15. Dezember 2020 / 18:45 Uhr

Danilo Blank weckte das Interesse mehrerer Zweitligisten

Danilo Blank weckte das Interesse mehrerer Zweitligisten

Michael Felke
Kieler Nachrichten
Spielszene gegen den SV Wilhelmshaven im November 1998: Holsteins Laufwunder Danilo Blank (li.) boten sich zweimal Riesenchancen nach blitzgescheiten Kontern. Zum Torerfolg fehlten dem Kieler allerdings die notwendigen Portionen an Glück.
Spielszene gegen den SV Wilhelmshaven im November 1998: Holsteins Laufwunder Danilo Blank (li.) boten sich zweimal Riesenchancen nach blitzgescheiten Kontern. Zum Torerfolg fehlten dem Kieler allerdings die notwendigen Portionen an Glück. © Uwe Paesler
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Der Sportbuzzer blickt zurück auf die Karrieren regionaler Fußballgrößen. Heute richtet sich unser Fokus auf Danilo Blank, Trainer des Verbandsligisten TSV Plön

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Vielleicht verhinderten die zwei Kreuzbandrisse eine Bundesligakarriere. Das Zeug in der Zweiten Liga zu spielen, schien der Vollblutstürmer jedenfalls zu haben. Dafür spricht, dass die damaligen Zweitligisten Alemannia Aachen, Eintracht Braunschweig und später auch der VfB Lübeck an seine Tür klopften.

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Aber aus einem Engagement wurde aufgrund der langen Ausfallzeit nach den schweren Knieverletzungen nichts. Tragisch. Doch von Verbitterung keine Spur. „Es war eine wunderbare Zeit. Es hat wirklich Spaß gemacht“, zieht Danilo Blank seine Bilanz nach der Karriere als aktiver Spieler.

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Nach seinem Wechsel vom Greifswalder SC zum TSV Pansdorf im Jahr 1994 eroberte der damals 20-jährige Außenstürmer dort schnell einen Stammplatz und wurde mit seinem Team 1996 sogar Vizemeister der Oberliga HH/SH. „Das waren ganz tolle Jahre. Und 1997 sind wir als Vierter sogar noch vor Holstein und Hoisdorf gelandet“, erklärt der 1,70-Meter große Fußballer, der für die folgende Saison ein Angebot von den Störchen erhielt und im Sommer zu den Kielern wechselte.

„Vor allem das erste Jahr bei Holstein war schön, auch wenn ich von den Mannschaftskollegen ein wenig belächelt wurde. Ich war wohl der einzige, der kein Vollprofi war. Während die anderen nach Training oder Spiel noch mal schön zum Italiener gegangen sind, musste ich zur Arbeit. Aber das würde ich wohl immer wieder so machen. Ich übe meinen Beruf gern aus und bin froh, dass ich heute einen Job habe, der mich ausfüllt“, erklärt der Polizeibeamte.

Trotz der Doppelbelastung brachte der pfeilschnelle Blank auf der Außenposition regelmäßig seine Leistung und feierte Erfolge, die lange nachhallten. „Ein Wahnsinn war das letzte Saisonspiel 98/99 gegen den VfB Lübeck. Bei einem Sieg wäre der VfB als Meister in die Aufstiegsspiele gekommen. Aber wir haben nach einem 0:5 im Hinspiel mit 2:1 gewonnen. Osnabrück wurde dadurch Meister. Ich glaube die Osnabrücker sind uns heute noch dankbar“, schwelgt der 46-jährige in Erinnerungen.

Die guten Leistungen des Außenstürmers blieben nicht verborgen, und gleich mehrere Zweitligisten entsandten ihre Späher ins Holstein-Stadion. Doch zu einem Engagement kam es nie. In der Saison 1999/2000 zog sich Blank im Abschlusstraining vor dem Landesderby gegen Lübeck einen Kreuzbandriss zu. Und nachdem er gerade wieder in Tritt war, und Holstein am grünen Tisch den Aufstieg in die Regionalliga erreicht hatte, erlitt der Angreifer in der Vorbereitungsphase zur Saison 2001/2002 erneut einen Kreuzbandriss. „Danach bin ich nicht mehr so richtig rein gekommen. Als dann auch noch Marcus Marin für meine Position geholt wurde, kam ich bei Holstein auf keinen grünen Zweig mehr. Es gab keinen neuen Vertrag, und das letzte Jahr habe ich in der zweiten Mannschaft gespielt“, so Blank, dessen Zeit als Regionalligaspieler abgelaufen schien.

Doch es kam anders. Völlig überraschend stieg der VfR Neumünster im Jahr 2003 in die Regionalliga auf und verpflichtete Danilo Blank. „Wir waren alle berufstätig und hatten gegen die Profis von Rot Weis Essen, Braunschweig oder Dresden eigentlich keine Chance. Die hatten alle einen Millionenetat zur Verfügung. Da waren wir weit von entfernt. Schon vor der Saison wurden wir in den Zeitungen als heißer Kandidat auf den letzten Platz gehandelt“, erinnert sich der damals 29-jährige, dessen Team die Saison tatsächlich als Schlusslicht beendete.

Ein schweres Jahr, das aber dennoch mit einem Glücksmoment endete. Im Landespokal trafen die „Veilchen“ nach zwei Punktspielniederlagen ein drittes Mal auf Holstein und gewannen mit 4:2. Zwei Tore erzielte Sven Beck, und zwei Mal war Danilo Blank gegen seinen Ex-Club erfolgreich. „Die Reaktion der Holstein-Fans hat mich aber dann doch überrascht. Schließlich war ihr Club ja ausgeschieden. Die aber haben mich im VfR-Trikot hoch leben lassen und abgefeiert. Ein großartiges Gefühl“, so Blank, der nach weiteren Stationen in Eichede und Lütjenburg die Schuhe an den Nagel hing und 2010 ins Trainergeschäft einstieg.

Als Co-Trainer von Mecki Brunner begann der nun 36-jährige seine Karriere an der Seitenlinie, wechselte dann zum Preetzer TSV, ehe er über den PSV Union Neumünster zum TSV Plön kam. In der Kreisstadt scheint Blank Wurzeln zu schlagen. Seit 2017 wird akribisch daran gearbeitet, den Aufstieg in die Landesliga zu schaffen. „Hier bringt mir das wirklich Spaß. Das sind wunderbare Jungs, die alle mit viel Leidenschaft und Begeisterung bei der Sache sind. Und darauf kommt es im Fußball doch an.“