28. Mai 2021 / 18:00 Uhr

Das letzte Geisterspiel? Lok Leipzigs Public Viewing fällt aus

Das letzte Geisterspiel? Lok Leipzigs Public Viewing fällt aus

Anton Kämpf
Leipziger Volkszeitung
leeres Bruno-Plache-Stadion
Da das Public Viewing nun doch abgesagt werden musste, bleiben während dem Sachsenpokalfinale zwischen Lok Leipzig und dem Chemnitzer FC auch im Bruno-Plache-Stadion die Ränge leer. © imago images/Picture Point
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Keine Fans in der Egidius-Braun-Sportschule, kein Public Viewing im Bruno-Plache-Stadion – auch das Sachsenpokalfinale ist ein Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Es könnte jedoch vorerst das letzte Mal sein, SFV-Präsident Hermann Winkler baut auf einen Regionalliga-Saisonstart mit Zuschauern.

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Leipzig. Auf gemeinsames Anfeuern müssen die Fans des 1. FC Lok Leipzig nun doch verzichten und gemäß der Corona-Schutzverordnung in Kleingruppen das Sachsenpokalfinale am Sonnabend gegen den Chemnitzer FC (MDR, 14:05 Uhr) schauen. Das angedachte Public Viewing im Bruno-Plache-Stadion musste verworfen werden - zu aufwendig und kompliziert sei eine Durchführung eines solchen Events in diesen Zeiten. Auch der Joseph Pub, dessen Betreiber Olaf Winkler Aufsichtsratsvorsitzender der Probstheidaer ist, wird die Partie nicht zeigen, da der Freisitz insbesondere mit Leinwand nicht genügend Platz biete. Eine blau-gelbe Pokalveranstaltung wird am Sonnabend trotzdem stattfinden.

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Denn egal ob mit oder ohne Pokal: Nach Abpfiff des Endspiels wird die Lok-Mannschaft im Bruno-Plache-Stadion von 1.000 singenden Fans empfangen. Dem gemeinsamen Singen kommt dabei eine besondere Bedeutung zu, denn die aktuelle Corona-Verordnung lässt kulturelle Veranstaltungen unter freiem Himmel zu. Tickets kosten inklusive Getränkegutschein drei Euro, 20 Uhr wird die Veranstaltung beendet.

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Dass Lok die Saison gemeinsam mit den Fans abschließen wird, freut auch den Sächsischen Fußballverband. Trotz hinreichender Sicherheitskonzepte und -beratung begrüßt man die Entzerrung durch die Parallelveranstaltung. Besondere Sorge herrscht vor der Finaldurchführung ohnehin nicht. Dennoch betont Pressesprecher Alexander Rabe: „Wir brauchen keine Schlagzeilen oder im schlimmsten Falle Gewaltausbrüche.“ Klar ist: Der SFV ist nach den Ausschreitungen rund ums Rudolf-Harbig-Stadion bei Dynamo Dresdens Zweitligaaufstieg gewarnt. Daher appelliert Rabe, sich kooperativ zu zeigen und dass „das Umfeld während des Spiels nicht augesucht wird“. CFC-Coach Daniel Berlinski ist indes nicht bekannt, dass Fans aus Chemnitz in die Messestadt anreisen wollen.

Saisonstart mit Zuschauern?

Das Sachsenfinale wird mithin auch der Abschluss einer zuschauer- und schier endlosen Corona-Saison sowie der zweiten Spielzeit in Folge, die abgebrochen worden ist. Damit dies nicht erneut passiert und die kommende Saison der Regionalliga Nordost auch mit Fans in den Stadien möglich ist, wird hinter den Kulissen bereits der Saisonstart geplant. Spätestens im August soll der Pflichtspiel-Ball wieder rollen, aufgrund der 20 Teams und 38 Spiele eventuell auch schon Ende Juli.

Hermann Winkler baut auf einen Start mit Zuschauern. „Wir sind im Sport grundsätzlich Optimisten“, so der SFV-Präsident, der hinzufügt: „Daher hoffen wir, dass die Lage sich im Sommer verbessert, dass das Imfpen vorangeht und dass in den Köpfen vieler Politiker Vernunft einzieht und sie merken, wie wichtig der Sport für die ganze Gesellschaft ist. Wir brauchen das wieder, deshalb planen wir das so.“