19. Februar 2018 / 17:37 Uhr

Darts-Profi Martin Schindler gibt Tipps für Anfänger (mit Video)

Darts-Profi Martin Schindler gibt Tipps für Anfänger (mit Video)

Ronny Müller
Märkische Allgemeine Zeitung
Martin Schindler
Der Brandenburger Darts-Profi Martin Schindler (M.) mit dem Redakteuren Christoph Brandhorst (l.) und Ronny Müller. © Detlev Scheerbarth
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Warum der Brandenburger WM-Teilnehmer gut im Kopfrechnen ist.

Martin Schindler hat sein Wettkampf-Hemd angezogen. Es hat großflächig das Muster einer nicht verputzten Mauer. Der Wettkampfname des Brandenburger Darts-Profis ist schließlich „The Wall“. Das steht für seine ostdeutsche Herkunft. Schindler ist zwar erst weit nach dem Mauerfall geboren. Aber „The Wall“ klingt gut und sorgt vielleicht für ein wenig Respekt in der umkämpften Szene.

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Rechter Fuß vorne

An diesem Tag geht es jedoch nicht um Siegen oder Verlieren, sondern ums Lernen. Martin Schindler ist nicht nur zum Redaktionsbesuch bei der Märkischen Allgemeinen gekommen, um über seine noch junge Profikarriere zu reden. Er gibt den Redakteuren Starthilfe in seinem Sport. Das Spiel der Pfeile sieht so einfach aus. Doch in der Praxis erweist sich Darts als ziemlich anspruchsvoll. Der Druck ist groß – wer die Scheibe verfehlt, bekommt nicht nur eine Schelle vom Hausmeister, sondern muss einen ausgeben.

Darts-Profi Martin Schindler beim MAZ-Redaktionsbesuch.

Der Spitzname von Martin Schindler ist aufgrund seiner ostdeutschen Abstammung, er lebt im brandenburgischen Strausberg, The Wall. Zur Galerie
Der Spitzname von Martin Schindler ist aufgrund seiner ostdeutschen Abstammung, er lebt im brandenburgischen Strausberg, "The Wall". ©

„Bei Rechtshändern steht der rechte Fuß vorne an der Wurflinie“, beginnt Schindler seine Lektion. „Das linke Bein wird nach hinten abgewinkelt.“ Das Festhalten des Pfeils ist eine Wissenschaft für sich. Man nehme den Flight zwischen Daumen und Zeigefinger und halte ihn etwa so fest wie einen Kugelschreiber. „Je mehr Finger, umso mehr Kontrolle hat man.“

Kopfrechnen nötig

Der eigentliche Wurf ist schnell beschrieben: „Arm durchziehen und das Handgelenk abklappen.“ Wichtig ist jedoch, dass die Bewegung nur aus dem Arm kommt. Der Körper steht still. Insbesondere für Novizen sei es schwer, bestimmte Felder auf der Scheibe anzuvisieren. „Ich empfehle Anfängern, sich erst einmal auf das obere Viertel zu konzentrieren.“ Wer dann einigermaßen Sicherheit in seinem Trefferbild habe, könne den Zielkorridor einengen.

Profi Martin Schindler gibt Darts-Tipps für Einsteiger

Für WM-Teilnehmer Schindler ist das kein Problem. Ein Profi braucht durchschnittlich 15 Pfeile, um im klassischen 501 auf 0 herunterzuwerfen. „Beim Spielen denkt man immer an das Finish“, sagt Schindler. Dartsspieler müssen also ganz gut im Kopfrechnen sein. Es gibt Felder, die doppelt und Felder, die dreifach zählen. Die Summe der jeweils drei Würfe wird von 501 beziehungsweise vom Rest abgezogen. Dabei versucht Schindler nicht zwingend, die maximale Punktzahl zu erreichen.

Es geht im Laufe eines sogenannten „Legs“ immer mehr auch darum, einen passenden Rest zu haben. In der Regel ist das eine gerade Zahl, da der letzte Wurf ein Doppelfeld treffen muss. Jeder hat dabei seine eigene Taktik. „Es gibt Doppelfelder, die liegen mir, andere nicht“, sagt Schindler. Wer beispielsweise gerne auf die Doppel-8 wirft, versucht halt einen Rest von 16 zu haben.


Premier League in Berlin


Man muss beim Darts-Sport also ziemlich konzentriert sein. „Ich versuche, an nichts zu denken. Einfach spielen, wie im Tunnel, alles ausblenden“, beschriebt Schindler seine Fokussierung. Für den kleinen Wettkampf gegen die MAZ-Redakteure muss Schindler derweil nicht sein ganzes Können abrufen. Wahrscheinlich hätte er auch mit links gewonnen.

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Die verrücktesten Kostüme der Fans im Ally Pally © Getty

Am Donnerstag (20 Uhr, Mercedes-Benz-Arena) kommt die Premier League im Darts erstmals nach Berlin. „Die Premier League ist nach der Weltmeisterschaft das beste Turnier der Welt“, sagt der Brandenburger Darts-Profi Martin Schindler. Für den Internetsender DAZN ist der Strausberger als Experte dabei. Der Weltverband PDC hat nur die aktuelle Weltspitze für das Turnier eingeladen, Schindler ist 64. der Weltrangliste. Gesetzt sind Topprofis wie der Titelverteidiger und Weltranglistenerste Michael van Gerwen, Weltmeister Rob Cross sowie die Schotten Peter Wright und Gary Anderson.