05. Februar 2019 / 19:00 Uhr

Das irre Baseball-Tor in Wolfsburg: Jetzt spricht der geschlagene Grizzlys-Torwart

Das irre Baseball-Tor in Wolfsburg: Jetzt spricht der geschlagene Grizzlys-Torwart

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Grizzlys-Goalie Jerry Kuhn traf der spektakuläre Gegentreffer zum 5:6 gegen den ERC Ingolstadt am härtesten.
Grizzlys-Goalie Jerry Kuhn traf der spektakuläre Gegentreffer zum 5:6 gegen den ERC Ingolstadt am härtesten. © Boris Baschin
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Einfach mal mit dem Eishockey-Schläger per Rundschlag nach dem Puck geschwungen, der fliegt übers ganze Feld und landet auf der anderen Seite erst am Torwart. Dann im Netz. So geschehen im DEL-Spiel am Sonntag zwischen den Grizzlys Wolfsburg und dem ERC Ingolstadt, der dadurch das 6:5 beim 7:5 erzielte. Jetzt spricht der geschlagene Keeper Jerry Kuhn.

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"Ich habe den Puck nicht mehr gesehen"

Dieses Tor wird in die DEL-Geschichte eingehen, ein Tor, das die Grizzlys Wolfsburg kassierten, ein Tor, das mit Jerry Kuhn in Verbindung bleiben wird, dem Grizzlys-Torwart. Wie ein Baseballer hatte Ingolstadts Eishockey-Profi Brett Olson am Sonntag den Puck durch die Luft übers ganze Feld gejagt, der Puck traf auf der anderen Seite Kuhn und plumpste über die Linie. Jetzt spricht erstmals Wolfsburgs Torwart. „Ich sah da nicht gut aus“, sagt er. Aber: „Ich habe den Puck einfach nicht mehr gesehen.“ Wer den Schaden hat...
In den sozialen Medien setzte es Kritik und auch Häme für den Keeper, doch der nimmt es professionell. „Die meisten wissen nicht, wie das ist hinter der Maske. Wenn der Puck aus der Höhe kommt, man ins Licht schauen muss oder die schwarze Scheibe mit dunklem Hintergrund verschmilzt, kann man sie manchmal nicht mehr verfolgen.“

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Kuhn reagierte - vielleicht war das sein Pech

Kuhn erinnert sich: „Im ersten Moment dachte ich bei der Aktion auf der anderen Seite hoher Stock“. Es wurde aber nicht abgepfiffen. Kuhn weiter: „Der Puck ging hoch in die Luft. Dann schaue ich hoch, da sind die Scheinwerfer, ich habe den Puck nicht mehr gesehen. Wade Bergman hob den Arm. Seine Geste deutete für mich daraufhin, dass der Puck seitlich weggeht, vielleicht sogar aus dem Spielfeld.“ Doch das, was nach unerlaubtem Weitschuss aussah (und dann mit Bully im Drittel der schießenden Mannschaft fortgesetzt worden wäre), wurde kein Befreiungsschlag. Weil der Schuss aufs Tor kam. Kuhn hatte dort verharrt, dann traf ihn der Puck am Schoner. Zu wissen, dass der Puck bei ihnen ist, aber nicht zu wissen, wo genau – das ist der übelste Moment für Keeper. Reagieren oder nicht reagieren? Manchmal wischen sie den Puck rein, manchmal erwischen sie ihn dadurch im letzten Moment. Kuhn reagierte auf den Puck, als er ihn spürte, machte einen Versuch, die Scheibe vorbeizuleiten. Vielleicht tropfte die Scheibe genau dadurch rein. Zum 5:6. Die Grizzlys verloren 5:7.

Brett Olsons Baseball-Tor gegen Jerry Kuhn

Der Puck kommt hoch zu Ingolstadts Brett Olson (unten rechts). Der nimmt Maß... Zur Galerie
Der Puck kommt hoch zu Ingolstadts Brett Olson (unten rechts). Der nimmt Maß... ©
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LESENSWERT

Die Grizzlys schossen und kassierten schon andere kuriose Tore

Ein irres Tor. Die ebenfalls irritierten Unparteiischen zogen den Videobeweis heran. Letztlich war alles korrekt, Kuhn war der große Pechvogel, der ähnlich wie Coach Hans Kossmann nur feststellen konnte: „Das passt einfach nur in unsere schreckliche Saison.“ Für den Torwart war dieses krumme Ding doppelt ärgerlich, denn er braucht zur neuen Saison einen neuen Verein.
Doch auch andere Keeper haben sich schon Eier gefangen. Etwa Chris Rogles, der für die Grizzlys mal einen Schuss von der Mittellinie kassierte. Brent Aubin wiederum erwischte mal Schwenningens Dimitri Pätzold ebenfalls übers halbe Feld, ebenfalls mit einem Puck, der zuvor hoch geflogen war. Daniar Dshunussow war mal aus Wolfsburgs Tor vorwärts gehechtet, um einen Puck abzufangen, allerdings hechtete er weit am Spielgerät vorbei.

Auch ein Stanley-Cup-Sieger legte sich mal ein Ei ins Nest

Stanley-Cup-Sieger Cam Ward (Carolina Hurricanes) legte sich mal ein Eigentor ins Netz, als er den Puck hinter dem Tor angehalten hatte, und beim Zurückeilen nicht gemerkt hatte, dass der Puck unter einem Schuh verhakt war. Ward rückte sich im Tor zurecht, hatte beide Füße dabei mal hinter die Linie geschoben. Als sich die Spieler auf der Jagd nach dem vermeintlich gestoppten Puck wunderten, wo der geblieben ist, ergab der Video-Beweis: der Puck ist unter dem Torwart-Schuh, war zwischendurch hinter der Linie – Tor für die anderen. Zum Video

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