07. Dezember 2019 / 19:35 Uhr

Dank Lara Prasnikar: 1. FFC Turbine Potsdam siegt in der Schlussminute (mit Galerie)

Dank Lara Prasnikar: 1. FFC Turbine Potsdam siegt in der Schlussminute (mit Galerie)

Matthias Schütt
Märkische Allgemeine Zeitung
Lara Prasnikar (l.) erzielt den 4:3-Siegtreffer in der 94. Minute.
Lara Prasnikar (l.) erzielt den 4:3-Siegtreffer in der 94. Minute. © Jan Kuppert
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Frauen-Bundesliga: Die Elf von Matthias Rudolph gewinnt gegen den 1. FFC Frankfurt mit 4:3.

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1. FFC Turbine Potsdam – 1. FFC Frankfurt 4:3 (1:2) Tore: 1:0 Schmidt (20.), 1:1 Freigang (23.), Freigang (27.), 2:2 Schmidt (47.), 2:3 Freigang (57.), 3:3 Prasnikar (80.), 4:3 Prasnikar (90.+2).

Hop oder Top. Ein indirekter Freistoß am Fünf-Meter-Raum des 1. FFC Frankfurt in der 92. Spielminute. Es war die letzte Chance für Frauenfußball-Bundesligist Turbine Potsdam den Lucky Punch im heimischen „Karli“ zu setzen. Am Ende mit Erfolg. Ein kurze Beratschlagung der Kickerinnen, dann traf Turbine-Stürmerin Lara Prasnikar mit „einem überlegten Schuss“, wie sie im Anschluss zu Protokoll gab, durch die Beine der gegnerischen Keeperin zum 4:3 (1:2)-Siegtreffer. Entsprechend groß war im Anschluss der Jubel bei den Gastgeberinnen, die Emotionen mussten raus und durch das Stadion schallten erst die Rufe „So seh'n Sieger aus, Schalalalala“, ehe „Oh, wie ist das schön“ folgte. „Sicher war etwas Glück bei dem Siegtreffer dabei“, sagte Turbine-Spielerin Lara Prasnikar. „Das Spiel ging am Ende hin und her.“

In Bildern: 1. FFC Turbine Potsdam siegt im Torfestival gegen den 1. FFC Frankfurt.

Bianca Schmidt (M.) erzielt das Tor zum 1:0 für Turbine Potsdam. Zur Galerie
Bianca Schmidt (M.) erzielt das Tor zum 1:0 für Turbine Potsdam. © Jan Kuppert

Der Siegtreffer der Potsdamerinnen war ein würdiger Schlusspunkt einer langen Rivalität zwischen beiden Vereinen, die es in der Zukunft aller Voraussicht so nicht mehr geben wird. Denn der Frankfurter Club will sich demnächst der SG Eintracht anschließen und ab der neuen Saison unter einem neuem Namen antreten. „Das Spiel, das letzte in dieser Konstellation, spiegelte nochmal die Geschichte beider Vereine wieder“, resümierte Turbine-Trainer Matthias Rudolph, der nach Abpfiff „stolz“ auf seine Mannschaft war, die aktuell auf Tabellenplatz fünf mit 18 Punkten steht.

„Wir haben uns von den Rückschlägen nicht knicken lassen.“ Denn nach der Führung durch Bianca Schmidt, die nach 20 Spielminuten sehenswert zum 1:0 für die Gastgeberinnen vor rund 1100 Zuschauern traf, drehte das Team aus Hessen mit freundlicher Unterstützung der Turbine-Defensive die Partie – zweimal war Laura Freigang (23./27.) zur Stelle und es stand 2:1 für die Frankfurterinnen. Doch diesen Rückstand egalisierte zwei Minuten nach Wiederanpfiff erneut Turbine-Akteurin Bianca Schmidt, die in dieser Saison ihr Startelfdebüt gab und auf der rechten Außenbahn wirbelte. Die 29-jährige ersetzte die erkrankte Anna Gasper.

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„Mein Debüt hätte nicht besser laufen können. Ich habe gezeigt, wie wichtig ich für die Mannschaft bin“, sagte die in Gera geborene Schmidt. Nur zehn Minuten hielt allerdings dieser Zwischenstand, dann netzte Laura Freigang erneut für die Frankfurterinnen ein - 3:2. „Wir haben uns bei den Gegentoren nicht gut angestellt“, analysierte Turbine-Kapitän Sarah Zadrazil. Doch die Gastgeberinnen zeigten Moral und hatten eine Lara Prasnikar in den Reihen, die zehn Minuten vor dem Abpfiff erst zum zwischenzeitlichen 3:3 traf, ehe der indirekte Freistoß und das Siegtor folgen sollte. Frankfurt-Coach Niko Arnautis haderte dagegen mit der Entscheidung der Unparteiischen. „Das war kein kontrollierter Rückpass“, so Arnautis. „Es ist sehr traurig. Die Art und Weise wie wir verloren haben, tut doppelt weh.“ Den Potsdamerinnen war es am Ende egal, die die drei Punkte im Stadion feierten und diese gute Stimmung auch auf die anschließende Weihnachtsfeier transportierten.

1. FFC Turbine Potsdam: Fischer – Siems, Mesjasz, Agrez, Gerhardt – Graf (75. Chmielinski), Zadrazil, Höbinger – B Schmidt, Prasniker, Ehegötz (66. Weidauer).