15. November 2021 / 16:56 Uhr

„Dann werden die Karten neu gemischt“: Tanzsportteam Göttingen richtet Fokus jetzt auf WM

„Dann werden die Karten neu gemischt“: Tanzsportteam Göttingen richtet Fokus jetzt auf WM

Ferdinand Jacksch
Göttinger Tageblatt
Nach der DM ist vor der WM: Die Göttinger A-Formation will weiter hart an sich arbeiten. Der nächste Wettbewerb ist nicht mehr weit.
Nach der DM ist vor der WM: Die Göttinger A-Formation will weiter hart an sich arbeiten. Der nächste Wettbewerb ist nicht mehr weit. © Volker Hey
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Es war unglaublich spannend: Das Tanzsportteam Göttingen hat bei den Deutschen Meisterschaften der Standard-Formationen in Bremerhaven nur knapp den erneuten Titelgewinn verpasst. Die Göttinger Tänzer hielten sich allerdings nicht lange auf mit der Niederlage. Ihre Aufmerksamkeit gilt nun einem weiteren großen Wettbewerb.

Das Tanzsportteam Göttingen ist bei den Deutschen Meisterschaften der Standard-Formationen in Bremerhaven nur hauchdünn an Platz eins vorbeigetanzt. Nach dem Titelgewinn der Göttinger 2019 in Hamburg sahen die zwölf Wertungsrichter diesmal den Braunschweiger TSC vorne.

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Die Entscheidung am Sonntag fiel allerdings denkbar knapp aus: Die Braunschweiger setzten sich am Ende mit 33,83 Punkten gegen die Göttinger A-Formation durch, die 33,46 und damit lediglich 0,37 Punkte weniger erhielt als der neue Deutsche Meister. Für Braunschweig ist es der 20. Titelgewinn der Vereinsgeschichte.

DM 2021: Das Tanzsportteam Göttingen

Das Tanzsportteam Göttingen zeigte bei den Deutsche Meisterschaften mit beiden Formationen eine starke Leistung. Zur Galerie
Das Tanzsportteam Göttingen zeigte bei den Deutsche Meisterschaften mit beiden Formationen eine starke Leistung. © Volker Hey

Die Göttinger können sich aber trotz der knappen Niederlage freuen. Denn die Braunschweiger Tänzer mit ihrer neuen Choreografie „Dancing on the Ceiling“ und die A-Formation mit „Happy together“ gehen dank ihrer Platzierungen als deutsche Vertreter bei den Weltmeisterschaften am 4. Dezember in der Löwenstadt an den Start. Die B-Formation des Tanzsportteams Göttingen war als Aufsteiger in die 1. Liga mit ihrer Choreografie „Postmodern Jukebox“ bereits in der Vorrunde auf Platz acht ausgeschieden.


„Wir sind enttäuscht, dass es diesmal nur für den zweiten Platz gereicht hat“, zeigte nicht nur Göttingens Teamsprecherin Sannah Burkhardt eine verständliche Reaktion auf das knappe Endergebnis. Doch die Freude überwog recht schnell: „Wir sind super stolz auf die Leistung, die wir erbracht haben und werden unsere Chance bei der WM in Braunschweig nutzen und angreifen.“ Was auch Cheftrainer Markus Zimmermann unterstrich: „Dann werden die Karten ja neu gemischt. Dort wollen wir uns noch besser dem internationalen Publikum und Wertungsgericht präsentieren.“ Zimmermann sprach seinem Team ein dickes Lob aus: „Die Mannschaft hat im richtigen Moment eine Top-Leistung gezeigt und ein super Finale getanzt.“

„Wir hatten eine wunderschöne und tolle Deutsche Meisterschaft"

Das sah auch Tänzer Martin Davong so: „Wir haben in Bremerhaven die besten Durchgänge getanzt, die wir bis dato bieten konnten.“ Auch für Sarah Günther, die ehemalige Teamsprecherin, überwog das Positive: „Wir hatten eine wunderschöne und tolle Deutsche Meisterschaft. So haben wir uns über das gesamte Turnier steigern können. Der finale Durchgang hat einfach nur Spaß gemacht und war eine super Teamleistung.“ Dass es dann am Ende nicht für den Titel reichte, sei zwar schade, „aber trotzdem sind wir mit unserer Leistung sehr zufrieden“, sagte Günther. „Es macht ja auch einen guten sportlichen Wettkampf aus, dass am Ende das Team mit der, aus der Sicht der Wertungsrichter, besten Leistung gewonnen hat.“

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Und das war diesmal Braunschweig mit Rüdiger Knaack, dem erfolgreichsten Standard-Formationstanz-Trainer der Welt. Diesen Umstand fassten die Göttinger schnell als Ansporn für die anstehenden Aufgaben auf. „Wir werden zur WM hin weiter fleißig arbeiten und trainieren, um dort nochmal eine deutlich stärkere Leistung abzuliefern“, versprach die 27-jährige Ärztin Lynn Jessen schon auf der nächtlichen Rückfahrt nach Göttingen.

Für die 21-jährige Medizinstudentin Johanna Wille aus der B-Formation war es etwas ganz Besonderes, „eine Deutsche Meisterschaft als mein allererstes Turnier zu tanzen. So eine Erfahrung zu machen war einfach klasse.“ Trainer Christopher Linne hatte mit einem der hinteren Plätze gerechnet, da vom damals aufgestiegenen Team nur noch etwa die Hälfte der Tänzerinnen und Tänzer dabei war. „Umso überraschender daher für uns der achte Platz mit einer Tendenz nach oben“, so Linne.

Die Tänzerinnen und Tänzer

Für die A-Formation kamen folgende Paare zum Einsatz: Bastian Kalusche/Anna-Lena Padberg, Michael Lieberum/Michelle Barth, Martin Davong/Rebecca Feider, Jason Harris/Linda Spremberg, Tjark Buchwald/Maija Burkhardt, Anton Shukow/Sarah Günther, Alexander Ploch/Sannah Burkhardt, Maxim Jahn/Lynn Jessen. Als Ersttänzer waren Sophia Seidler, Caroline Schulze, Suzan Toptas, Claudia Fischer, Lasse Schmidt, Maxim Kutscher und Richard Bischoff dabei.

Die B-Formation tanzte mit den Paaren Johanna Wille/Cornelius Möhle, Thea Burkhardt/ Torben Zinke, Mia Abel/Daniel Wenzig, Caroline Hampe/Erik Schirmer, Paula Höper/David Günther und Jana Klärner/Matthias Konrad.