17. Februar 2020 / 18:50 Uhr

Daniel Frahn: „Größter Fehler meines Lebens“

Daniel Frahn: „Größter Fehler meines Lebens“

Anton Kämpf
Leipziger Volkszeitung
Daniel Frahn als Torjäger des Chemnitzer FC
Daniel Frahn als Torjäger des Chemnitzer FC © dpa
Anzeige

Daniel Frahn stellt sich in Babelsberg erstmals den Medien, weist Verbindungen zur rechten Szene von sich und sagt: „Ich habe nicht ausreichend hinterfragt.“

Anzeige
Anzeige

Potsdam. Der aufgrund angeblicher Nähe zur rechten Szene umstrittene Fußballprofi Daniel Frahn hat „schwerwiegende“ Fehler eingestanden und rechtes Gedankengut erneut klar abgestritten. „Ich bin kein Nazi, war nie Nazi, war auch kein Sympathisant der rechten Gesinnung, habe nie mit einer Gruppe sympathisiert“, sagte der 32-jährige Stürmer von Regionalligist Babelsberg gestern bei seinem ersten Medientermin nach seinem Wechsel Ende Januar. „Ich möchte mich öffentlich distanzieren von rechten Gruppen oder Leuten mit rechten Gedankengut. Das sind nicht meine Werte, die ich vertrete.“

Frahn war im August 2019 wegen angeblicher Verbindung zur rechten Szene beim Chemnitzer FC entlassen worden, das Arbeitsgericht Chemnitz hatte die fristlose Kündigung für unwirksam erklärt. Zwei Tage nach der Vertragsauflösung hatte er Ende Januar bis zum Saisonende beim Club aus seiner Geburtsstadt Potsdam unterschrieben.

DURCHKLICKEN: Das war Daniel Frahns Zeit bei RB

Daniel Frahn gehörte stets zu den beliebtesten Akteuren im Kader von RB Leipzig. Zur Galerie
Daniel Frahn gehörte stets zu den beliebtesten Akteuren im Kader von RB Leipzig. ©
Anzeige

Dass er im März 2019 beim Torjubel ein T-Shirt mit der Aufschrift „Support your local Hools“ (Unterstütze deine lokalen Hooligans) hochgehalten hatte, bezeichnete Frahn als „größten Fehler meines Lebens. Ich habe mich in dem Moment nicht ausreichend informiert, habe nicht ausreichend hinterfragt“.

Nicht über Politik gesprochen

Zudem hätte er als damals verletzter Profi im August nicht mit „einem ehemaligen Mitglied von Kaotic Chemnitz“ zum Auswärtsspiel beim Halleschen FC fahren und auf der Gästetribüne sein dürfen. Diese Person habe bei der Aufstiegsfeier zweieinhalb Stunden in der Kabine der Chemnitzer Mannschaft verbracht, als auch Vereinsverantwortliche mit dabei waren. Später habe er mit Frahn sowie anderen Chemnitzer Spielern „vier-, fünfmal online Fifa gespielt“. Dabei sei aber weder über Politik gesprochen worden, noch habe Frahn eine freundschaftliche Beziehung aufgebaut. Dass es sich um einen Rechtsextremen handele, habe sich ihm erst im Nachhinein erschlossen.

Weitere Meldungen aus der Regionalliga Nordost

Dass rechtsextreme Fans bewusst die Nähe zu ihm gesucht hätten, um ihn für ihre Zwecke zu instrumentalisieren, könne er sich nicht vorstellen. Frahn, der von 2010 bis 2015 für RB Leipzig stürmte und 88 Pflichtspieltore erzielte, versprach, dass solche Fehler nicht mehr passieren werden. „Ich werde mich mehr mit solchen Sachen beschäftigen, als ich es in der Vergangenheit gemacht habe. Weil, das muss ich offen und ehrlich zugeben, war das wirklich sehr, sehr wenig. Ich kann mich nur ganz klar entschuldigen.“

Anton Kämpf/dpa

Die aktuellen TOP-THEMEN
Anzeige
Sport aus Leipzig
Sport aus aller Welt