28. Mai 2020 / 16:44 Uhr

Dartsaison soll annulliert werden: Rosenthal als Leidtragender

Dartsaison soll annulliert werden: Rosenthal als Leidtragender

Lukas Everling
Peiner Allgemeine Zeitung
Symbolfoto: Ein echter Volltreffer, wie diese Pfeile in der Triple-20, ist die Entscheidung des Braunschweiger Bezirksdartverbandes für den SV Falke Rosenthal mit Sicherheit nicht. Das Team (kleines Foto) hatte sich bereits auf die Verbandsliga gefreut.
Symbolfoto: Ein echter Volltreffer, wie diese Pfeile in der Triple-20, ist die Entscheidung des Braunschweiger Bezirksdartverbandes für den SV Falke Rosenthal mit Sicherheit nicht. © Sebastian Stein
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Das hat es in den anderen Sportverbänden noch nicht gegeben: Der Dartbezirk Braunschweig will tatsächlich die gesamte Saison annullieren und würde damit den SV Falke Rosenthal gleich doppelt treffen. Der angepeilte Aufstieg in die Verbandsliga würde ausbleiben.

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Saison abbrechen oder fortführen? Quotientenregel oder Halbjahrestabelle werten? Gibt es Absteiger oder nicht? Die Sportverbände in Deutschland haben sich mit so vielen Möglichkeiten beschäftigt, von denen es ohnehin keine schaffen könnte, es allen Teams recht zu machen. Doch überall gab es Lösungen für Teams, die eine gute Saison gespielt haben und letztlich aufsteigen dürfen. Nicht so beim Darts: Der Braunschweiger Bezirksdartverband (BBDV) ist drauf und dran, die Saison komplett zu annullieren und geht dabei einen völlig anderen Weg als die Nachbarverbände in Niedersachsen. Leidtragende sind in diesem Fall die Sportler des SV Falke Rosenthal.

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Das Team war auf dem besten Weg, in die Verbandsliga und damit in die dritthöchste deutsche Spielklasse aufzusteigen. „Wir waren nicht nur Herbstmeister“, sagt Abteilungsleiter Manuel Bollak, „sondern sind derzeit auch Tabellenführer.“ Lediglich der DC Geyer Gieboldehausen hätte noch eine realistische Chance gehabt, die Falken vom Thron zu stoßen. Die Südniedersachsen hätten allerdings das schwierigere Restprogramm gehabt, mit Spielen gegen den Dritten, Vierten und Siebten. Rosenthal hatte etwas schwächere Gegner (6., 8., 9.) vor der Brust. Außerdem stand noch das direkte Duell der beiden Topteams an.

Doch wegen einer Vereinsbefragung werden die Falken nun um den Lohn gebracht. Während sich der Lüneburger Verband und der für den Bereich Weser-Ems direkt für die Wertung der Halbjahrestabelle aussprachen, wandten sich Hannover und Braunschweig an ihre Vereine. „In Hannover haben fast 90 Prozent für diese Variante gestimmt“, weiß Bollak. In Braunschweig hätten sich derweil 50 Prozent für eine Annullierung ausgesprochen, nur 42 Prozent für die Hinrundenwertung – für den Rosenthaler Abteilungsleiter nur schwer verständlich. Auch weil acht Prozent für eine Fortführung der Saison gestimmt haben. „Das stand doch aber nie zur Debatte“, wundert sich Bollak.



Insgesamt empfinde er diesen Vorschlag des BBDV, der erst noch am 12. Juni beim Hauptausschuss des Landesverbandes abgenickt werden muss, als „Frechheit“. Diese Entscheidung würde nicht nur ein Team der Falken treffen, sondern auch noch die Reserve in der Kreisliga. Die hatte durch neun Siege im zweistelligen Bereich mit 26:0-Punkten die Tabelle souverän angeführt. Rein rechnerisch war sie nicht mehr einholbar, dürfte aber wahrscheinlich nicht aufsteigen. „Das größte Problem ist es“, erklärt Bollak, „die Jungs neu zu motivieren.“ Die kommende Kreisliga-Saison dürfte „sehr langweilig für sie werden“.

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Der Abteilungsleiter hatte zunächst eine Beschwerde über die Entscheidung des Sportausschusses eingereicht, später noch eine ausführlichere Nachricht direkt an den Landesverband geschickt. Die Antwort, die zurückkam, sei allerdings „eher nichtssagend“ gewesen, weshalb Bollak kaum mit einer Abänderung der Entscheidung rechnet. Der Antrag solle zwar Tagesordnungspunkt des Hauptausschusses am 12. Juni werden und „ein bisschen Resthoffnung“ bestehe noch. Die Falken müssen sich wohl aber mit einer weiteren Saison in der Bezirksoberliga anfreunden.

Manuel Bollak glaubt: „Wir hätten die Qualität für die Verbandsliga gehabt.“ Grundsätzlich sei der Aufsteiger aus dem Braunschweiger Verband stärker einzuschätzen, als die aus den anderen Bezirken. „Viele haben direkt oben mitgespielt“, weiß Bollak. In der kommenden Saison wird das nicht so sein, wenn Braunschweigs Aufsteiger ausbleibt.

Von Lukas Everling