23. Mai 2021 / 12:29 Uhr

"Das Kapitel ist beendet": RB Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann packt die Koffer

"Das Kapitel ist beendet": RB Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann packt die Koffer

Elena Boshkovska
Leipziger Volkszeitung
RB Nagelsmann
Nach zwei Jahren ist für Julian Nagelsmann bei RB Leipzig Schluss. © Getty Images
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Julian Nagelsmann verabschiedet sich aus Leipzig in Richtung München. Gegen Union Berlin reichte die Leistung seiner Mannschaft nicht mehr für den Punkterekord und die beste Saison der Vereinsgeschichte. Die Fußstapfen, die er seinem Nachfolger Jesse Marsch hinterlässt, seien deshalb auf einem überschaubaren Niveau.

Leipzig. Nach der 1:2-Niederlage gegen Union Berlin, schließt sich für RB Leipzig ein Kapitel: Trainer Julian Nagelsmann verlässt den Bundesligisten aus der Messestadt. Im Anschluss der Partie An der Alten Försterei sagte er: „Jetzt gilt es nur noch, die letzten Sachen zu packen und dann ist das Kapitel – ein sehr schönes Kapitel – beendet.“ Am Mittwoch habe er bei einem Grillabend einige Worte an die Mannschaft und den Staff gerichtet. „Wir hatten zwei sehr taffe Jahre, ohne Winterpause, ohne Sommerpause. Die Jungs sind alle froh, dass sie jetzt auch sofort nach Hause können. Sie brauchen jetzt sofort ein paar Tage frei.“

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„Abbild der gesamten Saison“

Die Schlussworte der letzten Seite seines RB-Buches fielen leider nicht ganz so aus, wie es sich Nagelsmann gewünscht hätte. Denn eigentlich hatte er die Chance auf einen ersten Titel mit den Leipzigern, sowohl für sich, als auch für den Club. An dem verlorenen Pokalfinale hatten die Profis und ihr Coach lange zu knabbern. Nach dem Saisonziel, sich für die Champions League zu qualifizieren, war da außerdem noch der Wunsch, den Punkterekord von Ralph Hasenhüttl zu brechen und die Spielzeit mit 68 Zählern abzuschließen. Das wäre gegen Union Berlin möglich gewesen, die Kräfte haben am Ende aber nicht mehr für einen Sieg gereicht.

DURCHKLICKEN: Einige Bilder aus der Partie

Eine Niederlage zum Saisonabschluss: RB Leipzig verliert trotz Chancenplus beim 1. FC Union Berlin mit 1:2. Zur Galerie
Eine Niederlage zum Saisonabschluss: RB Leipzig verliert trotz Chancenplus beim 1. FC Union Berlin mit 1:2. ©

Denn es wiederholte sich das Schema der vergangenen Spiele: Eine eher schwache erste Halbzeit und dann die Wende nach Wiederanpfiff. Justin Kluivert brachte die Leipziger in Führung, und die – beflügelt von dem Zwischenstand – spielten sich einige hochkarätige Chancen heraus. Allerdings hatten sie die Rechnung nicht mit Unions Keeper Andreas Luthe gemacht, der einen herausragenden Tag erwischte und Schuss um Schuss parierte. „Es ist ein bisschen wie ein Abbild der gesamten Saison. Wir hätten heute alle gerne gewonnen“, sagte Nagelsmann nach dem Spiel. „Wir hätten gerne punktemäßig die beste Saison gespielt. Aber das war heute nicht mehr drin, weil wir zu viele Dinger liegen gelassen haben.“

Überschaubare Fußstapfen für Jesse Marsch

Jetzt gelte es, die Niederlage – vielleicht auch den gesamten Saisonendspurt – abzuhaken. Denn aus den vergangenen zehn Ligaspielen konnte RB Leipzig lediglich dreimal als Sieger hervorgehen. Viermal mussten sie sich geschlagen geben und dreimal spielten sie Remis. Nun heißt es aber schnellstmöglich in den Urlaub zu fahren. Für ihn stehe zunächst am Sonntag die Reise nach München bevor: „Meine Frau hat sich um die Formalitäten gekümmert. Meine Familie ist schon dort. Ich packe am Sonntagmorgen noch meine Sachen aus dem Büro ein und fahre dann in der Früh los.“ Danach müsse auch er ein paar Tage durchschnaufen. „Die zwei Jahre waren schon anstrengend. Das hat nicht zwingend etwas mit RB Leipzig zu tun, sondern generell: Es waren sehr viele Spiele, sehr wenig Pause, sehr wenig Urlaub.“

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Seinem Nachfolger hinterließ er Fußstapfen, die „auf jeden Fall zu erreichen“ seien, so Nagelsmann. „Wir haben uns fußballerisch entwickelt und einen attraktiven und erfolgreichen Fußball gespielt“, resümierte Nagelsmann seine Leistungen beim Leipziger Bundesligisten. Aber: „Wenn du am Ende keinen Titel, nicht Erster in der Liga oder im Pokal bist, sind die Fußstapfen auf einem überschaubaren Niveau.“ Mit der Leistung der Mannschaft sei er dennoch zufrieden. Denn schließlich haben sich die Roten Bullen, mit Ausnahme der Anzahl geschossener Tore, in allen statistischen Werten gesteigert: mehr Chancen, weniger Gegentore, kaum Kontersituationen zugelassen, selbst einige Kontertore gemacht. „Der Faktor Tore ist der einzige, in dem wir uns deutlich zum vergangenen Jahr verschlechtert haben.“ Abschließend wünsche er Jesse Marsch alles Gute für die neue Saison.

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