17. Dezember 2019 / 11:32 Uhr

"Alles drin, was man sich wünscht": So verrückt war das beste Derby aller Zeiten

"Alles drin, was man sich wünscht": So verrückt war das beste Derby aller Zeiten

Stephan Hartung
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Am Ende triumphierten die Scorpions in einem verrückten Eishockey-Derby über die Indians.
Am Ende triumphierten die Scorpions in einem verrückten Eishockey-Derby über die Indians. © Florian Petrow
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Tore satt, ein Spielverlauf wie eine Achterbahnfahrt und jede Menge Emotionen: Das hannoversche Eishockey-Derby am Sonntag zwischen den Indians und Sorpions hat so ziemlich alles bisher Dagewesene übertroffen. Ein Rückblick. 

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Das Spiel war schon 30 Minuten beendet. Mit seinen Mannschaftkollegen, darunter Danny Reiss und Robin Ringe mit schwarzer Perücke, hatte Björn Bombis schon längst die Feierlichkeiten vor den eigenen Fans beendet – da ging der Kapitän der Hannover Scorpions nochmal an die Eisfläche und blickte in das leere Stadion am Pferdeturm. Und schüttelte ungläubig den Kopf. „Das war heute ein Klassiker, über den man noch lange reden wird“, sagte Bombis. Mit seinem Team hatte er in der Oberliga das Derby bei den Hannover Indians mit 8:6 gewonnen.

Zwar gab es mit der Verletzung von Indians-Stürmer Igor Bacek auch eine Negativaspekt. Dennoch: Das Spiel vom Sonntag war das beste Derby aller Zeiten. Seit 2013 treffen Indians und Scorpions gemeinsam in der Oberliga in Punktspielen aufeinander. Immer wieder sprachen Beteiligte oder Experten bei dramatischen Aufholjagden oder Entscheidungen in Verlängerung oder Penaltyschießen von „toller Werbung fürs hannoversche Eishockey“.

Alles nur dumpfe Phrasen, alles streichen. Das epische Duell vom 15. Dezember 2019 muss ab sofort als DAS Derby gelten, die Mutter aller Eishockey-Schlachten zwischen Indians und Scorpions.

Bilder vom Eishockey-Oberliga zwischen den Hannover Indians und Hannover Scorpions (15. Dezember 2019)

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Noch nie gab es so viele Tore in einem Punktspiel-Derby

Dass die Mellendorfer das glücklichere Ende für sich hatten, ist natürlich ärgerlich aus Sicht der Indians-Fans, aber eigentlich geschenkt. Denn alle 4.477 Zuschauer dürfen behaupten, Augenzeuge dieses wahnsinnigen Spiels geworden zu sein, dass eigentlich keinen Verlierer verdient gehabt hätte. „In dem Spiel war alles drin, was man sich als Eishockey-Fan wünscht“, sagte Bombis.

"Das ging zack, zack"

Zahlreiche Geschichten prägten die Partie – in erster Linie die Anzahl der Tore. 14 Treffer hatte es in einem Punktspiel-Derby noch nie gegeben. Auch die Torfolge hinterließ Eindruck, teilweise wechselte die Führung binnen 28 Sekunden wie bei den zwei Toren von Indianer Arnoldas Bosas im ersten Drittel. Die Scorpions benötigten zum Beginn des Schlussdrittel nur drei Minuten, um aus einem 3:5-Rückstand eine 6:5-Führung zu machen. „Da waren wir nicht auf der Höhe. Das ging zack, zack“, sagte ECH-Kapitän Branislav Pohanka, der sich auch nicht damit trösten konnte, beim Derby sein 100. Ligator für die Indians erzielt zu haben. Das letzte Drittel gewannen die Scorpions mit 5:1.

EC Hannover Indians: Das ist der Spielplan der Saison 2019/20:

Freitag, 28.Februar (20 Uhr): ESC Moskitos Essen - EC Hannover Indians Zur Galerie
Freitag, 28.Februar (20 Uhr): ESC Moskitos Essen - EC Hannover Indians ©

Beide Trainer wechseln den Torhüter

Und nicht nur aus diesem Grund war der finale Spielabschnitt der Begegnung ein Highlight. Innerhalb von wenigen Spielminuten wechselten beide Trainer ihre Torhüter – das erlebt man im Eishockey extrem selten. Den Scorpions brachte der Tausch von Ansgar Preuss für Enrico Salvarni beim Zwischenstand von 5:3 das Momentum zurück. Bei den Indians, die am Montag Abwehspieler Aaron Beally (zuletzt inaktiv, früher Füchse Duisburg) verpflichteten, verpuffte die Hereinnahme von Kristian Hufsky für Philip Lehr beim 5:6-Rückstand.

Ab dem zweiten Drittel hatten sich beide Teams wieder aufs Eishockeyspielen konzentriert. Das war im ersten Drittel, trotz fünf Toren, anders. 46 Strafminuten verhängte Schiedsrichter Marc Naust in der Partie, die bei zahlreichen Faustkämpfen aus dem Ruder zu laufen schien.

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