25. März 2020 / 19:15 Uhr

Das Kicker-Tagebuch: Keine Sauna, kein Fitnessstudio, keine Familienbesuche

Das Kicker-Tagebuch: Keine Sauna, kein Fitnessstudio, keine Familienbesuche

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
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Die Corona-Krise hat große Auswirkungen auf die Gesellschaft, auch an Fußball ist nicht zu denken. Training fällt aus, Spieltage wurden abgesagt. Daher begleiten wir in dieser Woche drei Akteure aus den Kreisen Gifhorn und Wolfsburg in ihrem "neuen" Alltag.

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Kein Sport, kaum soziale Kontakte und arbeiten im Home Office: Das Leben vieler Menschen ist derzeit eingeschränkt. Auch der Alltag der Fußballer aus der Region hat sich massiv verändert. Sowohl bei Kim Kemnitz von Oberligist MTV Gifhorn als auch bei Andrea Rizzo von Lupo/Martini Wolfsburg (Oberliga) und Nicolas Müller (FSV Vorhop/Schönewörde) hat sich das Leben verändert - und diesmal spricht das Trio über coronabedingt verpasste Termine und die Sonnenstrahlen, die man nur bedingt genießen kann.

Kim Kemnitz MTV Gifhorn

Kim Kemnitz (MTV Gifhorn)

Nach der Arbeit bin ich acht Kilometer gelaufen, das macht mir zwar eigentlich nicht viel Spaß, aber man muss sich ja fit halten und kann so wenigstens die Sonne genießen. Wenn man weiß, dass man nach der Arbeit zum Training fährt und seine Jungs sieht, ist das schon eine andere Motivation. Und es ist schade, dass man das Wetter nicht wirklich genießen kann. Sonst würden wir Fahrrad fahren oder mal ein Eis essen gehen, aber darauf verzichtet man in diesen Wochen. Was mir aber viel mehr fehlt, ist der Kontakt zu meiner Familie. Eigentlich fahre ich jeden Dienstag und Mittwoch von der Arbeit aus Wolfsburg auf dem Weg zum Training nach Gifhorn bei meinen Eltern, meiner älteren Schwester und meiner dreijährigen Nichte vorbei. Das mache ich momentan nicht, das ist ziemlich ätzend.

Andrea Rizzo Lupo Martini Wolfsburg

Andrea Rizzo (Lupo/Martini Wolfsburg)

Eigentlich arbeite ich ja immer morgens, aber für den Rest der Woche muss ich von 13 bis 19 Uhr arbeiten - das ist schon eine Umstellung. Da bleibt dann wenig Zeit für andere Dinge. Nach dem Frühstück sind wir einkaufen gegangen, dadurch waren wir dann zumindest noch ein wenig an der frischen Luft. Das Wetter haben wir genossen, aber eigentlich wären wir noch irgendwo einen Kaffee trinken gegangen, aber das geht ja derzeit leider nicht. Das ist schon doof. Normalerweise gehe ich mittwochs auch immer vor dem Training ins Fitnessstudio, aber auch das ist ja momentan nicht möglich. Mein Trainingsprogramm steigere ich deswegen aber nicht. Mittags gab's bei uns dann Gnocchi mit Pesto und Tomatenstücke. Dann stand die Arbeit an, abends haben meine Freundin und ich noch ein paar Gesellschaftsspiele gespielt - wir lieben italienische Kartenspiele.

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Nicolas Müller (FSV Vorhop/Schönewörde)

Auf der Arbeit hat man immer eine gute Beschäftigung, ansonsten bin ich froh, dass ich mittags noch zu meinen Eltern rüber kann, um dort zu essen. Dann hat man noch ein paar soziale Kontakte. Ansonsten haben wir einen relativ großen Teich und da versammeln sich momentan immer die Enten. Denen werde ich mal eine Futterstelle bauen. Generell haben Tiere für mich einen hohen Stellenwert, auch meine Freundin ist von Tieren begeistert - das passt echt gut. Ansonsten gehe ich eigentlich jeden Mittwoch und Freitag in die Sauna, das fehlt mir schon extrem. Eigentlich hat man sich auch immer auf die Wochenenden gefreut, an denen man sich mit Freunden treffen oder mal zum Wandern in den Harz fahren konnte. Diese spontanen Dinge vermisse ich - genauso wie unseren Stamm-Griechen.

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