29. Januar 2021 / 18:47 Uhr

Danish Dynamite für Turbine: Sara und Karen Holmgaard vor Bundesliga-Debüt gegen Bremen

Danish Dynamite für Turbine: Sara und Karen Holmgaard vor Bundesliga-Debüt gegen Bremen

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
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Seite an Seite: Sara (links) und Karen Holmgaard (2. von links) stehen vor ihrem Turbine-Debüt. © Saskia Nafe
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Frauen-Bundesliga: Die dänischen Zwillinge Sara und Karen Holmgaard könnten am Sonntag zusammen ihr Debüt für den Potsdamer Frauen-Bundesligisten geben. Dieser vermeldet den ersten Abgang am Saisonende.

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Verwechselungsgefahr im Turbine-Training: „Wir sind schon ziemlich gleich“, sagt Karen Holmgaard und muss lachen. Zusammen mit ihrer Schwester Sara bildet sie beim Potsdamer Frauenfußball-Bundesligisten seit Anfang Januar einen dänischen Doppelpack. Am Donnerstag wurden die Zwillinge, die zu Jahresbeginn vom dänischen Meister Fortuna Hjørring an die Havel gewechselt sind, 22 Jahre alt. Als Geschenk winkt am Sonntag (14 Uhr) im Karl-Liebknecht-Stadion im Nachholspiel gegen Werder Bremen das Bundesliga-Debüt für das Duo. Turbine startet ins Jubiläumsjahr: Im März feiert der 1. FFC sein 50-jähriges Bestehen.

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Einen kleinen Tipp, wie man die beiden Neuzugänge auseinanderhalten kann, verrät Karen Holmgaard, 1,80 Meter groß und im Mittelfeld einsetzbar, dann doch noch: „Ich bin etwas größer und außerdem Rechtsfuß.“ Zwillingsschwester Sara misst nur 1,74 Meter, spielt auf der linken Abwehrseite und schießt außerdem lieber mit links. Genügend Unterschiede für Cheftrainer Sofian Chahed, um im Übungsbetrieb nicht durcheinander zu kommen. Er bleibt lieber bei den Gemeinsamkeiten: „Sie wissen beide, wie man mit dem Ball umgeht“, sagt der Turbine-Coach. Jetzt gehe es für das Däninnen-Duo darum, die Potsdamer Spielphilosophie zu verinnerlichen. „Aber die ersten Eindrücke sind durchweg positiv.“

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Ihren 22. Geburtstag mussten die Zwillinge nun erstmals fernab der Heimat feiern. Geboren wurden die Holmgaard-Schwestern, die beide auch schon für die dänische Nationalmannschaft aufliefen, in der 15 000-Einwohner-Kleinstadt Ikast. Auch Europas Fußballerin des Jahres Pernille Harder, die bis zu ihrem Wechsel zu Chelsea London im vergangenen Sommer, im Trikot des VfL Wolfsburg Angst und Schrecken unter den Verteidigerinnen der Liga verbreitete, kommt von dort. Dass beide ähnlich viel Qualität mit in die Wiege gelegt bekommen haben, hofft man jetzt bei Turbine. „Sie werden uns ganz sicher weiterhelfen“, glaubt Chahed.

Er hat Turbines neues „Danish Dynamite“ in den vergangenen Vorbereitungswochen fit gemacht und dabei Eindruck bei den Neu-Potsdamerinnen hinterlassen. „Die erste Zeit war sehr intensiv, wir haben viel trainiert“, sagt Sara Holmgaard. So sei noch gar nicht viel Zeit geblieben, die neue Wahlheimat Potsdam abseits des Sportplatzes zu erkunden, geben beide zu. Landsfrau Karoline Smidt Nielsen, seit dieser Saison eine der beiden Turbine-Kapitäninnen, mit der die Zwillinge einst schon bei Fortuna Hjørring zusammenspielten, habe aber nur Gutes berichtet, betonen sie. Sie habe ihnen den Start erleichtert, übersetzt auch mal im Training. Wohl oder übel wird die Dänin wegen ihres Kreuzbandrisses demnächst mehr dolmetschen als selbst kicken.


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Die ersten Kommandos auf Deutsch haben die Zwillinge aber schon drauf. „Wir freuen uns darauf, die Sprache schnell zu lernen“, sagt Sara Holmgaard. Und im Zweifel helfen sich die Schwestern eben gegenseitig. „Wir sind sehr dankbar, dass wir zusammen hier sein dürfen. Das ist etwas Besonderes“, sagt Karen.

Vor dem Nachholspiel am Sonntag, mit dem Turbine die Hinrunde abschließt und mit einem Sieg zum Dritten Hoffenheim aufschließen könnte, wissen die Holmgaards um die Herausforderung: „Das Tempo ist höher als in Dänemark, das Spiel physisch härter und insgesamt auf einem höheren Niveau“, so Sara. Wie es ist, im Konzert der Großen, haben die Zwillinge schon erlebt. Mit Hjørring erreichten sie vor ihrem Wechsel das Achtelfinale der Champions League. „Dort bald auch mit Turbine zu spielen, ist unser Ziel“, sagen sie.

Erster Abgang zum Saisonende

Derweil steht der erste Abgang zum Saisonende fest: Wie Turbine am Donnerstag vermeldete, wird Ersatztorhüterin Jamie Marie Gerstenberg in die USA gehen und sich dort den den Indiana Hoosiers anschließen, dem Team der Indiana University in Bloomington, wo die Keeperin aus dem eigenen Nachwuchs auch studieren wird. Die 18-Jährige aus Birkenwerder (Oberhavel) hatte am 30. Mai 2020 ihr Bundesliga-Debüt für Turbine gegeben.