30. Dezember 2020 / 16:27 Uhr

Elmar Paulke: Warum das WM-Aus von Clemens schmerzt – und gleichzeitig das deutsche Darts voranbringt

Elmar Paulke: Warum das WM-Aus von Clemens schmerzt – und gleichzeitig das deutsche Darts voranbringt

Elmar Paulke
In seiner SPORTBUZZER-Kolumne blickt DAZN-Kommentator Elmar Paulke auf das dramatische WM-Ausscheiden von Gabriel Clemens, das für Max Hopp und Nico Kurz (links oben) trotzdem etwas Gutes haben könnte.
In seiner SPORTBUZZER-Kolumne blickt DAZN-Kommentator Elmar Paulke auf das dramatische WM-Ausscheiden von Gabriel Clemens, das für Max Hopp und Nico Kurz (links oben) trotzdem etwas Gutes haben könnte. © imago images (Montage)
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Auf den Coup gegen den Weltmeister folgte großes Drama: Der verpasste Viertelfinaleinzug von Gabriel Clemens bei der Darts-WM trotz zahlreicher Matchdarts war bitter. In seiner SPORTBUZZER-Kolumne zieht DAZN-Kommentator Elmar Paulke aber Positives aus dem ersten Achtelfinal-Einzug eines Deutschen.

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Pures Drama! Wie Gabriel Clemens im Achtelfinale der Darts-WM an Krzysztof Ratajski gescheitert ist, war der absolute Wahnsinn. Eine verrückte Partie mit so vielen Matchdarts für beide Akteure. Wir haben am Dienstagabend das gesamte Drama dieser Sportart gesehen - auch wenn das Niveau schon deutlich niedriger war als beispielsweise im Spiel danach zwischen Michael van Gerwen und Joe Cullen, das ebenfalls 4:3 endete. Dies muss eins der besten Duelle der WM-Geschichte gewesen sein.

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In der Partie von Clemens gegen Ratajski lief es für beide weniger rund. Ich habe immer gehofft, dass er einfach mal laufen lässt, um zwei, drei Legs in Folge zu überzeugen und den Rhythmus zu finden. Doch Clemens gelang das nie - ebenso wenig seinem Kontrahenten. Es gab sehr viele frustrierende Momente. Regelmäßig fehlten die im Darts so entscheidenden Millimeter, um das Triple oder Doppel zu treffen. Letztlich wurden 17(!) Matchdarts vergeben. Das hat bei mir wirklich Schmerzen verursacht, weil die Chance für den „German Giant“ auf den Viertelfinaleinzug derart groß war. Er hat die Schwäche des sonst so konstanten, aber an diesem Abend schlagbaren Polen leider nicht nutzen können.

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Ich bin mir trotz des dramatischen Ausscheidens sicher, dass der diesjährige Auftritt im Ally Pally für Clemens sehr wertvoll war. Er hat gemerkt, auch auf der großen WM-Bühne einen ganz Großen schlagen zu können. Das gesamte Jahr 2020 des Saarländers war schon stark – nun folgte der nächste entscheidende Schritt. Und „Gaga“ ist jemand, der sich nun nicht ausruht. Im Gegenteil: Er wird erst recht weiter an sich arbeiten, um noch mehr erreichen zu können. Mit Blick auf 2021 sagt sich Clemens sicherlich, dass er sich locker noch überall steigern kann. Es wird nicht dabei bleiben, dass der 37-Jährige bei der WM nun einmal deutsche Darts-Geschichte geschrieben hat. Seine Reise geht weiter.

Clemens, Hopp und Kurz auf dem Vormarsch

Für das gesamte deutsche Darts war seine Leistung richtungsweisend. Wir haben gesehen, dass etwas möglich ist auf der größten Bühne dieses Sports. Vor allem Max Hopp, aber auch Nico Kurz und andere profitieren davon. Hopp stand immer als die große Hoffnung im Rampenlicht. Doch wenn sich auf Sicht womöglich zwei, drei Spieler in den Vordergrund drängen und es mehr in die Breite geht, hat jeder Einzelne weniger Druck. Gleichzeitig steigen automatisch die Chancen, dass wir einen Deutschen im Viertel- oder Halbfinale eines großen Turniers erleben – vielleicht ja schon bei der WM im kommenden Jahr.