04. Februar 2019 / 12:50 Uhr

„The Thunder“ krallt sich den goldenen Pfeil

„The Thunder“ krallt sich den goldenen Pfeil

Horst Schreiber
Ostsee-Zeitung
Henrik „The Thunder“ Hübner präsentiert den Siegerpokal des 1. northerndarts.de-Turniers auf der Bühne im Younior Hotel.
Henrik „The Thunder“ Hübner präsentiert den Siegerpokal des 1. northerndarts.de-Turniers auf der Bühne im Younior Hotel. © FotoS: Horst Schreiber
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Henrik Hübner gewinnt die Premiere des northerdarts.de-Turnier im Stralsunder Younior Hotel. Die Show begeisterte Teilnehmer, Fans uns Organisatoren.

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Stralsund. Henrik Hübner ist angespannt bis in die Fingerspitzen, visiert die Doppel 20 an – und muss sich neu sortieren. Der Dartsspieler pustet in seine Hände, kühlt die Fingerspitzen in Bowlermanier. Die Spannung auf der Finalbühne des 1. northerndarts.de-Turnier im Stralsunder Younior Hotel ist zum Schneiden. Hinter ihm grölen einige Dartsfans aus dem Zuschauerraum. Dann wirft Hübner seinen Pfeil – und verpasst! Das Finalduell mit Tom Oehlke geht weiter. Der Konkurrent kann in der Folge aufholen, gewinnt Leg 5. Nur noch 4:1. Doch wenig später richtet Hübner erneut seine volle Aufmerksamkeit auf den äußeren Ring des 20er-Sektors. Diesmal sitzt der Dart! Im goldenen Konfettiregen ballt Henrik „The Thunder“ Hübner die Faust Richtung Fans, die schon längst aus ihren Sitzen gerissen wurden und den Premierensieger des northerndarts.de-Turnier überschwänglich feiern. Was für eine Show!

„Zum Schluss war das reine Kopfsache“, beschreibt der Gewinner, der neben der riesigen Trophäe auch das Finalboard mit nach Hause nehmen durfte. „Der Pokal kommt in die Garage“, sagt Hübner. Die ist nämlich schon voll ausgestattet. Statt eines Autos und Gerümpel stehen in der Garage drei Dartscheiben, entsprechende Beleuchtung, ein Kühlschrank und eine Couch. Künftig schmückt also der northerndarts.de-Pokal den Hobbyraum, in dem Hübner fast jeden Tag für ein paar Minuten Pfeile wirft und mit Freunden interne Turniere ausficht. „Die Dartscheibe ist mein TV-Programm“, verrät der Bankkaufmann und erzählt, wie er zu diesem Sport gekommen ist: „Weihnachten 2014 habe ich bei meinen Freunden mitgemacht und gemerkt, dass das Geradeauswerfen gar nicht so verkehrt ist.“ Die Kumpels spielen eine entscheidende Rolle im Dartsleben von Hübner. Da sie alle Otto heißen und Hübner seine Freunde irgendwann überflügelt hatte, ist sein eigentlicher Kampfname „Ottinichter“. Nur für das northerndarts.de-Turnier hatte er sich in „The Thunder“ umgetauft. „Nächstes Jahr laufe ich wieder als ,The Thunder’ auf. Dann haben alle gleich Angst, wenn sie den Namen lesen“, grinst Hübner.

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Finalist Tom Oehlke lief mit eindeutiger Message auf. Zur Galerie
Finalist Tom Oehlke lief mit eindeutiger Message auf. ©

Großen Respekt an die Veranstalter! Sowas hat in der Region noch keiner auf die Beine gestellt.

Dass Hübner im kommenden Jahr dabei ist – sollte es eine Neuauflage geben – hatte ihm Organisator Alexander Arnold direkt nach dem Finale zugesichert. Der Sieger sei gesetzt.

Für den Rüganer Arnold entlud sich am Sonnabend der zwölfmonatige Vorbereitungsstress. „Mein Herz schlug wesentlich ruhiger, als die Nachricht kam: Das Starterfeld ist voll. Es wäre so ärgerlich gewesen, wenn du dir im Vorfeld so den Arsch aufreißt und dann kommen am Turniertag nur 23 Leute“, sagt Arnold. Die Sorge war unbegründet, das Interesse an der Dartspremiere riesig. Noch am Eventtag gab es Anmeldungen.

Die Nervosität beim Organisator blieb aber bis zum Schluss. Vor dem Endspiel hieß der Showmaster die Finalgegner mit Einlaufshow willkommen und zählte die geworfenen Punkte fortan auf Englisch lauthals zusammen. Atmosphäre wie bei der Weltmeisterschaft im Londoner Alexandra Palace, zu der auch die rund 200 Fans mit Gesängen, Zwischenrufen und bemalten Pappschildern beitrugen. „Großen Respekt an die Veranstalter! Sowas hat in der Region noch keiner auf die Beine gestellt. Schon jetzt sind alle heiß auf die Fortsetzung. Das ist nach dieser Show ein Muss“, lobt Sieger Henrik Hübner.

Das 1. northerndarts.de-Turnier. Die Stimmung war top. Zur Galerie
Das 1. northerndarts.de-Turnier. Die Stimmung war top. ©

Das Organisationsteam um Alexander Arnold und sein Vater Roland kann sich vorstellen, das Teilnehmerfeld aufzustocken. Allerdings sollen auch bei kommenden Ausgaben nur Hobbyspieler an den Start gehen. „Viele hier sind auf demselben Level, ab dem Viertelfinale war es reine Kopfsache“, berichtet Hübner und führt aus: „Man hat am Anfang schon geguckt: Wer hält den Pfeil wie? Wer sind die Favoriten? Am Ende haben sich bestimmt alle geärgert, weil sie zu Hause normalerweise mehr werfen als hier beim Turnier.“

Auch Hübner blieb trotz Sieges deutlich hinter seinen eigenen Punkte-Erwartungen. Daran wird er ab sofort wieder in der heimischen Garage feilen. Schließlich hat „The Thunder“ nun einen Titel zu verteidigen.

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