29. Juli 2021 / 12:26 Uhr

Das lange Warten durch Corona: Eberl und Heidel erklären die Probleme auf dem Transfermarkt

Das lange Warten durch Corona: Eberl und Heidel erklären die Probleme auf dem Transfermarkt

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Max Eberl und Christian Heidel gehören zu den Bundesliga-Managern, die auf dem Transfermarkt noch Arbeit vor der Brust haben.
Max Eberl und Christian Heidel gehören zu den Bundesliga-Managern, die auf dem Transfermarkt noch Arbeit vor der Brust haben. © IMAGO/Montage
Anzeige

Nach einer ersten großen Transfer-Offensive haben die deutschen Topteams um den FC Bayern und Borussia Dortmund ihre Kader soweit fertig. Dennoch prognostizieren die Manager der Bundesliga noch einen zähen August - mit weiteren satten Transfer-Strömen Ende August.

Wenn das Transferfenster jetzt schließen würde, wären die Kaderplaner der deutschen Spitzenkräfte weitgehend zufrieden. Nach der Millionen-Verpflichtung von Wunschspieler Donyell Malen hat Borussia Dortmund sein Wunschteam vorerst komplett, der FC Bayern München hält sich nach den teuren Transfers von Trainer Julian Nagelsmann und Verteidiger Dayot Upamecano ohnehin zurück. Selbst RB Leipzig hat seine Planungen nach einem Großangriff auf dem Transfermarkt vorerst abgeschlossen. Und jetzt? Ruhe jedenfalls dürfte einen Monat vor dem Ende der Wechselfrist weder bei den Topklubs noch in der gesamten Bundesliga einkehren.

Anzeige

„Die Kaderplanung zieht sich länger hin als sonst üblich, und ich gehe davon aus, dass überall noch bis Ende August viel Bewegung drin sein wird“, sagte Borussia Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl der Deutschen Presse-Agentur. Selbst wenn die gewünschten Profis von einigen Klubs bereits frühzeitig verpflichtet wurden: Die viel größere Frage in diesem Sommer ist, welche Spieler die Liga bis Ende August noch verlassen könnten. Die Corona-Pandemie hat große Löcher in den Budgets der Vereine hinterlassen. Manager wie Eberl warten daher bewusst ab, ob noch millionenschwere Angebote für begehrte Akteure wie Nationalspieler Matthias Ginter reinkommen.

Und das könnte dauern. Der größte Käufermarkt, die mit einem gigantischen TV-Vertrag gesegnete Premier League, dürfte fast schon traditionell bis zum Ende der Transferperiode abwarten. Was würde etwa der BVB also machen, wenn ihn kurz vor Schluss noch eine 200-Millionen-Euro-Offerte für Superstürmer Erling Haaland erreichen sollte? Ja sagen, weil man damit auf einen Schlag alle coronabedingten Finanzsorgen los wäre? Oder doch ablehnen, weil man so kurzfristig keinen adäquaten Ersatz mehr bekommen würde? Ähnlich geht es einem Klub wie dem VfB Stuttgart, dem noch ein Wechsel von Torjäger Sasa Kalajdzic drohen könnte.

Fast alle Klubs haben durch Corona deutliche Verluste gemacht

„Die Frist ist der 31. August. Für uns stellen sich bis dahin immer die Fragen: Was haben wir für einen Spieler? Was für einen Wert hat er? Wie schwer können wir ihn ersetzen? Können wir ihn durch das, was uns angeboten wird, ersetzen?“, erläuterte VfB-Sportdirektor Sven Mislintat im Kicker die Herausforderungen für die Kaderplaner. „Wenn ziemlich viele Jas dabei herauskommen, können wir darüber nachdenken, zu verkaufen.“ Dank der Transfers von Torwart Gregor Kobel zum BVB (15 Millionen) und Stürmer Nicolas Gonzalez (23,5 Millionen) nach Florenz befinden sich die Schwaben aber in der komfortablen Lage, nicht mehr verkaufen zu müssen.

Das geht nicht allen Klubs so. „Nahezu alle Klubs haben durch die Pandemie Verluste im zweistelligen Millionenbereich gemacht, das lässt sich nicht in so kurzer Zeit ausbügeln“, sagte der Mainzer Vorstand Christian Heidel der Deutschen Presse-Agentur. Selbst die Bayern zögern bedingt durch die Corona-Krise auf dem Transfermarkt, obwohl sie angesichts teils erheblicher Personalprobleme gerade im Mittelfeld noch Verstärkung gebrauchen könnten. Zuschlagen würden sie aber wohl nur, wenn eine sofortige Verstärkung verfügbar wäre. Bis dahin beobachtet Manager Hasan Salihamidžić wie seine Kollegen den Markt. Es könnte noch ein langer Monat werden.