27. November 2020 / 18:29 Uhr

Darum wird Hingst nicht Cheftrainerin der Wolfsburger Fußballerinnen

Darum wird Hingst nicht Cheftrainerin der Wolfsburger Fußballerinnen

Andreas Pahlmann und Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
EM-Quali: Felicitas Rauch gewann mit dem DFB-Team 6:0, Wolfsburgs Co-Trainerin Ariane Hingst saß am ZDF-Mikrofon.
EM-Quali: Felicitas Rauch gewann mit dem DFB-Team 6:0, Wolfsburgs Co-Trainerin Ariane Hingst saß am ZDF-Mikrofon. © Roland Hermstein / Getty Images
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Ariane Hingst hat den Cheftrainer-Posten beim VfL Wolfsburg abgelehnt. Das verriet die Ex-Nationalspielerin im ZDF, wo sie als Co-Kommentatorin beim EM-Quali-Spiel gegen Griechenland war. Die Partie, bei der zwei Wolfsburgerinnen zum Einsatz kamen, endete 6:0.

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Bei den Fußballerinnen des VfL Wolfsburg ist der Trainerwechsel längst beschlossene Sache. Stephan Lerch wird den Verein zum Saisonende verlassen, als Nachfolger stellte der Verein bereits im September Tommy Stroot vor, der aktuell noch Twente Enschede trainiert. Ariane Hingst, Lerchs Co-Trainerin, verriet jetzt, dass auch sie eine Kandidatin für den Job war. Nachdem Lerch seinen Abschied bekannt gegeben hatte, beschäftigte sich Ralf Kellermann, Sportlicher Leiter der VfL-Frauen, mit mehreren Kandidaten und Kandidatinnen, darunter auch Ex-Nationalspielerin Hingst. Ehe sich der VfL festlegte, sagte Hingst allerdings bereits ab. "Ralf Kellermann hatte angefragt, ich habe das verneint", bestätigte Hingst am Freitag am ZDF-Mikrofon, wo sie als Co-Kommentatorin das EM-Qualfikationsspiel gegen Griechenland begleitete.

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Die 174-fache Nationalspielerin Hingst (nur Birgit Prinz und Kerstin Stegemann haben mehr DFB-Länderspiele) ist seit 2016 Co-Trainerin in Wolfsburg, ein Aufstieg auf den Cheftrainerposten wäre fast logisch gewesen - auch Lerch hatte auf diese Weise Kellermann beerbt. "Ich habe lange überlegt, ob ich das mache", so Hingst, "es gab mehrere Gründe, die dagegen gesprochen haben." Beim VfL stehe möglicherweise "ein kleiner Umbruch" im Sommer an, und aus der Situation heraus bei einem Top-Verein wie dem VfL die erste Cheftrainer-Position anzutreten, "erschien mir nicht der richtige Weg." Dass sie irgendwann den Sprung auf einen Chefcoach-Posten wagt, schloss die 41-Jährige "für mich selbst nicht aus." Aktuell ist Nora Häuptle (SC Sand) die einzige Trainerin in der Frauen-Bundesliga.

Das Spiel der DFB-Auswahl gegen Griechenland brachte den erwarteten klaren Sieg, 6:0 hieß es am Ende. Nur zwei der fünf VfLerinnen kamen zum Einsatz. Felicitas Rauch spielte über die volle Distanz, Lena Oberdorf wurde in der zweiten Halbzeit eingewechselt. Svenja Huth und Kathrin Hendrich schauten hingegen nur von der Bank aus zu, Pia-Sophie Wolter stand nicht im Spiel-Kader und muss weiter auf ihr Debüt im Nationalmannschafts-Trikot warten. "Spielerisch war vieles gut umgesetzt", analysierte Hingst die Partie. "Insgesamt war das ein Auftritt, mit dem sie zufrieden sein können." In der Konstanz sehe sie aber noch ein paar Defizite, "ob es jetzt der letzte Pass war, der Torschuss oder die letzte Genauigkeit - das sind sicher Bereiche, die angesprochen und verbessert werden müssen."