13. April 2021 / 23:03 Uhr

"Das Datum hab’ ich verdrängt": Sein letztes Wolfsburg-Spiel bestritt Schäfer bei den Bayern

"Das Datum hab’ ich verdrängt": Sein letztes Wolfsburg-Spiel bestritt Schäfer bei den Bayern

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Absolvierte sein letztes VfL-Spiel gegen die Bayern: Wolfsburgs heutiger Sportdirektor verletzte sich im Dezember 2016 schwer – und zwar nach einem Kopfball-Duell mit FCB-Kapitän Philipp Lahm (kl. Foto, l.).
Absolvierte sein letztes VfL-Spiel gegen die Bayern: Wolfsburgs heutiger Sportdirektor verletzte sich im Dezember 2016 schwer – und zwar nach einem Kopfball-Duell mit FCB-Kapitän Philipp Lahm (kl. Foto, l.). © DPA/Imago Images
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Sein letztes Spiel bestritt der heutige VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer für den Wolfsburger Fußball-Bundesligisten gegen Bayern München. Gute Erinnerungen hat er daran aber nicht...

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Der VfL am Samstag (15.30 Uhr) gegen die Bayern – für jeden Spieler ist das Duell mit dem Rekordmeister ein Highlight in der Saison. Für Wolfsburgs Rekord-Feldspieler und heutigen Sportdirektor Marcel Schäfer war das auch immer so. Allerdings: An seine letzte Begegnung mit dem Tabellenführer der Fußball-Bundesliga denkt Schäfer nicht mehr gern zurück, weil die Wolfsburger am 10. Dezember 2016 mit 0:5 bei den Bayern untergingen und Schäfer schon nach 22 Minuten verletzt runter gemusst hatte. Nicht nur das: Es war Schäfers letztes VfL-Spiel überhaupt.

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„Kein gutes Datum. Das habe ich verdrängt“, sagt der 36-Jährige schmunzelnd und fügt hinzu. „Es war nicht schön – zum einen vom Ergebnis her und zum anderen musste ich wegen eines Innenbandrisses raus. Es war ein außergewöhnliches letztes Spiel für mich.“ Bayern-Kapitän und Weltmeister Philipp Lahm war ihm „in einer unglücklichen Situation nach einem Kopfball-Duell“ aufs Knie gefallen. Hinterher hatte sich Lahm bei Schäfer entschuldigt. „Bitter war, dass wir danach das Spiel aus der Hand gegeben haben. Das war alles wirklich nicht schön – und das Ganze auch noch in meinem letzten Spiel für den VfL.“

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Dass es sein letztes der insgesamt 256 Bundesliga-Spiele für die Wolfsburger sein werde, war ihm in dem Moment noch nicht bewusst. Aber nach einem Gespräch mit der damaligen sportlichen Führung um Trainer Valérien Ismael (heute Trainer beim FC Barnsley) und Sportdirektor Olaf Rebbe (jetzt 1. FC Nürnberg) im Winter-Trainingslager war klar, dass es für Schäfer schwer werden könnte, nach der Verletzung noch mal eine entscheidende Rolle im Team zu spielen. Ricardo Rodriguez hatte hinten links die Nase vorn.



Und so reifte Schäfers Traum, in den USA seine Karriere zu beenden. Drei Monate später begann dann sein Abenteuer bei den Tampa Bay Rowdies, im Sommer 2018 die Rückkehr nach Wolfsburg. Nicht zurück auf den Platz, sondern als Sportdirektor. Manager Jörg Schmadtke und er bauten nach zwei Fast-Abstiegen ein neues Team auf – eines, das als Tabellendritter jetzt ans Tor zur Champions League klopft und selbstbewusst ins Duell mit den Bayern gehen kann. „Die Mannschaft scheut keine Herausforderung. Es macht ja auch Spaß, sich mit solch einem Top-Team zu messen“, so Schäfer. „Wir haben im Hinspiel gezeigt, dass wir das können. Leider haben wir da die letzte Konsequenz im gegnerischen Strafraum vermissen lassen – sonst hätten wir einen Punkt mitgenommen.“ Am Ende stand der VfL beim 1:2 mit leeren Händen da.

Am Samstag soll es anders laufen – dafür müsse der VfL beim Wiedersehen mit dem FCB in der Defensive konsequenter zupacken als beim 3:4 am vergangenen Samstag in Frankfurt, als die Wolfsburger nach vorn hin glänzten, jedoch in der Abwehr ungewohnt löchrig waren. Schäfer: „Wir freuen uns auf die Bayern. Es ist eine große Chance für uns, gegen so eine Top-Mannschaft ein Ausrufezeichen zu setzen.“

Ein Ausrufezeichen zu setzen, bevor es in der letzten englischen Woche der Saison nach Stuttgart geht und dann die Dortmunder kommen. Schäfer: „Als Spieler freut man sich auf so eine Woche. Wir haben uns in eine Position gebracht, von der hätten wir vor zweieinhalb Jahren alle geträumt. Dass wir jetzt solche Momente erleben dürfen, ist doch eine große und tolle Chance. Wir gehen mit Selbstvertrauen in diese Woche.“

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