18. August 2022 / 22:21 Uhr

Dardai schockt dezimierte Kölner: FC muss um Einzug in Conference-League-Gruppenphase zittern

Dardai schockt dezimierte Kölner: FC muss um Einzug in Conference-League-Gruppenphase zittern

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Palko Dardai (Mitte) hat dem 1. FC Köln das Europa-Comeback vermiest.
Palko Dardai (Mitte) hat dem 1. FC Köln das Europa-Comeback vermiest. © IMAGO/Revierfoto
Anzeige

Der 1. FC Köln hat sein Play-off-Hinspiel um einen Platz in der Gruppenphase der Conference League gegen den ungarischen Erstligisten Fehervar FC in Unterzahl verloren. Nach einem frühen Platzverweis kippte die Partie.

Der 1. FC Köln muss um die Teilnahme an der Gruppenphase der Conference League und die damit verbundene Startprämie in Höhe von drei Millionen Euro zittern. Beim Europacup-Comeback nach fünf Jahren verlor der Bundesligist im ausverkauften Rheinenergiestadion das Play-off-Hinspiel überraschend mit 1:2 (1:2) gegen den ungarischen Underdog Fehervar FC. Nach dem Führungstreffer von Florian Dietz (14. Minute) sorgte eine Rote Karte gegen den Kölner Julian Chabot (20.) wegen einer Notbremse für einen Bruch im FC-Spiel. Budu Zivzivadze (32.) und Palkó Dardai (40.) schossen die Ungarn in Überzahl zum überraschenden Erfolg. Am kommenden Donnerstag steht das Rückspiel in Szekesfehervar an.

Anzeige

Steffen Baumgart nahm im Vergleich zum 2:2 gegen RB Leipzig am vergangenen Sonntag drei Änderungen in seiner Startelf vor. Für Kingsley Ehizibue, Luca Kilian und Eric Martel begannen Benno Schmitz, Kristian Pedersen und eben Rot-Sünder Chabot. Fehérvars deutscher Trainer Michael Boris startete wie erwartet unter anderem mit Palkó Dardai, dem ältesten Sohn von Ex-Hertha-Trainer Pál Dardai.

Beflügelt von den wegen der Europa-Rückkehr euphorischen Kölner Fans legten die Rheinländer einen Blitzstart hin. Die Ungarn kamen kaum zum Luftholen, so schnell agierte die Baumgart-Elf vor dem gegnerischen Strafraum. Für den Dauerdruck mit deutlich mehr Ballbesitz belohnte sich der FC in der 14. Minute. Nach Steckpass von Dejan Ljubicic setzte sich Dietz gegen grätschende Gäste durch und versenkte den Ball zum 1:0. Das Rheinenergiestadion glich einem Tollhaus. Nur sollte die gute Stimmung nicht lange anhalten. Eine Notbremse von Chabot kurz vor dem Strafraum gegen Dardai bestrafte Referee Tiago Bruno Lopes Martins mit der Roten Karte für den 24-Jährigen (20.), der die Welt nicht mehr verstand. Allerdings ging Rot in Ordnung, Chabot war letzter Mann und ging gegen den Sohn des ehemaligen Hertha-Trainers rüde vor.

Anzeige

Die Köln-Fans reagierten geschockt und Fehervar leckte Blut. Der Bundesligist wirkte in Unterzahl plötzlich angeschlagen und ratlos. Im Kopfballduell mit Timo Hübers setzte sich Budu Zivzivadze durch und erzielte das 1:1 (32.). Der FC war von der Rolle, besonders in der Defensive. Ausgerechnet Dardai nutzte die entstandenen Lücken aus und donnerte den Ball nach Vorlage des Ausgleichs-Torschützen unhaltbar für Marvin Schwäbe vom Strafraumrand ins obere Eck.

Baumgart gelang es in der Pause, seine Hintermannschaft zu sortieren – und die Kölner fanden auch Offensiv ihren Faden wieder. Angetrieben von den Fans startete gegen passive Ungarn ein Sturmlauf auf das Fehervar-Tor, mit einigen guten Chancen. Vor allem der eingewechselte Linton Maina kam gleich mehrmals gut zum Abschluss gegen das Borus-Team, das auf einen Defensiv-Riegel setzte. Doch sowohl beim Abschluss aus fünf Metern, wo Maina den Ball nicht richtig traf (62.), als auch beim Abschluss aus halblinker Strafraumposition nach Pass von Kapitän Jonas Hector (70.) verfehlte der Ex-Hannoveraner den möglichen Ausgleichstreffer.

Mit nur zehn Mann übten die Kölner weiterhin massiven Druck aus, doch das Glück nach vorn fehlte. So blieb es bei der unglücklichen Niederlage. Der Auftritt in den zweiten 45 Minuten machte aber Hoffnung auf das Rückspiel in einer Woche in Ungarn.