22. Juni 2020 / 18:22 Uhr

Ende für die 96-Legenden bei Heart of Midlothian: Stendel und Sievers nach St. Pauli?

Ende für die 96-Legenden bei Heart of Midlothian: Stendel und Sievers nach St. Pauli?

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Es war einmal: Das schottische Märchen ist für 
Jörg Sievers (rechts) und Daniel Stendel zu Ende.
Es war einmal: Das schottische Märchen ist für Jörg Sievers (rechts) und Daniel Stendel zu Ende. © Twitter Heart of Midlothian
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Der Vertrag von Daniel Stendel hätte ohnehin nur für die Scottish Premier League gegolten. Nachdem die Heart of Midlothian Robbie Neilson als neuen Trainer vorgestellt haben, ist klar: Eine Rückkehr nach Schottland wird es für die 96-Legenden Stendel und Jörg Sievers nicht geben. Geht es stattdessen auf den Kiez?

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Die schöne Hannover-Story in Schottland ist vorüber, bevor sie richtig begonnen hat. Die Hearts of Midlothian gingen im Corona-Lockdown mit unter – der Traditionsklub steigt ab. Der frühere 96-Trainer Daniel Stendel hatte bereits bei „Sky“ gesagt, sein Kapitel bei den Hearts sei lediglich für die erste Liga gültig. Nun präsentierte der Klub Robbie Neilson als neuen Trainer – eine Spielerlegende, zurück bei den Hearts.

Bittere Folge einer mutigen Entscheidung

Der Neuanfang bedeutet zugleich das Ende für die beiden Hannover-Legenden Stendel und Jörg Sievers. In Hamburg, auf St. Pauli, könnte für Stendel eine neue Heldengeschichte beginnen. Dazu später mehr. Denn die Geschichte hat noch einen zweiten Hauptdarsteller. 

Für Sievers ist das Ende des schottischen Abenteuers eine bittere Folge einer mutigen Entscheidung. Im vergangenen Winter war der 96-Pokalheld Stendel aus dem sicheren Hannover-Hafen frohen Mutes nach Schottland gesegelt.

Daniel Stendel: Bilder seiner Karriere

Im Jahr 1999 kam Daniel Stendel zu Hannover 96 (hier ein Bild aus dem jahr 2000). Zur Galerie
Im Jahr 1999 kam Daniel Stendel zu Hannover 96 (hier ein Bild aus dem jahr 2000). ©

Nun geht der ehemalige 96-Torwart und Torwarttrainer der Nationalkeeper Robert Enke und Ron-Robert Zieler mit Stendel unter. Der Pokalheld war 96 zuvor stets treu geblieben, bis er im Alter von 54 Jahren das Abenteuer Schottland in Angriff nahm. Sievers wurde Stendels rechte Hand, Ko-Trainer, nicht nur Torwarttrainer. „Ich wollte etwas Neues machen, in der Position bin ich deutlich tiefer in der Materie als vorher“, erklärte Sievers.

Stendel ist ein Thema in St. Pauli

„Colt“ Sievers ließ in Hannover viel zurück, und muss nun nach nicht einmal einem halben Jahr wieder heimkehren, ohne Job. Zielers Torwarttrainer ist inzwischen ein Vertrauter des 96-Trainers Kenan Kocak: Rolf Moosmann, der bis 2021 in Hannover unterschrieb.

In Hamburg wird der FC St. Pauli mit Jos Luhukay nicht weitermachen. Das steht fest. Fakt ist auch, dass Stendel schon einmal in St. Pauli Kandidat war, als Luhukay auf der Kippe stand. Aber Manager Andreas Bornemann hielt an Luhukay fest. Jetzt nicht mehr – jetzt ist Stendel wieder Thema. Dort beendete der frühere Stürmer vor 13 Jahren seine Profikarriere. Auf diese Geschichte kann die ewige Kultstory von St. Pauli weitergehen.

Mehr über Hannover 96

In Barnsley war Stendel Kulttrainer, auch bei den Fans der Hearts beliebt, zuvor schon bei 96, wo er die Stadt mit Powerfußball versöhnte – nach einer lähmende Phase und den Abstieg mit Trainer Thomas Schaaf.

Folgt Sievers Stendel auf den Kiez?

Stendel feierte den bisher den letzten Titel mit 96 (Pokalsieg der U 19) und machte Waldemar Anton zum Profi. In Hannover kann sich der 46-Jährige überall sehen lassen.

Den letzte Profititel feierte 96 vor 28 Jahren, Jörg Sievers war Held des DFB-Pokalsieges. Ob es Stendel möglich wäre, Sievers weiter ins Schlepptau zu nehmen? Ko-Trainer bei St. Pauli ist Markus Gellhaus, früher Stendels Assistent bei 96. Der Vertrag des Torwarttrainers Matthias Hain läuft übrigens aus. Vielleicht kann Hamburg ein gemeinsamer Neuanfang für die gescheiterten Schottland-Abenteurer werden.