05. September 2021 / 19:27 Uhr

Dank Doppelpack von Abdullah Dzafo: Optik Rathenow siegt souverän in Fürstenwalde

Dank Doppelpack von Abdullah Dzafo: Optik Rathenow siegt souverän in Fürstenwalde

Detlev Nießner
Märkische Allgemeine Zeitung
Abdullah Dzafo traf für die Rathenower gleich doppelt und legte so den Grundstein für den Einzug in die nächste Runde.
Abdullah Dzafo traf für die Rathenower gleich doppelt und legte so den Grundstein für den Einzug in die nächste Runde. © Nico Roesenberger/Archivbild
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AOK-Landespokal: Der FSV Optik steht im Achtelfinale des Landespokals. In einer Partie bei Staffelkonkurrent Union Fürstenwalde gelang ein 3:0-Auswärtssieg.

Union Fürstenwalde - Optik Rathneow 0:3 (0:1). Tore: 0:1, 0:2 Abdullah Dzafo (33., 88.), 0:3 Lucas Will (90.+2)

Nein, normal war das nicht mehr, was sich vor dem Anpfiff im Friesen-Stadion ereignete. Es ist der Mannschaft hoch anzurechnen, wie sie all die unerwarteten Ereignisse vor dem Anpfiff verarbeitete, um anschließend eine weitgehend konzentrierte Leistung abzuliefern. Die Spielvorbereitung wurde bereits kurz nach der Abfahrt über den Haufen geworfen. "Baustelle auf der A 10, 105 Minuten länger" kündigte der Verkehrsfunk an. Also mitten im Wochenendverkehr quer durch Berlin. Das klappte so halbwegs. In Fürstenwalde angekommen, fehlte Kimby Januario, der sich erkrankt abmeldete. Beim Aufwärmen verletzte sich Robin Techie-Menson, so das der für eine Pause vorgesehene Vassilios Polichronakis von Beginn an ran musste, oder je nach Sichtweise durfte.

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Doch an diesem Tag ließen sich die Roten nicht beirren. Im Gegensatz zu Dienstag war man hinten meistens konsequent, nahm in Mittelfeld und Sturm die Zweikämpfe an und war spielerisch überlegen. So fiel auch die Rathenower Führung. Lucas Will auf Thilo Gildenberg. Der setzte sich durch und legte ab auf Abdi Dzafo. Optiks Österreicher schoss sowohl scharf, als auch platziert flach ins Netz. Die Gästeführung war verdient, wackelte vor der Pause nur einmal. Direnc Güven zeigte beim Freistoß von Johan Martynets eine starke Parade.

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Nachdem Fürstenwaldes Platzwart mit vollem Körpereinsatz das Aluminium wieder in die richtige Position gebracht hatte, ging es los. Und das ohne jegliches Abtasten oder Taktieren. Vassilios Polichronakis (Jean-Marie Plath im Nachfassen), Emeka Oduah (gehalten von Direnc Güven), Glodi Zingu (nach Freistoß von Emir Sejdovic um Zentimeter vorbeigerauscht), Lucas Will im Konter (wieder Plath) - nach knapp 20 Minuten waren die 203 Zuschauer schon auf ihre Kosten gekommen. Dann der nächste Nackenschlag für den Gast-FSV. Ohne gegnerische Einwirkung verletzte sich Glodi Zingu am Oberschenkel und musste ausgewechselt werden.

Als es dann losgehen sollte, gab es eine höchst ungewöhnliche Schrecksekunde für Direnc Güven. Als eine Art Ritual boxte er noch einmal gegen Pfosten und Latte. Wahrscheinlich wäre aus dem Torhüter auch ein exzellenter Karateka geworden, jedenfalls schaffte es Direnc, die Querstange aus der Verankerung zu lösen. Schiedsrichter Henry Müller aus Cottbus ging sich die Sache zu besehen, nestelte dabei an der Brusttasche, und zog die Rote Karte hervor. Zum Glück musste er anfangen zu lachen, bevor Direnc einen Herzinfarkt bekam. Um es vorwegzunehmen, im Spiel lachte der Referee nicht, zog seine strenge Linie aber konsequent und gerecht auf beiden Seiten durch. So erklären sich auch die sieben verteilten Karten.

Nach der Habzeit war es ausgeglichener. Union musste ja mehr machen, bei den Havelländer Kontern fehlte oft die Präzision im Finalpass. Hinten blieb man aber überlegen, gewann vor allem fast alle Kopfballduelle. So lag der Ausgleich nur nach genau einer Stunde in der Luft, als Leonard Zeqiri eine Hereingabe von Frank Christoph haarscharf verpasste. Wenig später flog Thilo Gildenberg mit Gelb/Rot vom Platz. Extrem ärgerlich. Nicht etwa, weil es eine Fehlentscheidung war, die Aktion war sehr wohl gelbwürdig. Aber Thilo sollte just in diesem Moment ausgewechselt werden. Gegen zehn Rathenower warfen die Gastgeber nun alles nach vorne. Hinterher schreibt es sich leicht, dass nur einmal wirklich Gefahr aufkam, Marc Langner klärte im letzten Moment gegen Emeka Oduah (77.).


Ingo Kahlisch: "Heute haben wir uns endlich mal belohnt"

Im Spiel selbst fieberten alle dem Schlusspfiff entgegen. Noch bevor der kam, zog erneut Abdi Dzafo ansatzlos ab und traf genau links unten zum 0:2. Vier Minuten Nachspielzeit zeigte Schieri Müller an. Knapp zwei davon waren um, als der "Man of the Match" seine Leistung krönte. Abdi Dzafo setzte sich rechts prima durch. Statt zu schießen kam der Querpass auf den noch besser postierten Lucas Will, der zum 0:3 einschob. Nach Direnc Güvens Schwerathletik-Einlage zu Beginn zeigte Lucas anschließend einen hervorragend ausgeführten Doppelsalto, der ihm auch bei den Rathenower Turnmäusen viel Applaus gebracht hätte.

Und weil wir bei dieser Pokalpartie sowieso schon so viel ungewöhnliches hatten - nach dem Abpfiff bedankte sich die Mannschaft bei dem wohl jüngsten Gästeblock, der je den FSV angefeuert hat. Die C-Jugend war nach dem eigenen Auswärtsspielin Ludwigsfelde gleich nach Fürstenwalde durchgefahren und machte 90 Minuten lang mächtig Betrieb. Ingo Kahlisch fasste sich kurz: "Wir freuen uns alle über den Sieg, der, denke ich, verdient war. Heute haben wir uns endlich mal belohnt. Jetzt heißt es, konzentriert weiterzuarbeiten und den Schwung in die Punktspiele mitzunehmen."

Optik Rathenow: Güven - Polichronakis, Wilcke, Zingu (29. Langner/V), Gildenberg (64. G/R) - Gröger, Sejdovic - Bell Bell (69. Muiomo/V), Dzafo, Pistol (77. Köhler) - Will