25. Mai 2016 / 19:20 Uhr

Das Knie der Nation! So hart kämpft Schweinsteiger um die EM

Das Knie der Nation! So hart kämpft Schweinsteiger um die EM

Eric Zimmer
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Bastian Schweinsteiger: Eine Nation sorgt sich um sein Knie. Hält es für die EM?
Bastian Schweinsteiger: Eine Nation sorgt sich um sein Knie. Hält es für die EM? © dpa/imago/(Montage)
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Bastian Schweinsteiger - Sein unbedingter Siegeswille führte Deutschland 2014 zur Weltmeisterschaft. Doch reicht es für die EM?

Das Wort „Aufgeben“ kenne er nicht, sagt Bastian Schweinsteiger. Deswegen arbeitet er „Stunde um Stunde“ daran, es irgendwie doch noch zu schaffen. Zurück auf den Trainingsplatz, zurück aufs Feld. Im EM-Vorbereitungscamp der Fußball-Nationalmannschaft in schweizerischen Ascona kämpft der Kapitän deswegen. Mit seinem Knie, und darum, zum Turnier nach Frankreich fahren zu können.

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Die EM als versöhnlicher Saisonabschluss: Die abgelaufene Spielzeit war schließlich eine, in der der 31-Jährige vom Pech verfolgt wurde. Nach seinem Wechsel vom FC Bayern München zu Manchester United zerrissen ihn erst die englischen Medien wegen seiner Leistungen, dann setzte ihn ein kaputtes Innenband über mehr als 100 Tage außer Gefecht. Und so dreht sich jetzt alles um die Frage: Wird das Knie der Nation fit für die EM? Gestern lieferte Schweinsteiger im Tessin erste Antworten.

Die wichtigste: „Es geht mir gut“, sagte der 114-fache Nationalspieler. Das letzte MRT habe sogar „sehr gut“ ausgesehen. Bei der ersten Einheit im Stadio Comunale ackerte Schweinsteiger im Fitnesszelt neben dem Platz, später posierte er lachend und schoss ein Foto von sich und Teamkollegen. „Jetzt muss ich mich näher ans Mannschaftstraining ranbringen“, sagte er. Beim DFB fühlt er sich wohl, beim DFB hat er Kredit. Den Kapitän dabei zu haben, „sei einfach wichtig“, hatte Offensivmann Thomas Müller vor Kurzem erklärt, „egal, ob er jetzt beim ersten Spiel fit ist“.

Sortiert Löw Schweinsteiger aus?

Und gebetsmühlenartig betont auch Bundestrainer Joachim Löw, dass er bis zum letzten Moment abwarten will im Fall Schweinsteiger, der erst mal weiter individuell trainieren wird.

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Drei Optionen gibt es: Der Kapitän fährt fit zur EM. Oder er ist als mentale Stütze dabei, auch wenn ein Einsatz fraglich ist. Oder Löw sortiert ihn am 31. Mai aus seinem vorläufigen Kader aus. Der Trainer: „Er hat teilweise täglich dreimal trainiert. Ich bin sehr zuversichtlich.“ Glaube oder Hoffnung? Die Zeit rennt.

Unklar ist auch, unter wem Schweinsteiger kommende Saison in Manchester arbeiten wird. Trainer Louis van Gaal wurde entlassen (nur Platz fünf in der Liga), José Mourinho gilt als heißer Kandidat für die Nachfolge. Der DFB-Kapitän zur Lage bei seinem Klub: „Louis van Gaal und ich, wir hatten ein sehr gutes Verhältnis, auch wenn wir nicht immer einer Meinung waren. Er hat mich bei Bayern München (2009 bis 2011, Anm. d. Red.) sehr gefördert.“ Fußball-Diplomatie? Dann der Blick in die mögliche Zukunft: „Jeder will mal unter so einem Trainer trainieren“, sagt Schweinsteiger und meint Mourinho.

Bedankt sich der Kapitän?

Thema abgehakt. Denn jetzt zählen nur Ascona und die EM. Die Situation erinnert an 2014. Vor der WM plagte Schweinsteiger eine Entzündung der Patellasehne. Doch er wurde fit, stand am Ende als Held mit dem Pokal da. Dagegen steht ein Satz von gestern, der seine Unsicherheit beschreibt: „Ich habe seit Ende März kein Spiel gemacht.“

Doch Schweinsteiger kämpft. Und hofft. Auch darauf, dass er sich in Frankreich für die Geduld von Löw bedanken kann, indem er zu Erfolgen beiträgt. Und zwar so: „Man braucht Herz und Leidenschaft. Darauf aufmerksam zu machen, ist der Job von erfahrenen Spielern.“ Und so ein Spieler ist Schweinsteiger.

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