31. Mai 2021 / 11:05 Uhr

Das Borgsdorf-Beben: Rückzug in die Kreisliga - auch der Trainer geht

Das Borgsdorf-Beben: Rückzug in die Kreisliga - auch der Trainer geht

Matthias Schütt
Märkische Allgemeine Zeitung
Die Oranienburger gewannen ihr Achtelfinale gegen Ligakonkurrent Forst Borgsdorf mit Spielertrainer Jonny Ratajczak (r.) klar mit 7:0.
Jonny Ratajczak, bislang Spielertrainer in Borgsdorf, verlässt den Verein. © Robert Roeske
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Landesklasse Nord: Am Montagmorgen bestätigten die Verantwortlichen des FSV Forst Borgsdorf auf SPORTBUZZER-Nachfrage, dass sie nicht mehr für die Landesklasse melden. Trainer Jonny Ratajczak sucht sich eine neue Herausforderung. Sein Nachfolger steht schon fest.

Am Sonntagabend ist die Entscheidung nach Information des SPORTBUZZER gefallen! Der FSV Forst Borgsdorf zieht seine Mannschaft zur kommenden Saison aus der Fußball-Landesklasse zurück, hat stattdessen nur für die Kreisliga gemeldet. Dies bestätigte Forst-Vereinschef Marco Hinz am Montagvormittag und sagte: "Schweren Herzens mussten wir diese Entscheidung treffen, die sicherlich im Vorstand kontrovers diskutiert wurde. Wir hätten aber keinen spieltauglichen Kader für eine ganze Saison in der Landesklasse zusammenbekommen."

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Damit endet ein dreijähriges Abenteuer für die Borgsdorfer, die nach der Spielzeit 2017/18 als Staffelsieger aus der Kreisoberliga Oberhavel/Barnim in die Landesspielklasse aufgestiegen waren. In den Serien 2018/19, 2019/20 und 2020/21 standen in der Nordstaffel lediglich die Platzierungen 13, 14 und 15 zu Buche, wobei die letzten beiden Spielzeiten pandemiebedingt vorzeitig abgebrochen wurden. "Die Mannschaft und Trainer Jonny Ratajczak haben bis zum Schluss alles versucht, konnten aber keine neuen Spieler gewinnen", so Hinz. Da für die "Förster" die Unterschiede sowie das Niveau zwischen Landesklasse und Kreisoberliga nicht all zu groß sind, entschieden sie sich nun für den Neustart in der Kreisliga. Der Antrag wurde inzwischen an den Spielausschuss des hiesigen Fußballkreises gestellt.

Bilder von der Borgsdorfer Meistersause 2018

Als Kreismeister stand der FSV Forst Borgsdorf rechnerisch schon fest. Nun gab es am vorletzten Spieltag auch den Siegerpokal aus den Händen des Spielausschussvorsitzenden Steffen Misdziol. Nach dem 2:2-Remis gegen den SV Rüdnitz/Lobetal brachen in Borgsdorf alle Dämme und die Mannschaft feierte ihren Erfolg ausgelassen. Zur Galerie
Als Kreismeister stand der FSV Forst Borgsdorf rechnerisch schon fest. Nun gab es am vorletzten Spieltag auch den Siegerpokal aus den Händen des Spielausschussvorsitzenden Steffen Misdziol. Nach dem 2:2-Remis gegen den SV Rüdnitz/Lobetal brachen in Borgsdorf alle Dämme und die Mannschaft feierte ihren Erfolg ausgelassen. ©

Für die nächste Saison braucht die Mannschaft zusätzlich noch einen neuen Coach für die Kreisspielklasse. Denn nach drei Jahren ist für Spielertrainer Jonny Ratajczak Schluss. "Auch wenn die Zeit in Borgsdorf Spaß gemacht hat und ich viele tolle Menschen getroffen habe, hat es auch Kraft gekostet", so der Ex-Forst-Coach. "Ich habe mich hier immer wohl gefühlt." Nach eigenen Angaben will Ratajczak in den kommenden zwei Jahren noch einmal aktiv auf dem Rasen stehen, befindet sich derzeit in Gesprächen mit potenziellen Vereinen. Eine Vollzugsmeldung soll zeitnah erfolgen. "Einen Spielertrainer wird es mit mir aber nicht mehr geben", sagt Ratajczak.


Viel Arbeit steht also in den kommenden Wochen für die Borgsdorfer Vereinsverantwortlichen an. Als Nachfolger von Ratajczak wird Peter Holland, der bis dato die Reserve trainierte, die neue Kreisliga-Mannschaft übernehmen. Denn die Borgsdorfer gehen nächste Saison mit nur zwei Teams in den Spielbetrieb an den Start, wie Hinz vermeldete. Während die bleibenden Spieler aus der bisherigen "Ersten" zusammen mit der Forst-II-Mannschaft aus der 1. Kreisklasse die neue Kreisliga-Truppe für die Spielzeit 2021/22 bilden, bleibt die bisherige dritte Mannschaft nun als Reserve in der 2. Kreisklasse.

Zweiter Einschnitt in der jüngeren Vergangenheit

Für den FSV Forst Borgsdorf ist der neuerliche Rückzug aus dem Land bereits die zweite Zäsur in der jüngeren Vereinsgeschichte. Bereits 2017 hatte der Verein seine damalige Landesliga-Mannschaft aus dem Spielbetrieb auf Landesebene zurückgezogen. Finanzielle Gründe hätten damals für den Entschluss gesprochen, wie der damalige Vereinschef Michael Reichert (heute Vorsitzender des Fußballkreises Oberhavel/Barnim) seinerzeit sagte. Nun müssen die "Förster" den nächsten Umbruch meistern.

Noch am Sonntag hatte Steffen Misdziol, der dem Spielausschuss im Fußballkreis vorsteht, erläutert, dass er zwar von Gedankenspielen um einen Borgsdorfer Rückzug wisse, ihm aber noch keine offizielle Mitteilung des Clubs aus dem Hohen Neuendorfer Ortsteil vorliege.