06. April 2021 / 18:08 Uhr

Daniela Schultze hat EM-Gold im Blick, Anna Härtl die Olympia-Quali

Daniela Schultze hat EM-Gold im Blick, Anna Härtl die Olympia-Quali

David Joram
Märkische Allgemeine Zeitung
Franziska Kampmann, Frieda Hämmerling, Carlotta Nwajide und Daniela Schultze (v.l.) freuen sich über EM-Silber im Doppelvierer in Poznan.
Franziska Kampmann, Frieda Hämmerling, Carlotta Nwajide und Daniela Schultze (v.l.) freuen sich über EM-Silber im Doppelvierer in Poznan. © So war's 2020: Franziska Kampmann, Frieda Hämmerling, Carlotta Nwajide und Daniela Schultze (v.l.) freuen sich über EM-Silber im Doppelvierer in Poznan.
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Die Potsdamer Ruderinnen fahren mit unterschiedlichen Zielen zur Europameisterschaft im italienischen Varese – Männer-Doppelvierer mit Hans Gruhne tritt nicht an.

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Die Legionella, wie die Crew das Boot des deutschen Ruder-Achters nennt, lag am Dienstag noch mal gut in den Potsdamer Gewässern – obwohl die äußeren Bedingungen besser hätten sein können. „Bei Schnee und Wind war’s echt kalt“, sagte Anna Härtl vom RC Potsdam über ihre letzte Trainingseinheit mit dem deutschen Ruder-Achter vor dem Abflug an diesem Mittwoch zur am Freitag beginnenden Europameisterschaft im italienischen Varese. Dort soll dann nicht nur das Wetter besser sein, sondern auch der Panorama-Blick. An schönen Tagen sehen die Sportlerinnen auf die Alpen, doch nur der Aussicht wegen reisen sie natürlich nicht in die Lombardei.

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Das Boot vom Potsdamer Bundesstützpunkt soll sich bei der EM einfahren, seinen Rhythmus finden, um Mitte Mai perfekt austariert beim Olympia-Qualifikationsrennen in Luzern ankommen zu können. „Die EM in Varese ist nur ein Zwischenstopp für uns“, sagt die 25-jährige Härtl. Erst in Luzern muss die Leistung 100-prozentig stimmen, ein Platz unter Top 2 her, damit sich der Traum von Olympia erfüllt.

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Die Fahrt aufs Treppchen würde Härtl und ihren Teamkolleginnen in Varese natürlich trotzdem gerne gelingen. „Rumänien, Niederlande und Großbritannien werden die Konkurrenten sein, wobei bei den Britinnen ein paar Sportlerinnen durch Corona aufgehört haben“, sagt Härtl.

Und die Deutschen? Die haben ihre Besetzung seit vergangenem Herbst fest im Kopf, an Position zwei und drei sitzen die Potsdamerinnen Melanie Göldner (24) und Härtl, Bukseite natürlich. Göldner ist dafür verantwortlich, dass das Boot gerade im Wasser liegt, Härtl zählt schon zum sogenannten Maschinenraum (Positionen drei bis sechs), „der den Rhythmus gut durchbringen soll“, wie sie sagt.

Einen guten Rhythmus wollen auch die weiteren Potsdamer EM-Starterinnen finden. Isabelle Hübener fährt im Vierer ohne Steuerfrau mit, Daniela Schultze will im Doppelvierer nach dem EM-Titel greifen. „Man trainiert, um zu gewinnen“, sagt die 30-Jährige selbstbewusst. Anders als etwa Härtl kennt Schultze den Lago di Varese schon, „das ist ein schöner großer See, landschaftlich ist das dort super idyllisch. Varese zählt zu den schöneren Strecken, das genießt man dort schon ein bisschen.“

Schön auch für Schultze, dass sie tatsächlich mitfahren darf. Erst Ende März hatte sie sich beim Ausscheidungsrennen in Köln im internen Duell gegen die Berlinerin Michaela Stahlberg ihren Platz im Boot erkämpft. „Das war kurz vor knapp, es kam auch diesmal, wie so oft, auf Kleinigkeiten an.“

Nun sei der ganz große „Druck der Selektion“ bei ihr erstmal weg. „Ich kann mich jetzt voll auf die Wettkämpfe einlassen“, sagt Schultze. Polinnen und Niederländerinnen schätzt sie besonders stark ein, auch die Ukraine oder Großbritannien könnten ein Wörtchen um Gold mitsprechen. Aber verstecken brauche man sich sicherlich nicht. „Letztes Jahr sind wir mit der Besetzung Zweiter geworden, wir wissen, dass wir ganz gut rudern können“, sagt die Bundespolizistin, die auf Position eins Platz nehmen wird.

Nicht in Varese starten wird der Doppelvierer der Männer mit Hans Gruhne. „Wir haben corona- und verletzungsbedingt noch Trainingsrückstand und bleiben deshalb im Trainingslager in Portugal“, erklärt Marcus Schwarzrock, der sportliche Leiter. Ziel ist das erste Weltcuprennen Anfang Mai in Zagreb.