07. Januar 2021 / 14:40 Uhr

Darum startet Hansa Rostock optimistisch ins neue Fußball-Jahr 

Darum startet Hansa Rostock optimistisch ins neue Fußball-Jahr 

Sönke Fröbe
Ostsee-Zeitung
Startschuss ins neue Jahr: Für Hansa – hier Daedlow, Rother, Sonnenberg, Löhmannsröben und Bahn (v.l.) – geht die Hinrunde mit dem Heimspiel gegen Unterhaching weiter.
Startschuss ins neue Jahr: Für Hansa – hier Daedlow, Rother, Sonnenberg, Löhmannsröben und Bahn (v.l.) – geht die Hinrunde mit dem Heimspiel gegen Unterhaching weiter. © Lutz Bongarts
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Nach nur drei Wochen Spielpause will die Härtel-Elf gegen Unterhaching den ersten Sieg 2021 einfahren.

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Die Winterpause war so kurz wie noch nie. Drei Wochen nach dem 2:0-Sieg in Zwickau nimmt Hansa Rostock am Sonnabend mit dem Heimspiel gegen die SpVgg Unterhaching das Aufstiegsrennen in der 3. Liga wieder auf. „Das Spiel in Zwickau war extrem wichtig, damit wir mit einem guten Gefühl in die Pause gehen. Jetzt ist es genau so wichtig, gut wieder rauszukommen“, sagt Trainer Jens Härtel vor dem ersten Spiel des neuen Jahres: „Wir müssen zusehen, das wir dranbleiben, immer Tuchfühlung wahren und nie unten reinrutschen. Im März, April wird es diese Momente geben, dann musst du stabil sein, wenn es um die Wurst geht.“

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Statt mit einem Trainingslager in etwas wärmeren Gefilden und Testspielen bereitet sich der Tabellenfünfte seit dem 28. Dezember zu Hause im Schnelldurchgang auf die verbleibenden 21 Spiele vor. „Es ist wieder ein Blindflug und nicht zu vergleichen, als wenn man drei oder vier Wochen Zeit hätte, sich noch mal neu zu fokussieren“, erklärt Härtel. Trotz der ungewöhnlichen Rahmenbedingungen ist er mit dem Zustand der Spieler mehr als zufrieden: „Wir sehen seit dem 28. Dezember eine Mannschaft, die sehr gut beieinander ist. Alles was wir umsetzen wollten, konnten wir umsetzen.“

So schlugen die Sommer-Neuzugänge des FC Hansa in dieser Saison bislang ein:

Bentley Baxter Bahn: Der Hamburger, der aus Halle kam, ist Hansas bester Einkauf auf dem Sommer-Transfermarkt. Wohl der kompletteste Fußballer in der Mannschaft, kreativ, enorm laufstark und torgefährlich – nicht mehr wegzudenken. Zur Galerie
Bentley Baxter Bahn: Der Hamburger, der aus Halle kam, ist Hansas bester Einkauf auf dem Sommer-Transfermarkt. Wohl der kompletteste Fußballer in der Mannschaft, kreativ, enorm laufstark und torgefährlich – nicht mehr wegzudenken. ©

Auch Stürmer Pascal Breier sieht der Trainer nach dessen bislang enttäuschender Saison auf einem guten Weg. „Pascal ist deutlich besser zurückgekommen, er hat jetzt eine andere Präsenz, auch von der Physis her. Ich hoffe, dass er an das anknüpft, was er in der letzen Saison gezeigt hat und noch ein paar Tore für uns beisteuert.“ Mit 15 Treffern war der Ex-Stuttgarter 2019/20 bester Hansa-Schütze, in dieser Spielzeit hat Breier erst drei Mal getroffen und ist nur Teilzeit-Stürmer.

Alte und auch ein paar neue Verletzungssorgen trüben Hansas Start ins neue Fußballjahr. Neben den langzeitverletzten Maurice Litka (Kreuzbandriss), Nils Butzen (Schambeinentzündung) und Max Reinthaler (Sehnenanriss) fällt gegen Unterhaching auch Angreifer Erik Engelhardt angeschlagen aus. Hinter dem Einsatz von Lukas Scherff steht zudem ein Fragezeichen, der Mittelfeldmann brach am Donnerstag das Training vorzeitig ab. Zudem ist Abräumer Björn Rother gesperrt (fünfte Gelbe Karte).

„Wir sind froh, dass wir jetzt in der Breite besser aufgestellt sind und Verletzungen und Sperren besser auffangen können“, sagt Härtel mit Blick auf die beiden Winter-Neuzugänge Simon Rhein und Lion Lauberbach. Wunderdinge erwartet der Trainer von ihnen (noch) nicht. „Sie haben ein halbes Jahr kaum Spielzeit gehabt und müssen erst mal ihren Rhythmus finden. Deshalb müssen wir geduldig sein.“ Dennoch: In den ersten Trainingstagen haben Mittelfeldmann Rhein und Stürmer Lauberbach offenbar so viel gezeigt, dass sie schon gegen Unterhaching Kandidaten für die Startelf sind: „Das Potenzial haben sie auf jeden Fall.“

Und das nötige Selbstvertrauen auch. „Ich bin bereit“, sagt der Ex-Nürnberger Rhein, der den gesperrten Rother im Mittelfeld ersetzen könnte. Auch Kiel-Leihgabe Lauberbach sieht sich voll im Saft. „Physisch und von der Fitness her bin ich zu 100 Prozent da. Klar fehlt mir ein bisschen die Matchhärte, aber das geht auch ganz schnell“, sagt der 22-Jährige. Ob der 26-Mann-Kader im Winter noch weiter nachgerüstet werden soll, macht Härtel von der Entwicklung in den nächsten Wochen abhängig. „Die ganz große Not, weitere Spieler zu verpflichten, haben wir aktuell nicht.“ Auch wolle man „im Moment“ keinen Spieler abgeben.

Vieles ist in diesem Jahr anders als im vergangenen Winter, auch dass Jens Härtel ohne neuen Vertrag in die Restrunde startet. 2020 hatte der Trainer seinen Kontrakt mit Hansa gleich nach dem Jahreswechsel verlängert, dieses Mal haben beide Seiten es damit nicht so eilig. Er sehe „gar keinen Grund, darüber zu reden, zumal wir noch nicht mal die Hinrunde beendet haben. Von daher bin ich völlig entspannt“, sagt Härtel. „Für mich ist erst mal wichtig, wie wir jetzt reinkommen, alles andere ergibt sich dann.“