25. Mai 2017 / 18:28 Uhr

Daniel Knuth: „Wir waren eine absolut geile Truppe“

Daniel Knuth: „Wir waren eine absolut geile Truppe“

Mirko Jablonowski
Märkische Allgemeine Zeitung
Ungeschlagen durch die Oberliga-Saison 1996/97: Die Kicker von Babelsberg 03 feiern zusammen mit ihren Fans im Karl-Liebknecht-Stadion.
Ungeschlagen durch die Oberliga-Saison 1996/97: Die Kicker von Babelsberg 03 feiern zusammen mit ihren Fans im Karl-Liebknecht-Stadion. © David Arndt
Anzeige

Rückblick: Dem heute 44-Jährigen und dem SV Babelsberg 03 gelang vor 20 Jahren der Durchmarsch in die Regionalliga. Wir blicken zurück.

Anzeige

„Wir wurden überall in der Stadt herzlich empfangen. Die Stimmung war absolut positiv“, erinnert sich Daniel Knuth an die Fußball-Oberliga-Saison 1996/97. Der heute 44-Jährige war damals Bestandteil des SV Babelsberg 03, der ungeschlagen in die Regionalliga – die damals dritthöchste Spielklasse – durchmarschierte. „Wir waren eine absolut geile Truppe“, blickt Knuth auf die Kiezmannschaft von damals zurück.

Anzeige

20 Siege, acht Unentschieden und der souveräne Gewinn der Meisterschaft standen am 25. Mai 1997 zu Buche. „Wir waren ein eingeschworener Haufen – auf und neben dem Feld“, sagt Knuth, der damals der treffsicherste Akteur beim SVB war (13 Saisontore). „Jeder ist für jeden in die Bresche gesprungen – das hat uns ausgemacht. Zudem hatten wir sehr viele Potsdamer in der Truppe. Die Identifikation mit dem Verein, den Fans und den Sponsoren war sehr hoch.“

Das Selbstvertrauen der von Trainer Wolfgang Metzler angeführten Mannschaft um Torhüter Sven Weigang, Libero Dietmar Drabow und Mittelfeld-Routinier Matthias Morack stieg damals von Spiel zu Spiel. Der 5:0-Erfolg in der letzten Begegnung der Spielzeit 1996/97 gegen den PSV Rostock war saisonübergreifend das 52. Punktspiel ohne Niederlage. Am Ende gelang der dritte Aufstieg binnen fünf Jahren. „Irgendwann war es wie ein Selbstläufer. Wir wussten, dass uns keiner schlagen kann“, sagt Knuth und denkt gerne an die damalige Zeit zurück, die er noch immer mit ganz speziellen Erinnerungen verbindet.

Morack-Dreierpack gegen Bornim

Nachdem er im Nachwuchs der Babelsberger mit dem Kicken begann, wechselte er in der fünften Klasse auf die Sportschule und schnürte die Töppen für den 1. FC Union Berlin. Er sammelte Erfahrungen in den Nachwuchsnationalmannschaften der DDR und wurde unter anderem Vize-Europameister, bevor es ihn im Sommer 1991 nach Babelsberg zurückzog. Nachdem Coach Metzler 1994 vom Lokalrivalen SG Bornim an den Babelsberger Park wechselte, begann der steile Aufstieg des Traditionsvereins. „Die Saison 96/97 war dann das absolute Highlight“, unterstreicht Knuth. Zu den Höhepunkten zählten unter anderem die Derbysiege gegen die SG Bornim, bei der man das Rückspiel am 12. April 1997 vor 1600 Zuschauern mit 4:0 gewann – angeführt von einem überragenden Dreifachtorschützen Matthias Morack, heutiger Geschäftsführer beim Frauen-Bundesligisten 1. FFC Turbine Potsdam.

In der Regionalliga trennte sich der Verein nach einem schwachen Saisonstart relativ schnell von Metzler. Auf ihn folgte Karsten Heine. „Es hat sich dann sehr, sehr viel geändert. Ich habe mir einen Kreuzbandriss zugezogen und später aus dem ,kicker’ erfahren, dass mein Vertrag aufgelöst wird“, plaudert Knuth, der als gelernter Medienkaufmann inzwischen als Manager bei Universal Music arbeitet und in Neuseddin wohnt.

Ü40-Kicker bei der SG Michendorf

Die schönen Erinnerungen an seine Zeit beim Sportverein aus Babelsberg überwiegen bei ihm aber deutlich. „Zu vielen Jungs von damals hat man noch immer Kontakt, spielt zusammen in der Traditionself. Da verstehen wir uns auf dem Platz immer noch blind.“ Über ein Treffen der Ehemaligen oder ein Vorspiel vor einer Partie der jetzigen Regionalliga-Mannschaft würde er sich sehr freuen. Insgesamt ist der Kontakt zu seinem Ex-Verein aber kaum noch vorhanden. „Klar gucke ich mir die Ergebnisse und Tabellensituation an. Im Stadion war ich aber das letzte Mal vor fünf oder sechs Jahren.“

Nach seinem Abgang bei den Filmstädtern schloss er sich dem Werderaner FC an, den er viele Jahre als Kapitän aufs Feld führte. 2007 beendete er seine Laufbahn und kickt heute in der Ü40 der SG Michendorf. Bei der SGM gehen auch seine siebenjährigen Zwillinge Gustav und Anton auf Torejagd und machen den Papa, der manchmal das Training der F-Jugend leitet, stolz.