wie alle anderen europäischen Teams auf das Tragen der "One Love"-Kapitänsbinde verzichtet. Die deutschen Spieler hielten sich am Mittwoch bei ihrem Mannschaftsfoto aber aus Protest gegen den Druck der FIFA die Hände vor den Mund.

[Anzeige] Alle Spiele der Fußball WM live und exklusiv in der Konferenz bei MagentaTV. Mit dem Tarif MagentaTV Flex für nur 10€ pro Monat, monatlich kündbar.