08. Mai 2019 / 09:31 Uhr

Darum geht es im Streit zwischen den Recken und Arena-Chef Günter Papenburg

Darum geht es im Streit zwischen den Recken und Arena-Chef Günter Papenburg

Carsten Bergmann und Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Sprechen nicht mehr miteinander: Recken-Geschäftsführer Eike Korsen (l.) und Arena-Besitzer Günter Papenburg.
Sprechen nicht mehr miteinander: Recken-Geschäftsführer Eike Korsen (l.) und Arena-Besitzer Günter Papenburg. © Florian Petrow/Rainer Dreose
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Zwischen der TSV Hannover-Burgdorf und Günter Papenburg, dem Chef der Tui-Arena, gibt es großen Ärger. Doch worum geht es eigentlich genau? Der SPORTBUZZER erklärt die verzwickte Situation. 

Verlorenes Vertrauen, ausbleibende Zahlungen und Einblicke in alle Geschäftsunterlagen – das sind die Eckpunkte im Streit der Handball-Recken und Günter Papenburg.

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Die Handballer planen mit einem Bundesliga-Etat von 6,5 Millionen Euro. Papenburg sagte zu: Sollten die Recken nicht ausreichend Einnahmen durch Heimspiele und Sponsoren generieren, schließt der Bauunternehmer die Lücke mit maximal einer Million Euro. Heißt: Haben die Recken nur 5,5 Millionen Euro erwirtschaftet, bezahlt Papenburg selbst oder treibt neue Sponsoren auf. So weit, so klar.

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Nun ist es so, dass Papenburg aufgrund dieser Verpflichtungserklärung Einblicke in die Geschäftsberichte der Recken fordert. Auch, weil er die Rechtmäßigkeit einer Recken-Forderung anzweifelt. Die Handballer verlangen von Papenburg rund 400 000 Euro für die Saison 2017/2018, der Unternehmer vertritt hingegen die Meinung, dass die Recken den Etat auch ohne seine zugesagte Bürgschaft erwirtschaftet hätten. Klarheit würde einzig der Blick in die steuerrelevante Bilanz der Recken bringen, sagt Papenburg. Diese verweigere der Bundesligist aber. Papenburg müsse also auf die Unterlagen vertrauen, die die TSV Hannover-Burgdorf GmbH bislang offengelegt hat. Das macht er nicht.

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Landgericht Verden empfiehlt außergerichtliche Einigung der Parteien

Vor dem Landgericht Verden kam es Anfang März zu einer mündlichen Verhandlung mit dem vorläufigen Ergebnis, dass die Parteien sich zunächst außergerichtlich einigen sollten. Auch empfiehlt das Landgericht das Zulassen der erbetenen Prüfungen der Unterlagen. Erfolgsaussicht auf eine Einigung: gleich null, zumal schon zuvor zwei Mediationsrunden – unter anderem moderiert von Kai Fischer, Geschäftsführer von Antenne Niedersachsen – scheiterten.

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28. Spieltag: SG Flensburg-Handewitt (A), Donnerstag, 19. März 2020, 19 Uhr ©

Recken machen Angebot - Papenburg lehnt ab

Die Recken haben als Vergleichsvorschlag Folgendes angeboten: Die Verpflichtungserklärung wird aufgehoben, dafür unterschreibt Papenburg einen Sponsoringvertrag über jährlich 750 000 Euro. Dazu sind die Recken bereit, für die Nebenkosten der Heimauftritte in der Tui-Arena mit 9000 Euro pro Spiel aufzukommen, und garantieren künftig mindestens zehn Saisonpartien in der großen Arena. Ein Angebot, auf das Papenburg nicht bereit ist, auch nur im Ansatz einzugehen.

Mit einem Sponsoringvertrag habe er nahezu keine Rechte, Geschäftsberichte einzusehen. Der Rahmenvertrag, der damals noch mit dem früheren Recken-Manager Benjamin Chatton geschlossen wurde, beinhalte außerdem, dass alle Bundesliga-Heimspiele in der Tui-Arena ausgetragen würden. Und darüber hinaus betrügen die Nebenkosten pro Heimspiel nicht nur 9000 Euro, sondern 15 000 Euro. „Und das können wir mit unseren Bilanzen rückhaltlos nachweisen“, betont der Unternehmer.

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Papenburg fordert die Erfüllung der Rahmenvereinbarung, darüber verlangt er weiterhin Einblicke in die Bilanzen und er setzt grundsätzlich ebenso voraus, dass Hauptsponsor CP-Pharma, der jährlich 2 Millionen Euro den Recken zur Verfügung stellt, seine Unterstützung wie vertraglich vereinbart bis 2022 fortsetzt.

Der Ton wird rauer

Im Klartext: Beide Parteien sind weiter denn je voneinander entfernt. Und der Ton wird rauer. Papenburg droht mit Konsequenzen und verweist auf den Rahmenvertrag sowie eine damit verbundene Zwei-Millionen-Investition in die Infrastruktur der Tui-Arena (Videowürfel, VIP-Küche, Elektroinstallationen). Sollten die Recken ihren Verpflichtungen nicht nachkommen – dazu gehören seiner Meinung nach auch ausgebliebene Mietzahlungen in Höhe von mehr als 200 000 Euro –, dann steigt er aus der Verpflichtungserklärung aus und will Ansprüche gegenüber den Recken gerichtlich geltend machen.

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