15. September 2020 / 21:05 Uhr

Dank Freundin und Hund: So wurde VfL-II-Knipser John Iredale wieder fit

Dank Freundin und Hund: So wurde VfL-II-Knipser John Iredale wieder fit

Benno Seelhöfer
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Voller Einsatz: John Iredale (Nummer 14) will in dieser Saison nach seiner Verletzung wieder neu angreifen.
Voller Einsatz: John Iredale (Nummer 14) will in dieser Saison nach seiner Verletzung wieder neu angreifen. © Boris Baschin
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344 Tage war John Iredale verletzt. Doch der Torjäger des VfL Wolfsburg II meldete sich am Sonntag eindrucksvoll zurück, traf in Hildesheim nach sieben Minuten. In seiner langen Pause hatte der australische Nachwuchs-Nationalspieler viel Unterstützung bekommen - vor allem neben dem Platz.

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344 Tage war John Iredale vom Fußball-Regionalligisten VfL Wolfsburg II verletzt, fast ein ganzes Jahr lag zwischen seinem letzten Auftritt beim Heider SV in der vergangenen Saison und seinem Comeback am Sonntag beim VfV Borussia Hildesheim. Doch der Stürmer machte seiner Berufsbezeichnung alle Ehre: Er verabschiedete sich nicht nur mit einem Doppelpack, sondern meldete sich nach nur sieben Minuten mir einem Tor zurück.

„Ich bin sehr glücklich! Das Spiel startete einfach perfekt für mich“, freut sich der 21-Jährige. „Als ich den Ball bekommen habe, habe ich gemerkt, dass das meine Chance ist.“ Und er hat sie genutzt, vor dem Tor ist der australische Nachwuchs-Nationalspieler auch nach der langen Pause gewohnt eiskalt – traf schon in der vergangenen Saison in 13 Spielen neunmal (vier Assists). „Es war dann nach dem Tor sehr emotional für mich, mit dem Team zu feiern. Das hatte ich mir auch vorgenommen, zur Mannschaft zu gehen, falls ich treffe.“

"Das war einfach Pech"

Seine Verletzungspause hatte ein wenig an ihm genagt, gerade weil es sich bereits um seinen zweiten Bruch im rechten Fuß gehandelt hatte. Hin und wieder hatte ihm das Sorgen bereitet. „Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich da nicht auch manchmal dran gedacht habe“, so der Torjäger. Aber: „Das war einfach Pech. Im Heilungsverlauf habe ich schnell gemerkt, wie gut sich jetzt alles anfühlt, das macht mir keine Sorgen mehr.“

In der Reha hat Wolfsburgs Nummer 14 aber auch viel Unterstützung erfahren, nicht nur von den Trainern in der Akademie. „Ich habe viel Zeit mit meiner Freundin verbracht“, berichtet Iredale. Und: „Ich habe jetzt einen kleinen Hund: Sie heißt Joy und ist eine Französische Bulldogge.“

Olympia bleibt großes Ziel

Mit dieser Unterstützung neben dem Platz will Iredale jetzt seine Ziele angreifen: gesund bleiben, viele Tore schießen, dem Team helfen, Olympia, VfL-Profis – und irgendwann mal für Manchester United spielen. „Olympia ist für mich sehr wichtig.“ Aber ebenso der Traum vom Profi-Vertrag: „Als ich mich letzte Saison verletzt habe, ist Omar eingesprungen und hat seine Chance genutzt – wenn ich sehe, was er jetzt erreicht hat, ist das etwas, bei dem ich mir absolut sicher bin, dass ich das auch erreichen kann.“

Einer der ältesten im Team

Kurzfristig zählt für Iredale aber erst mal etwas anderes: Mit 21 Jahren ist der Angreifer schon einer der älteren Spieler im Team, das einen großen Umbruch erlebt hat, viele Spieler sind beispielsweise aus der A-Jugend hochgekommen, Leistungsträger der Vorsaison wie Julian Justvan, Yannik Möker oder Mamoudou Karamoko haben das Team verlassen. „Wir haben ein viel jüngeres Team“, sagt auch Iredale. „Ich setzte mir keine Anzahl von Toren als Ziel. Aber ich will Ziel-Spieler vorn sein – und will jemand sein, der in dem jungen Team vorangeht.“

Damit will Iredale gleich am Freitag (19 Uhr) im Duell mit dem HSC Hannover weitermachen – und endlich seinen Heim-Fluch besiegen. Nur einen seiner insgesamt zehn Treffer im Trikot des VfL Wolfsburg erzielte der Stürmer im AOK-Stadion. Alle anderen gelangen ihm auswärts. So wie in Hildesheim. „Wir haben darüber schon im vergangenen Jahr gesprochen“, sagt Iredale mit einem Schmunzeln. „Aber dafür gibt es eigentlich keinen Grund, mir ist es egal, wo ich spiele. Am Freitag will ich das unbedingt ändern!“