03. April 2021 / 18:33 Uhr

Dank Kabinen-Donnerwetter und Weghorsts Zeh: Wolfsburgs Vorsprung wächst

Dank Kabinen-Donnerwetter und Weghorsts Zeh: Wolfsburgs Vorsprung wächst

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
So passiert's: Weghorst leitet im Fallen den Ball weiter (l.), Brekalo trifft.
So passiert's: Weghorst leitet im Fallen den Ball weiter (l.), Brekalo trifft. © Roland Hermstein
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Jetzt hat der VfL Wolfsburg im Rennen um die Champions-League-Plätze schon elf (!) Punkte Vorsprung auf Rang fünf - dank eines 1:0-Siegs gegen den 1. FC Köln, bei dem der Zeh von Wout Weghorst eine wichtige Rolle spielte.

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Dass er Tore schießen kann, ist allen klar - und dass Wout Weghorst beim 1:0-(0:0)-Sieg gegen den 1. FC Köln leer ausging, ändert daran nichts. Zumal der Niederländer noch sieben Spieltage Zeit hat, die zur selbst gesetzten 20-Treffer-Marke fehlenden drei Tore noch zu erreichen. "Seinen" Moment hatte der Torjäger am Samstag trotzdem - als er über Mitspieler Maximilian Philipp stolperte, den Ball aber im Fallen noch zu Josip Brekalo weiterleitete, der dann das Siegtor erzielte. "Es war wichtig, die eine Situation, die wir bekommen, auch zu verwerten", so Trainer Olvier Glasner. "Die hat Josip nach toller Energieleistung von Wout auch sehr gut abgeschlossen. Ich bin sehr glücklich und froh über den Sieg."

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Torjäger Weghorst als Vorlagengeber - das kommt in jüngerer Vergangenheit häufiger vor. Nach nur einem Assist in der Hinrunde hat der 28-Jährige nun in den letzten sechs Spielen fünf direkte Torvorlagen (in der Rückrunde insgesamt sechs) gegeben. "Der Ball kommt mit Glück vor meine Füße, dann habe ich ihn mit dem Zeh weitergeleitet", beschreibt Weghorst den wichtigsten Moment im Spiel. "Und Josip macht es dann gut!" Dieser eine Moment reichte dem VfL zum Sieg, weil hinten mal wieder die Null stand.

Die defensive Rekordjagd der Wolfsburger geht damit weiter. Zum fünften Mal in Folge gab es jetzt ein Zu-null-Heimspiel - das hat der VfL in seiner Bundesliga-Geschichte noch nie geschafft. Und mit dem insgesamt achten Zu-null-Heimsieg insgesamt in dieser Saison haben die Wolfsburger den Vereinsrekord aus der Spielzeit 2002/03 (mit Stefan Schnoor, Marino Biliskov und Co.) eingestellt.

<b>Koen Casteels</b>: Der Torhüter hatte in der ersten Halbzeit kaum etwas zu tun, musste aber wachsam bleiben, weil Köln immer wieder in die Nähe seines Kastens kam. - Note: 3 Zur Galerie
Koen Casteels: Der Torhüter hatte in der ersten Halbzeit kaum etwas zu tun, musste aber wachsam bleiben, weil Köln immer wieder in die Nähe seines Kastens kam. - Note: 3 ©

Nichts zugelassen hinten, vorn mit einem auch noch leicht abgefälschten Schuss getroffen - das reichte für einen "richtig dreckigen Sieg", wie Mittelfeldmann Maximilian Arnold feststellte. Und er verriet, dass es zur Pause in der Kabine richtig gekracht hat. Sowohl die Spieler untereinander wie auch der Trainer haben "sehr deutliche Worte gefunden". Aus gutem Grund, denn: "Die erste Halbzeit war bodenlos schlecht von uns. So konnte man nicht weiter Fußball spielen." Nach dem Kabinen-Donnerwetter habe sich das Team "ein bisschen geschüttelt" und "dann besser Fußball gespielt - aber immer noch nicht so, wie wir eigentlich können".

Auch das Siegtor hatte mit den klaren Worten untereinander zu tun. "Ich haben den Jungs gesagt, dass wir auch mehr durch die Mitte spielen müssen", so Weghorst. "Wir konnten nicht immer nur über Außen gehen. Denn die Flanken waren nicht gut, dann bringt das nicht viel." Und dann war es ein Antritt am Strafraum in die Mitte, der erst zum Zusammenprall mit Philipp und dann zur Torvorlage führte. "War nicht die allerschönste Aktion", gab der Stürmer schmunzelnd zu.

Aber der VfL ist nun einmal Tabellendritter, "und wenn man oben steht", das weiß auch Arnold, "dann schießt man irgend so ein Drecksding rein - und gewinnt man das Spiel". Und baut seinen Vorsprung aus - nicht auf den Verfolger Frankfurt, der am nächsten Samstag VfL-Gastgeber ist. Sondern auf die Dortmunder Borussia, die mit 1:2 gegen die Eintracht verlor und jetzt mit elf (!) Punkten Rückstand auf Wolfsburg auf Nicht-Champions-League-Platz fünf liegt. BVB-Abwehrchef Mats Hummels gab bereits zu, dass die Chance auf Platz vier "jetzt klein ist".

Elf Punkte - ein üppiges Polster für Wolfsburg. "Aber", so mahnt Arnold, "es sind noch 21 Punkte zu vergeben. Also müssen wir noch ein bisschen arbeiten."