24. Dezember 2019 / 10:19 Uhr

Elmar Paulke über das Aus von Nico Kurz und Max Hopp bei der Darts-WM: Chance genutzt, Chance vertan

Elmar Paulke über das Aus von Nico Kurz und Max Hopp bei der Darts-WM: Chance genutzt, Chance vertan

Elmar Paulke
Nico Kurz (links) und Max Hopp sind bei der Darts-WM in der dritten Runde gescheitert. DAZN-Kommentator Elmar Paulke schreibt in seiner SPORTBUZZER-Kolumne über das Aus der beiden Deutschen.
Nico Kurz (links) und Max Hopp sind bei der Darts-WM in der dritten Runde gescheitert. DAZN-Kommentator Elmar Paulke schreibt in seiner SPORTBUZZER-Kolumne über das Aus der beiden Deutschen. © Getty Images
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Sowohl Max Hopp als auch Debütant Nico Kurz scheiterten in der dritten Runde und verpassten damit den erstmaligen Achtelfinal-Einzug eines Deutschen bei der Darts-WM. DAZN-Kommentator Elmar Paulke erklärt in der SPORTBUZZER-Kolumne, wieso der Durchbruch nicht gelang.

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Die Darts-WM ist aus deutscher Sicht einmal mehr vorzeitig beendet. In der dritten Runde war sowohl für Max Hopp als auch für Nico Kurz die Reise im Londoner Alexandra Palace beendet. Doch während das Aus von Hoffnungsträger Hopp eine vertane Chance war, wirklich weit zu kommen, hat Kurz sein Debüt auf der großen WM-Bühne erfolgreich genutzt.

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Der bisherige Turnierverlauf spielte dem besten deutschen Darts-Spieler eigentlich in die Karten. In der zweiten Runde scheiterte Ian White überraschend an Darius Labanauskis. Dadurch war Hopps Gegner nicht die Nummer 9, sondern die Nummer 82 der Weltrangliste. Weil der Hesse sein Potenzial nicht nutzte, wie so häufig im „Ally Pally“ verkrampft und nicht frei wirkte, geriet aber selbst Labanauskas zur großen Hürde und gar zur Stolperfalle. Der Litauer spielte solide – und Hopp eben nicht gut genug.

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Das Problem von Hopp bleibt der Kopf

Das wird ihn besonders deshalb ärgern, weil sein kommender Gegner im Achtelfinale entgegen der Erwartung nicht James Wade, sondern Steve Beaton gewesen wäre. Mit Hopps Top-Niveau hätte er gegen Beaton eine große Möglichkeit gehabt – und damit anschließend die Chance auf ein Viertelfinale gegen Michael van Gerwen. Doch das Problem der deutschen Nummer eins ist und bleibt der Kopf. Er kann überragend spielen, das hat er mehrfach gezeigt, nicht zuletzt mit einem 119-Average in diesem Jahr. Bei der WM kommt aber stets das Gefühl hoch, dass Hopp den Moment auf der Bühne in London auch bei seiner siebten Teilnahme nicht genießen kann. Das kann einem fast leidtun.

Ganz anders der erste Auftritt von Kurz im „Ally Pally“. So unbekümmert, so frech, so gut – ein Wahnsinns-Debüt vom 22-Jährigen! Den Sieg in der ersten Runde gegen James Wilson hatte er sich womöglich erhofft, den Erfolg in der zweiten Runde gegen Joe Cullen, den 15. der Weltrangliste, wohl kaum zu träumen gewagt. Dann stand Kurz bei seiner WM-Premiere sogar in der dritten Runde gegen Luke Humphries, doch der abgezockte Engländer hat es letztlich einen Tick zu gut gespielt. Der junge Deutsche ist ein ganz hohes Niveau lange mitgegangen, aber der knapp verlorene fünfte Satz zum 2:3 war entscheidend für die wirklich knappe 2:4-Niederlage.

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<b>Phil Taylor</b>: 14 Titel bei der PDC Darts-WM (1995, 1996, 1997, 1998, 1999, 2000, 2001, 2002, 2004, 2005, 2006, 2009, 2010, 2013) Zur Galerie
Phil Taylor: 14 Titel bei der PDC Darts-WM (1995, 1996, 1997, 1998, 1999, 2000, 2001, 2002, 2004, 2005, 2006, 2009, 2010, 2013) ©

Kurz kann auf lange Sicht sehr erfolgreich sein

Auf seinen gesamten Auftritt in London kann Kurz, der trotz seiner Leistungen und dem Sprung unter die besten 100 der Welt weiterhin seinem Beruf als Industriemechaniker nachgehen wird, in Zukunft aufbauen. Wenn er seinen gewohnt guten Average, den er eindrucksvoll auch auf der großen WM-Bühne gespielt hat, beständig zeigt, wird Kurz auf lange Sicht sehr erfolgreich sein. Er hat wirklich große Fähigkeiten – auch wenn es in diesem Jahr noch nicht gereicht hat, als erster Deutscher das Achtelfinale zu erreichen. Der Wunsch, auf den auch Hopp wieder ein Jahr lang warten muss.