19. April 2022 / 19:01 Uhr

Unbesiegbar, unbezwingbar? Das gute Omen von Union Berlin im DFB-Pokal

Unbesiegbar, unbezwingbar? Das gute Omen von Union Berlin im DFB-Pokal

David Joram
Märkische Allgemeine Zeitung
Gegen Leipzig gefordert: Unions etatmäßiger Ersatztorwart Frederik Rönnow.
Gegen Leipzig gefordert: Unions etatmäßiger Ersatztorwart Frederik Rönnow. © IMAGO/Contrast
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Im DFB-Pokal-Halbfinale bei RB Leipzig bietet sich dem Berliner Torwart Frederik Rönnow die Chance auf Werbung in eigener Sache - eine Statistik spricht eindeutig für ihn.

Wenn alles so läuft, wie Trainer Urs Fischer das angekündigt hat, wird der 1. FC Union an diesem Mittwoch bei RB Leipzig (20.45 Uhr, ARD und Sky) ins Finale des DFB-Pokals einziehen. Schließlich hat der Berliner Fußball-Bundesligist in dieser Saison noch kein Pflichtspiel verloren, in dem Frederik Rönnow zwischen den Pfosten stand. Zehnmal kam der eigentliche Ersatztorwart bislang für die Berliner zum Einsatz, stolze achtmal gewannen sie wegen ihm – oder mit ihm. So genau weiß man das nicht, weil Union häufig so diszipliniert verteidigte, dass der Torwart kaum eingreifen musste.

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In den jüngsten drei Spielen gegen Köln (1:0), bei Hertha (4:1) und gegen Frankfurt (2:0) durfte sich Rönnow selten auszeichnen. Gegen die offensivfreudigen Leipziger um Topstürmer Christopher Nkunku dürfte das mit hoher Wahrscheinlichkeit anders aussehen. Von Rönnows Form könnte abhängen, ob Union nach 21 Jahren wieder ins DFB-Pokal-Finale einzieht.

In Bildern: So weit kam Union Berlin im DFB-Pokal seit 2000.

<b>So weit kam Union Berlin im DFB-Pokal seit 2000.</b> Zur Galerie
So weit kam Union Berlin im DFB-Pokal seit 2000. © dpa/Getty images

Dass Rönnow, den seine Mitspieler schlicht „Freddy“ rufen, seine Trikotnummer 19 auch über den Leipziger Rasen tragen darf, gilt als sicher. Nach Fischers letzten Aussagen sieht er den etatmäßigen Stammtorwart Andreas Luthe noch nicht bei 100 Prozent. Muskuläre Probleme hatten die bei den Fans äußerst populäre Nummer 1 Ende März außer Gefecht gesetzt. Seit dem 1. April steht deshalb Rönnow ununterbrochen im Tor und macht seine Sache weitgehend ordentlich. Gut möglich gar, dass sich gerade ein leiser Machtwechsel auf der Torhüterposition vollzieht.

Luthe hielt in dieser Saison zwar einige Male stark, leistete sich aber auch auffällig viele Fehler, kleinere wie größere. Dass er mit seinen 35 Jahren zur alten Torhütergarde zählt, zeigt sich vor allem dann, wenn er den Ball am Fuß hat – seine Pässe landen gerne mal beim Gegner. Unantastbar ist Luthe nur noch bei den Fans, die ihm alles verzeihen und auch nach den dicksten Böcken „Luthe-Luthe“-Rufe ausstoßen.

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Das größere Potenzial schlummert wohl im 29-jährigen Rönnow, der das in seiner bisherigen Bundesliga-Karriere aber nur selten nachweisen konnte. Der aus dem dänischen Horsens stammende Torwart hatte den Kopenhagener Club Brøndby IF 2018 verlassen, um bei Eintracht Frankfurt eine Stammposition zu bekleiden. Doch daraus wurde nichts. Ein schwieriges erstes Jahr, beeinflusst durch Verletzungen, warf ihn sportlich und hierarchisch zurück, und auch nach einer Leihe zu Schalke 04 in der vergangenen Saison hafteten Rönnows Leistungen stets Zweifel an. Die vielen Trainerwechsel im Ruhrgebiet nutzten dem Spieler nicht; auch bei S04 verlebte er mehr Partien auf der Bank als auf dem Platz.

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In seiner vierten Bundesliga-Saison steht der 1,90 Meter große Schlaks bei gerade mal 27 Bundesliga-Einsätzen – eigentlich zu wenig für den dänischen Nationalspieler, der in der Auswahl seines Landes über den Nummer-2-Status ebenfalls nicht hinauskam. Bei Union schätzt man derweil die ruhige und ausgeglichene Art Rönnows, der in dieser Hinsicht ein bisschen wie Luthe wirkt: vernünftig, bodenständig, ausgeglichen. Ein wirklich herausragendes Spiel hat er aber noch nicht gezeigt – eine günstige Gelegenheit böte sich nun in Leipzig.

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